Omega-3: Studie zur Wirkung von Omega-3-Fettsäuren bei Krebs und Herzkrankheiten

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 1. März 2020, Lesezeit: 3 Minuten

Sind Omega-3-Fettsäure-Kapseln und -Präparate eine sinnvolle Nahrungsergänzung? Der Konsum von Omega-3-Fettsäuren, beispielsweise in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, hat aufgrund der weit verbreiteten Überzeugung, dass sie vor Krankheiten wie Herzinfarkt, Krebs-Erkrankungen, Schlaganfällen, Angstzuständen und Depression schützen, weltweit stark zugenommen.

Ob Omega-3-Fettsäuren tatsächlich vor Krebs oder koronaren Herzerkrankungen schützen, haben Forscher der University of East Anglia untersucht.

Die wissenschaftlichen Analysen der Forscher haben ergeben, dass Omega-3-Präparate die Sterblichkeit und die Fälle von koronaren Herzerkrankungen nur leicht reduzieren und dabei das Risiko für Prostatakrebs leicht erhöhen können. Sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen sind gering, so die Wissenschaftler.

Wenn 1.000 Menschen etwa vier Jahre lang Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel einnehmen würden, würden drei Menschen den Tod durch eine Herzerkrankung vermeiden, sechs Menschen würden einen koronaren Vorfall (wie zum Beispiel einen Herzinfarkt) vermeiden und drei weitere Menschen würden an Prostatakrebs erkranken.

Das Forschungsteam untersuchte insgesamt 47 Studien mit Erwachsenen, die entweder nicht an Krebs erkrankt waren, ein erhöhtes Krebsrisiko hatten oder eine frühere Krebsdiagnose hatten, sowie 86 Studien mit Belegen für kardiovaskuläre Vorfälle oder Todesfälle.

Sie untersuchten dabei die Anzahl der Menschen, die starben, eine neue Krebsdiagnose, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhielten und/oder an einer dieser Krankheiten starben.

Die Analysen enthielten Informationen von vielen Tausenden von Menschen über lange Zeiträume. Diese große Menge an Informationen hat, den Wissenschaftlern zu Folge, deutlich gemacht, dass, die Einnahme von Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel über mehrere Jahre hinweg, das Risiko für Herzkrankheiten leicht reduzieren kann, dies aber mit einer sehr leichten Erhöhung des Risikos für einige Krebsarten einhergehen kann. Die Gesamtauswirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf die Gesundheit des Menschen sind minimal.

Die Belege zur Wirkung von Omega-3-Fettsäuren stammen zumeist aus Versuchen mit Fischöl-Ergänzungen (Präperate bzw. Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren), so dass die gesundheitlichen Auswirkungen von fettem Fisch, einer reichen Quelle von langkettigen Omega-3-Fettsäuren, unklar sind. Fettreicher Fisch mit Omega 3-Fettsäuren ist ein sehr nahrhaftes Lebensmittel als Teil einer ausgewogenen Ernährung. Er ist reich an Proteinen sowie an wichtigen Mikronährstoffen wie Selen, Jod, Vitamin D und Kalzium – es ist viel mehr als nur eine Quelle für Omega 3-Fettsäuren.

Die Forscher haben allerdings festgestellt, dass es keinen nachweisbaren Wert für Menschen gibt, die Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren zur Vorbeugung oder Behandlung von Krebs-Erkrankungen einnehmen.

Die vorliegenden wissenschaftlichen Analysen zu „Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der Nahrung insgesamt zur Krebsinzidenz“ und „Omega-3-Fettsäuren für die primäre und sekundäre Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ wurden im British Journal of Cancer und in der Cochrane Database of Systematic Reviews veröffentlicht.

Studie: Omega-3-Fettsäuren haben bei Depressionen und Angststörungen keine nachweisbare Wirkung

(Quelle: University of East Anglia / British Journal of Cancer)

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