Blasenentzündung was tun, was hilft – Hausmittel und Tipps zur Behandlung

Krankheiten und Krankheitsbilder

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 20. Juni 2023, Lesezeit: 15 Minuten

Eine Blasenentzündung (Zystitis) ist eine vorwiegend bakterielle Infektion der Harnblase.

  • Besonders häufig sind Kinder und Frauen betroffen. Männer erkranken eher selten an dieser Infektionskrankheit.

Typische Symptome einer akuten, unkomplizierten Blasenentzündung (Harnblasenentzündung) sind krampfartige Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen.

  • Leichte Entzündungsfälle bessern sich zumeist innerhalb weniger Tage von selbst.

Wenn sich die Symptome nach zwei bis drei Tagen nicht bessern, sondern verschlimmern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wird die Infektion frühzeitig erkannt und behandelt, sind Folgeerkrankungen wie eine Nierenbeckenentzündung eher selten.

Ärztinnen und Ärzte diagnostizieren eine Infektion beziehungsweise eine Entzündung der Blase (Zystitis, Cystitis) durch eine Urin- und Blutuntersuchung. Meist wird dann ein Antibiotikum verschrieben, das die Erreger gezielt bekämpft und über mehrere Tage eingenommen werden muss.

In manchen Fällen reichen bei einer akuten Blasenentzündung auch Hausmittel aus. Aufgrund ihrer antioxidativen, antimikrobiellen und entzündungshemmenden Wirkung werden beispielsweise pflanzliche Präparate aus Preiselbeeren (Cranberries, Moosbeere) oder Bärentraubenblättern zur Behandlung von Blasenentzündungen eingesetzt.

Gerade bei einer Blasenentzündung ist die Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig: Mindestens 2 – 3 Liter pro Tag sollten getrunken werden, damit die Bakterien aus der Blasenschleimhaut gespült werden. Dabei gilt: Umso mehr man trinkt, desto höher ist der Blasendruck, mit dem die Keime und Erreger ausgespült werden.

Was hilft schnell bei einer akuten Blasenentzündung?

Gegen die brennenden Schmerzen beim Wasserlassen helfen bei einer akuten Blasenentzündung schnell Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol.

Wenn diese Mittel bei leichten bis mittleren Beschwerden ausreichen, kann unter Umständen auf eine Behandlung mit Antibiotika verzichtet werden.


Quelle: Youtube/SWR Marktcheck

Behandlung einer Blasenentzündung

Eine leichte Blasenentzündung (Cystitis) klingt normalerweise nach einigen Tagen von selbst ab.

Bei starken Beschwerden, Schmerzen in der Flanke (Flankenschmerzen) oder bei Schwangerschaft sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Auch bei Begleiterkrankungen der Blase oder der Nieren ist ein Arztbesuch ratsam.

Dauert eine Blasenentzündung länger als drei Tage an, sollte spätestens dann ein Arzt aufgesucht werden.

Was hilft gegen Blasenentzündung – Hausmittel und Arzneimittel

Mittel und Maßnahmen, die den Heilungsprozess bei einer Blasenentzündung unterstützen können:

1. Viel trinken, etwa zwei Liter pro Tag: Bei einer Blasenentzündung sollte viel Wasser getrunken werden (sofern keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen).

2. Blasen- und Nierentees wirken in erster Linie harntreibend und werden daher zu den natürlichen Diuretika (harntreibende Mittel) gezählt. Die in den Tees enthaltenen Stoffe bewirken, dass mehr Urin gebildet und ausgeschieden wird.

3. Schmerzmittel: Zur Linderung der Symptome könnten bei Bedarf Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen angewendet werden.

4. Cranberry (Cranberries) enthalten einen Wirkstoff, der Bakterien daran hindert, sich an der Blasenwand festzusetzen.

Cranberrysaft oder -kapseln enthalten aber möglicherweise nicht genug von dem Wirkstoff, um die Symptome einer Blasenentzündung zu lindern.

5. Wärmflaschen, warme Sitzbäder und feucht-warme Umschläge können helfen, die Schmerzen zu lindern. Bei Blasenentzündungen wird Wärme oft als sehr wohltuend empfunden. Eine Wärmflasche oder ein Wärmekissen auf dem Unterbauch wirkt entkrampfend und schmerzlindernd.

