Studie: Wirkung von Yoga und Atemübungen bei Kindern mit ADHS

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 12. Dezember 2021, Lesezeit: 4 Minuten

Was tut ADHS Kindern gut?

Yoga und Atemübungen haben eine positive Wirkung auf Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Nach speziellen Kursen verbesserte sich die Aufmerksamkeit der Kinder, ihre Hyperaktivität nimmt ab, sie bleiben länger aufmerksam und können sich länger mit komplexen Tätigkeiten beschäftigen.

  • Zu dieser Einschätzung kommen Psychologen der Ural Federal University, die bei 16 Kindern mit ADHS im Alter von sechs bis sieben Jahren die Auswirkungen von Bewegung auf die Fähigkeiten zur willentlichen Steuerung und Kontrolle untersucht haben.

Bei Kindern mit ADHS ist in der Regel der Teil des Gehirns, der für die Regulierung der Hirnaktivität zuständig ist – die retikuläre Formation – beeinträchtigt.

  • Dadurch erleben sie oft Zustände von unangemessener Hyperaktivität, erhöhter Ablenkung und Erschöpfung.

Die Forscher verwendeten eine spezielle Atemübung, die auf der Entwicklung einer rhythmischen Zwerchfell-Tiefenatmung basiert – der Bauchatmung.

Atemtechnik verbessert die Retikulärformation

Durch diese Atemtechnik wird das Gehirn besser mit Sauerstoff versorgt und die Retikulärformation kann ihrer Aufgabe besser gerecht werden. Wenn die Retikulärformation genügend Sauerstoff erhält, beginnt sie, den Aktivitätszustand des Kindes besser zu regulieren, so die Forscher.

Zusätzlich zu den Atemübungen setzten die Psychologen körperorientierte Techniken ein, insbesondere Übungen mit dem polaren Zustand „Spannung-Entspannung“. Die Trainings fanden dreimal wöchentlich für zwei bis drei Monate (je nach Programm) statt.

  • Laut Sergey Kiselev, dem Leiter der Studie, tritt die Wirkung von Bewegung sofort ein, aber es gibt auch eine verzögerte Wirkung. Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich das Training bei Kindern mit ADHS auch noch ein Jahr nach dem Ende des Trainings positiv auf die Regulations- und Kontrollfunktionen auswirkt.

Der Grund dafür ist, dass die korrekte Atmung des Kindes automatisiert wird, sie wird zu einer Art Assistent, der eine bessere Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff ermöglicht, was sich wiederum positiv auf das Verhalten und die Psyche eines Kindes mit ADHS auswirkt, so Kiselev.

Dieses Verfahren wurde von der russischen Neuropsychologin Anna Semenovich als Teil einer neuropsychologischen Korrekturtechnik entwickelt.

Die Psychologen an der Ural Federal University haben getestet, wie gut dieser Ansatz Kindern mit ADHS hilft. Aber die Studie hat Pilotcharakter, sagt Kiselev. Sie hat gezeigt, dass diese Übungen eine positive Wirkung haben.

Es müssen jedoch noch weitere Arbeiten durchgeführt werden, an denen mehr Kinder mit ADHS teilnehmen. Dabei werden auch Faktoren wie Geschlecht, Alter, Schwere der Erkrankung und begleitende Probleme bei Kindern (Sprach- und Regulationsstörungen usw.) berücksichtigt.

Die Ergebnisse der Studie zur Wirkung von Atemübungen und Yoga bei Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Biological Psychiatry veröffentlicht.

Das retikuläre Aktivierungssystem

Ein Mangel in den Basalganglien kann dazu führen, dass Informationen „kurzgeschlossen“ werden, was zu Unaufmerksamkeit oder Impulsivität führt. Das retikuläre aktivierende System: Es ist das wichtigste Leitsystem unter den vielen Bahnen, die das Gehirn erreichen und verlassen. Eine Störung des Retikulären Aktivierungssystems kann zu Unaufmerksamkeit, Impulsivität oder Hyperaktivität führen.

Quellen

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