Wie wirkt sich Meditation auf das Gehirn und die Gesundheit aus?

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 20. Oktober 2021, Lesezeit: 5 Minuten

Meditation ist eine Form der geistigen und körperlichen Anwendung, die für mehr Gelassenheit und körperliche Entspannung, zur Verbesserung des psychischen Gleichgewichts, zur Bewältigung von Krankheiten und zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens eingesetzt wird.

Es gibt viele Arten der Meditation, aber die meisten haben bestimmte Elemente gemeinsam: einen möglichst ruhigen Ort mit wenige Ablenkung, eine bestimmte Körperhaltung (Sitzen, Liegen, Gehen oder andere Positionen), einen Fokus der Aufmerksamkeit (ein speziell ausgewähltes Wort oder eine Reihe von Worten, ein Objekt oder auf die Wahrnehmung des Atems).

Wobei meditieren hilft

In zahlreichen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten wurde untersucht, inwieweit meditieren bei einer Reihe von Krankheiten wie Bluthochdruck, bestimmten psychischen Störungen und Schmerzen hilfreich sein kann. Eine Reihe von Studien zeigt Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen außerdem, wie Meditation funktionieren könnte und wie sie sich auf das Gehirn auswirkt.

Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass meditieren beispielsweise den Blutdruck, die Symptome des Reizdarmsyndroms, Angstzustände und Depressionen sowie Schlaflosigkeit verringern kann.

Krebs-Symptome mit Meditation lindern

Bei Menschen, die unter Krebssymptomen und den Nebenwirkungen der Behandlung leiden, können körperlich-geistige Therapien wie Meditation nachweislich dazu beitragen, Ängste, Stress, Müdigkeit sowie allgemeine Stimmungs- und Schlafstörungen zu lindern und so die Lebensqualität zu verbessern.

In den wissenschaftlich fundierten klinischen Praxisleitlinien der Society for Integrative Oncology (Gesellschaft für Integrative Onkologie) meditieren und andere geistig-körperliche Methoden als Teil eines multidisziplinären Ansatzes zur Verringerung von Angstzuständen, Stimmungsschwankungen und chronischen Schmerzen sowie zur Verbesserung der Lebensqualität empfohlen.

Blutdruck senken

Es gibt einige Belege dafür, dass Meditation den Blutdruck senken kann. Eine Literaturübersicht und eine wissenschaftliche Stellungnahme der American Heart Association sprechen dafür, dass der Einsatz der Transzendentalen Meditation als Zusatz- oder Ergänzungstherapie zur Standardbehandlung zur Senkung des Blutdrucks sinnvoll ist.

Meditieren bei Wechseljahrsbeschwerden

Es gibt immer mehr Belege dafür, dass auf Meditation basierende Behandlungsprogramme hilfreich sein können, um typische Wechseljahrsbeschwerden zu lindern. Eine 2010 durchgeführte Überprüfung der wissenschaftlichen Literatur ergab, dass Yoga-, Tai-Chi- und Meditationsprogramme bei der Verringerung häufiger Wechseljahrsbeschwerden hilfreich sein können, einschließlich der Häufigkeit und Intensität von Hitzewallungen, Schlaf- und Stimmungsstörungen, Stress sowie Muskel- und Gelenkschmerzen.

Meditation gegen Angststörung

Es gibt moderate Hinweise darauf, dass meditieren die Symptome von Angstzuständen verbessert. Eine Literaturübersicht aus dem Jahr 2014 ergab, dass Achtsamkeitsmeditationsprogramme moderate Belege für die Verbesserung von Angst, Depression und Schmerzen und geringe Belege für die Verbesserung von Stress/Störungen und der Lebensqualität in Bezug auf die psychische Gesundheit liefern.

Meditieren bei Reizdarmsyndrom

Einige Studien deuten darauf hin, dass Achtsamkeitsmeditation Menschen mit Reizdarmsyndrom hilft, aber es gibt nicht genügend Beweise, um eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen. Eine 2013 durchgeführte Überprüfung der wissenschaftlichen Literatur kam zu dem Schluss, dass das Achtsamkeitstraining die Schmerzen und die Lebensqualität von Reizdarmpatienten verbessert, nicht aber ihre Depressionen oder Ängste; allerdings war die Verbesserung nur gering.

Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2011, die vom National Center for Complementary and Integrative Health finanziert wurde, und an der 75 Frauen teilnahmen, deuten darauf hin, dass achtwöchiges Praktizieren von Achtsamkeitsmeditation die Schwere der Reizdarmsyndrom-Symptome reduziert.

Schmerzen mit Meditation lindern

Die Forschung über die Fähigkeit der Meditation, Schmerzen zu lindern, hat zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt. Einige Studien deuten jedoch darauf hin, dass Meditation bestimmte Bereiche des Gehirns aktiviert, die auf Schmerzen reagieren.

Eine kleine Studie aus dem Jahr 2016, die zum Teil vom National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) finanziert wurde, ergab, dass Achtsamkeitsmeditation tatsächlich hilft, Schmerzen zu kontrollieren, ohne dass dafür die natürlich vorkommenden Opiate des Gehirns verwendet werden.

Dies deutet darauf hin, dass die Kombination von Achtsamkeit mit Schmerzmitteln und anderen Ansätzen, die auf die Opioidaktivität des Gehirns angewiesen sind, besonders wirksam zur Schmerzlinderung sein könnte.

In einer weiteren 2016 vom NCCIH finanzierten Studie erhielten Erwachsene im Alter von 20 bis 70 Jahren mit chronischen Kreuzschmerzen entweder ein auf Achtsamkeit basierendes Stressreduktionstraining (MBSR), eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT) oder die Standardbehandlung.

Die MBSR- und CBT-Teilnehmer hatten ein ähnliches Ausmaß an Verbesserung, und sie war deutlicher als bei denjenigen, die die Standardbehandlung erhielten, auch noch lange nach dem Ende des Trainings. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen kamen zu dem Ergebnis, dass die Teilnehmer der MBSR- und CBT-Gruppen nach 26 und 52 Wochen eine größere Verbesserung der Funktionseinschränkung und der Rückenschmerzen aufwiesen als die Teilnehmer, die die übliche Behandlung erhielten. Zwischen MBSR und CBT gab es keine signifikanten Unterschiede in den Behandlungsergebnissen.

Kurzes Achtsamkeitsmeditationstraining verringert das Umherschweifen der Gedanken

Programme zur Achtsamkeitsmeditation, bei denen die Teilnehmer darin geschult werden, ihr gegenwärtiges Erleben auf offene oder akzeptierende Weise zu beobachten, haben in mehreren Studien gezeigt, dass sie das Abschweifen der Gedanken bei der Lösung standardisierter Aufgaben verringern.

Meditieren gilt im Allgemeinen als sicher für gesunde Menschen. Menschen mit körperlichen Einschränkungen sind jedoch möglicherweise nicht in der Lage, an bestimmten meditativen Praktiken teilzunehmen, die Bewegung beinhalten.

Quellen: NHS / National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH)

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