6. Alkohol, Zitrusfruchtsäfte und Kaffee sollten Betroffene unbedingt vermeiden und auch Kuhmilch zumindest für einige Zeit weglassen.

Wichtiger Hinweis: Wenn die Symptome einer Blasenentzündung nicht rasch abklingen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Antibiotika-Behandlung

Antibiotika können oral eingenommen werden. Antibiotika werden hauptsächlich verabreicht, um eine Ausbreitung der Infektion auf die Nieren zu verhindern.

  • Bei einer einfachen Blasenentzündung (Zystitis) werden Antibiotika in der Regel für drei Tage (Frauen) bzw. sieben bis 14 Tage (Männer) verabreicht.

Bei einer Blasenentzündung mit Komplikationen wie Schwangerschaft, Diabetes oder einer leichten Nierenentzündung werden Antibiotika meist für sieben bis 14 Tage eingenommen.

Wichtig ist, dass die verordneten Antibiotika bis zum Ende eingenommen werden. Auch wenn es der Patientin oder dem Patienten vor dem Ende der Behandlung besser geht, sollte die Behandlung bis zum Ende fortsetzt werden.

  • Andernfalls kann sich eine Infektion entwickeln, die wesentlich schwieriger zu behandeln ist.

Behandlungsdauer

Wie lange eine Blasenentzündung dauert, bis sie wieder abklingt, hängt vor allem von der Behandlung ab.

Verordnet der Arzt oder die Ärztin Antibiotika, dauert eine Blasenentzündung gewöhnlich ein bis drei Tage. Die Dauer der Beschwerden hängt auch vom Beginn der Behandlung ab.

  • In den meisten Fällen ist eine Blasenentzündung unangenehm, klingt aber nach der Behandlung ohne weitere Komplikationen ab.

Symptome und Diagnose einer Blasenentzündung

Anzeichen für eine Zystitis sind unter anderem:

  • trüber oder blutiger Urin,
  • stark oder streng riechender Urin,
  • leichtes Fieber,
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen,
  • Unterleibsschmerzen – Druck oder Krämpfe im unteren Bereich mittig,
  • starker Harndrang, auch direkt nach der Entleerung der Blase,
  • bei älteren Menschen sind geistige Veränderungen oder Verwirrung oft die einzigen Anzeichen für eine mögliche Infektion.

Diagnostik und Untersuchungen

Bei einem Harnwegsinfekt wird in den meisten Fällen eine Urinprobe für eine Urinanalyse entnommen. Der Urin wird auf weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Nitrit untersucht.

Erhöhte Leukozytenwerte deuten auf eine Entzündung hin, erhöhte Nitritwerte auf Bakterien. In den meisten Fällen kann eine Infektion durch eine Urinanalyse diagnostiziert werden.

Urinkulturen: Eine saubere Urinprobe kann erforderlich sein. Dieser Test wird durchgeführt, um die Bakterien im Urin zu identifizieren und das geeignete Antibiotikum zu bestimmen.

Akute Blasenentzündung: Ursachen, Symptome, Risikofaktoren

Eine akute Blasenentzündung (Zystitis) ist eine Infektion der Blase oder der unteren Harnwege. Akut bedeutet, dass die Infektion plötzlich auftritt.

  • Eine Blasenentzündung (Zystitis) wird durch Keime, meist Bakterien, verursacht. Die Keime gelangen über die Harnröhre in die Blase und können dort eine Infektion auslösen.

Meist entwickelt sich die Infektion in der Blase. Sie kann sich aber auch auf die Nieren ausbreiten. In den meisten Fällen kann der Körper die Bakterien beim Wasserlassen (Urinieren) ausscheiden.

Die Bakterien können sich aber auch an der Wand der Harnröhre oder der Blase festsetzen oder so schnell wachsen, dass ein Teil von ihnen in der Blase verbleibt.

  • Frauen erkranken häufiger an einer Harnröhrenentzündung (Urethritis) als Männer.

Das liegt daran, dass die Harnröhre bei Frauen kürzer ist und näher am After liegt. Die Wahrscheinlichkeit, sich nach dem Geschlechtsverkehr zu infizieren, ist bei Frauen größer. Auch die Wechseljahre erhöhen das Risiko einer Harnwegsinfektion.

