Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 23. März 2020, Lesezeit: 4 Minuten

Isoflavone in Lebensmitteln: Der Konsum von Tofu und Lebensmitteln, die größere Mengen an Isoflavonen enthalten, ist mit einem etwas geringeren Risiko für Herzerkrankungen verbunden. Das gilt insbesondere für jüngere Frauen und Frauen in der Postmenopause, die keine Hormone einnehmen. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Beobachtungsstudie die in der Fachzeitschrift der American Heart Association veröffentlichte wurde.

Forscher der Harvard Medical School und des Brigham and Women’s Hospital analysierten die Daten von mehr als 200.000 Personen, die an drei prospektiven Gesundheits- und Ernährungsstudien teilgenommen hatten. Alle Studienteilnehmer hatten zu Beginn der Untersuchung keine Krebs- und Herzerkrankungen.

Der positive Zusammenhang mit dem regelmäßigen Verzehr von Tofu wurde vor allem bei jungen Frauen vor der Menopause oder bei Frauen nach der Menopause, die keine Hormone einnahmen, festgestellt.

Trotz dieser Ergebnisse glauben die Forscher nicht, dass Tofu eine Wunderwaffe ist. Die allgemeine Qualität der individuellen Ernährungsweise ist noch immer von entscheidender Bedeutung und Tofu kann dabei eine sehr gesunde Komponente sein.

Bevölkerungsgruppen, deren Ernährung traditionell reich an Isoflavonen (einschließlich Tofu) ist, wie zum Beispiel in China und Japan, haben ein geringeres Risiko für Herzkrankheiten, als Bevölkerungsgruppen, die sich stärker von Fleisch und weniger von pflanzlichen Lebensmitteln ernähren. Der potenzielle Nutzen von Tofu und Isoflavonen im Zusammenhang mit Herzerkrankungen muss jedoch noch weiter erforscht werden.

Tofu (Sojabohnenquark) und ganze Sojabohnen wie Edamame sind eine reiche Quelle für Isoflavone. Kichererbsen, Favabohnen, Pistazien, Erdnüsse und andere Nüsse sind ebenfalls reich an Isoflavonen. Sojamilch hingegen wird in der Regel stark bearbeitet und oft mit Zucker gesüßt. Diese vorliegende wissenschaftliche Untersuchung fand keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Sojamilch und einem geringeren Risiko für Herzkrankheiten.

Andere Studien am Menschen und Tierversuche mit Isoflavonen, Tofu und kardiovaskulären Risikomarkern haben ebenfalls positive Auswirkungen gezeigt, so dass Menschen mit einem erhöhten Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln, ihre Ernährung überprüfen sollten, so die Wissenschaftler.

Wenn die Ernährung mit ungesunden Lebensmitteln wie rotem Fleisch, zuckerhaltigen Getränken und raffinierten Kohlenhydraten vollgepackt ist, sollten man auf gesündere Alternativen umsteigen. Tofu und andere isoflavonreiche, pflanzliche Lebensmittel sind ausgezeichnete Proteinquellen und Alternativen zu tierischen Proteinen.

 

Die Wissenschaftler betonen aber auch, dass es weitere Forschung und Studien braucht. Sie hätten zwar einen Zusammenhang zwischen Isoflavonen und einem geringeren Risiko von Herz-Erkrankungen aufzeigten, aber keine Kausalität nachgewiesen.

Eine Reihe weitere Einflussfaktoren können die Entwicklung von Herzkrankheiten beeinflussen, darunter körperliche Betätigung, die Familiengeschichte und die Lebensgewohnheiten eines Menschen. Beispielsweise neigen jüngere Frauen, die sich mehr bewegen und mehr Sport treiben, zu gesünderer, pflanzlicher Ernährung, die möglicherweise mehr isoflavonreiche Nahrungsmittel wie Tofu enthält.

(Quelle: American Heart Association / Circulation Journal Report)

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