Risikofaktoren einer akuten Zystitis

Was begünstigt eine Blasenentzündung? Die folgenden Faktoren erhöhen das Risiko für eine Zystitis:

Diabetes
Blasensteine
– Unterkühlung
– ein hohes Alter
Schwangerschaft
– ein Blasenkatheter
– ein geschwächtes Immunsystem
– Darminkontinenz (Verlust der Darmkontrolle)
– eine OP, die die Harnwege betrifft
– Harnverhalt – Probleme bei der vollständigen Entleerung der Blase
– längere Immobilität (Unbeweglichkeit), zum Beispiel nach einer Hüftfraktur
– eine verengte Harnröhre, eine vergrößerte Prostata oder etwas, das den Urinfluss blockiert

In den meisten Fällen werden Harnwegsinfektionen durch Escherichia coli (E. coli), auch Kolibakterien genannt, verursacht. Dabei handelt es sich um eine Bakterienart, die normalerweise im Darm von Menschen und Tieren vorkommt.

Symptome einer akuten Zystitis

Zu den Symptomen einer akuten unkomplizierten Blasenentzündung gehören Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen, das Gefühl einer vollen Blase, Harndrang oder häufiges Wasserlassen, Druckempfindlichkeit im Unterbauch und möglicherweise Blut im Urin.

Interstitielle Blasenentzündung (Interstitielle Zystitis)

Bei der interstitiellen Zystitis, die auch als schmerzhaftes Blasensyndrom bezeichnet wird, handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die Druck oder Schmerzen in der Blase und im Becken verursacht, wenn man versucht, sein Urin zu halten.

  • Eine interstitielle Blasenentzündung (Interstitielle Zystitis) ist eine chronische Entzündung der Blase, die nicht von Bakterien ausgelöst wird.

Meistens geht diese Form der Blasenentzündung mit häufigem oder dringendem Harndrang einher. Man bezeichnet diese Erkrankung auch als Blasenschmerzsyndrom (BPS).

Ursachen, Symptome, Behandlung

Die Harnblase ist ein Hohlorgan mit einer dünnen Muskelschicht, die den Urin speichert.

Sobald sich die Blase mit Urin füllt, sendet sie ein Signal an das Gehirn, das die Muskeln anweist, sich zusammenzuziehen.

Normalerweise sind diese Signale nicht schmerzhaft. Bei der interstitiellen Zystitis sind die Signale der Blase schmerzhaft und können auch dann auftreten, wenn die Blase nicht voll ist.

Am häufigsten tritt die interstitielle Zystitis im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf, aber auch jüngere Menschen können betroffen sein. Frauen erkranken zehnmal häufiger an einer interstitiellen Zystitis als Männer.

Die genaue Ursache dieser chronischen Entzündung der Blase, die nicht durch Bakterien ausgelöst wird, ist unbekannt.

Die Symptome der interstitiellen Zystitis sind chronisch. Die Beschwerden kommen und gehen, sind mal schwächer, mal stärker.

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

Blasendruck oder Unbehagen (leicht bis schwer),
häufiger Harndrang,
brennende Schmerzen in der Beckengegend,
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Viele Menschen, die langfristig an einer interstitiellen Zystitis leiden, haben auch andere Erkrankungen wie Endometriose, Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom, andere chronische Schmerzsyndrome, Angstzustände oder Depressionen.

Behandlung – Interstitielle Zystitis

Die interstitielle Zystitis ist nicht heilbar. Die Behandlung erfolgt nach dem Prinzip Versuch und Irrtum, bis die Beschwerden nachlassen. Die Ergebnisse sind von Patient zu Patientin unterschiedlich.

Rolle der Ernährung

Die Ernährung spielt nach Ansicht von Fachleuten keine Rolle bei der Vermeidung oder Behandlung einer Blasenentzündung (Harnwegsinfektion). Menschen, die an einer Blaseninfektion (Harnwegsinfektion) erkrankt sind, sollten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen, wie viel sie täglich trinken sollten, um die Infektion zu verhindern oder zu lindern.

Obwohl einige Studien darauf hindeuten, dass Cranberrysaft, -extrakt oder -tabletten helfen können, Blasenentzündungen (akute Zystitis) vorzubeugen, gibt es dafür keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Forschungsergebnisse zeigen, dass Cranberry-Produkte nicht wirksam sind, um eine Blasenentzündung zu behandeln, wenn man bereits eine hat.

Bei einigen der Betroffenen kann eine Ernährungsumstellung helfen, die Symptome zu kontrollieren.

Das Vermeiden von Nahrungsmitteln und Getränken, die die Blase reizen können, kann helfen. Der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel kann helfen, die Symptome zu lindern.

Die Reduzierung oder der Verzicht auf Koffein, Schokolade, kohlensäurehaltige Getränke, Zitrusfrüchte und scharfe oder saure Speisen (beispielsweise solche mit einem hohen Vitamin-C-Gehalt) kann die Symptome lindern.

Blasenentzündungen vorbeugen

Auch wenn eine Blasenentzündung normalerweise keine größeren Probleme verursacht, können die Symptome sehr unangenehm sein.

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, einer Blasenentzündung vorzubeugen.

Da beim Geschlechtsverkehr mehr Bakterien in die Harnröhre gelangen, wird Frauen oft geraten, nach dem Geschlechtsverkehr zu urinieren, um die Bakterien aus der Harnröhre zu spülen.

Auch die Art des verwendeten Verhütungsmittels kann eine Rolle spielen: Chemische Verhütungsmittel, die Spermien abtöten (Spermizide), und Diaphragmen können das Risiko einer Blasenentzündung leicht erhöhen.

Generell wird auch eine gute Genitalhygiene empfohlen – es reicht, sich mit Wasser und etwas Waschlotion zu waschen.

Weitere gängige Ratschläge sind, die Füße und den Unterleib warm zu halten und viel zu trinken. Manchmal wird Frauen auch geraten, etwas zu tun, um ihr Immunsystem allgemein zu stärken, wie zum Beispiel ausreichend zu schlafen und Stress zu vermeiden.

  • Obwohl diese Ratschläge vernünftig klingen und in den Alltag integriert werden können, gibt es keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass sie funktionieren.

Östrogencreme

Frauen in den Wechseljahren sind besonders anfällig für Blasenentzündungen. Zur Behandlung kann die Ärztin oder der Arzt eine vaginale Östrogencreme verschreiben.

Vaginale Östrogene werden jedoch nur dann empfohlen, wenn das Medikament eingenommen werden kann, ohne das Risiko für andere Gesundheitsprobleme zu erhöhen.

Was nützen Cranberry-Produkte und Probiotika?

Zur Vorbeugung von Blasenentzündungen werden Cranberry-Produkte angeboten. Sie sind zum Beispiel in Apotheken und Drogerien als Saft, Pulver, Kapseln und Tabletten erhältlich.

Ob Cranberries einer Blasenentzündung tatsächlich vorbeugen können, ist allerdings noch nicht eindeutig geklärt. Studien kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen.
Auch Probiotika wird eine vorbeugende Wirkung zugeschrieben. Sie sind als Zäpfchen, Sirup oder Tabletten erhältlich. Keines dieser Produkte beugt jedoch nachweislich einer Blasenentzündung vor.

Wasser trinken reduziert Blaseninfektionen nachweislich

In der kontrollierten Studie des UT Southwestern Medical Center hatten Frauen, die täglich zusätzlich 1,5 Liter Wasser tranken, 48 Prozent weniger wiederkehrende Blasenentzündungen als Frauen, die die übliche Flüssigkeitsmenge tranken.

Mehr als ein Viertel der Frauen erkrankt innerhalb von sechs Monaten nach einer ersten Infektion an einer zweiten Infektion, und bis zu 77 Prozent erleiden innerhalb eines Jahres einen Rückfall.

Die Mediziner vermuten, dass eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme dazu beiträgt, die Anzahl der Bakterien zu verringern und ihre Fähigkeit, sich in der Blase festzusetzen, einzuschränken.

Da diese Infektionen in der Regel mit Antibiotika behandelt werden, könnte eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr dazu beitragen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren und damit die Antibiotikaresistenz einzudämmen, so die Forscher. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine veröffentlicht.

Blasenentzündung meist eine bakterielle Infektion, auch wenn der Test negativ ist

Bei den meisten Frauen, die unter Schmerzen beim Wasserlassen oder häufigem oder dringendem Harndrang leiden, liegt wahrscheinlich eine bakterielle Infektion vor, auch wenn die üblichen Urinuntersuchungen negativ ausfallen.

Symptome einer Harnwegsinfektion wie Blasenentzündung (Zystitis, Cystitis) sind bei Frauen häufig, aber in etwa einem Viertel der Fälle wird mit den üblichen Tests keine Infektion festgestellt.

In einer Studie, die in der Fachzeitschrift Clinical Microbiology and Infection veröffentlicht wurde, konnte jedoch ein empfindlicherer Test bei fast allen Frauen mit Symptomen einer Harnwegsinfektion Hinweise auf eine bakterielle Infektion finden.

Die Studie unter der Leitung von Dr. Stefan Heytens von der Universität Gent, Belgien, stützt die Annahme, dass ein Test für Frauen mit Symptomen einer unkomplizierten Harnwegsinfektion unnötig ist.

Symptome einer Harnwegsinfektion machen zwischen zwei und fünf Prozent der Arztbesuche von Frauen aus. In 60 bis 80 Prozent der untersuchten Fälle wird durch einen Urintest eine bakterielle Infektion festgestellt. Den Frauen werden dann Antibiotika verschrieben.

Bei einem negativen Befund gehen die Ärztinnen und Ärzte jedoch davon aus, dass die Frauen keine bakterielle Infektion haben.

In der Vergangenheit wurde bei dieser Gruppe von Frauen möglicherweise ein unerklärliches „Urethralsyndrom“ diagnostiziert, das nach Ansicht einiger Forscher psychosomatischer Natur sein könnte.

An der Studie nahmen 308 belgische Frauen teil, von denen 220 ihren Hausarzt wegen Harnwegsinfektionen aufsuchten und 86 gesunde Freiwillige.

Die Urinproben wurden wie üblich auf das Wachstum von Bakterien untersucht. Zusätzlich wurden die Proben mit der so genannten quantitativen Polymerase-Kettenreaktion (qPCR) untersucht.

Diese Technik ist sehr empfindlich und kann verwendet werden, um winzige Mengen von DNA nachzuweisen, die von Bakterien stammt, die Harnwegsinfektionen verursachen können, wie Escherichia coli (E. coli) und Staphloccocus saprophyticus (S. saprophyticus).

Bei Frauen mit Symptomen einer Harnwegsinfektion wurden mit dem Standardtest in 80,9 Prozent der Urinproben Bakterien nachgewiesen. Mit dem qPCR-Test wurden jedoch in 95,9 Prozent der Proben E. coli und in 8,6 Prozent S. saphrophyticus nachgewiesen.

Die Kombination der Ergebnisse beider Tests ergab bei 98,2 Prozent der Frauen mit Symptomen Hinweise auf eine Infektion.

Bei den beschwerdefreien Frauen wurden E. coli in 10,5 Prozent der Proben mit dem Standardtest und in 11,6 Prozent mit der qPCR nachgewiesen.

Laut Dr. Heytens wurde ein empfindlicherer Test verwendet, um nach Bakterien zu suchen, die häufig Harnwegsinfektionen verursachen.

Die Forscher fanden E. coli bei fast allen Frauen, die über Symptome klagten, auch wenn die herkömmliche Urinkultur negativ war.

Dies deutet darauf hin, dass eine Frau mit diesen Symptomen wahrscheinlich eine Harnwegsinfektion hat.

Den Wissenschaftlern zufolge bestätigen die Forschungsergebnisse frühere Studien, die darauf hindeuten, dass herkömmliche Tests bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen nicht hilfreich sind.

Wenn die Behandlung fehlschlägt oder Anzeichen und Symptome einer komplizierteren Harnwegsinfektion vorliegen, können herkömmliche Urinkulturtests jedoch weiterhin eine Rolle spielen.

Ob alle Frauen mit diesen Symptomen von einer Antibiotikabehandlung profitieren würden, wissen die Forscher noch nicht.

  • Laut Dr. Heytens müssen die Ergebnisse in weiteren Untersuchungen bestätigt werden müssen.

Quellen

  • European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases
  • ‚Women with symptoms of a urinary tract infection but a negative urine culture: PCR-based quantification of Escherichia coli suggests infection in most cases.‘, Heyten, S et al, Clinical Microbiology and InfectionDOI: 10.1016/j.cmi.2017.04.004
  • Effect of Increased Daily Water Intake in Premenopausal Women With Recurrent Urinary Tract Infections, JAMA Internal Medicine (2018). DOI: 10.1001/jamainternmed.2018.4204
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