Stress abbauen – Was gegen Stress hilft

Psychische Gesundheit

M.A. Dirk de Pol, aktualisiert am 22. September 2023, Lesezeit: 5 Minuten

Stress kennt wirklich jeder. Im Alltag gibt es immer wieder Situationen, in denen wir uns gehetzt und gestresst fühlen. Sei es im Beruf, in der Familie oder auch im Urlaub. Stress ist also nichts Ungewöhnliches.

Unter Stress wird sowohl die eigene körperliche und psychische Reaktion als auch die als belastend empfundene Reaktion auf bestimmte äußere Reize (Stressoren) verstanden. Stress dient der Anpassung an veränderte Situationen und Umweltbedingungen.

  • Doch wie wirkt er sich auf die Gesundheit aus?
  • Und kann man Stress überhaupt vermeiden?

Das Leben bringt Herausforderungen mit sich, die mal mehr und mal weniger stressig sind. Im Beruf, in der Schule, in der Partnerschaft und in der Familie werden wir mit Situationen und Themen konfrontiert, die Stress auslösen.

Deshalb sollten wir darauf achten, wie wir mit den unterschiedlich starken Stressoren umgehen. Und ab welchem Stress-Level wir eventuell Hilfe in Anspruch nehmen sollten.

Hier sind einige Dinge, die man über Stress wissen sollte.

Stress betrifft jeden

Jeder hat von Zeit zu Zeit Stress. Es gibt verschiedene Arten von Stress, die alle körperliche und psychische Gesundheitsrisiken bergen. Ein Stressor kann einmalig oder kurzfristig auftreten oder sich über einen längeren Zeitraum wiederholen. Manche Menschen können besser mit Stress umgehen und sich schneller von belastenden Ereignissen erholen als andere.

Beispiele für Stress sind:

  • Routinemäßiger Stress, der durch den Druck von Schule, Arbeit, Familie und anderen täglichen Verpflichtungen entsteht.
  • Stress, der durch eine plötzliche negative Veränderung wie Arbeitsplatzverlust, Scheidung oder Krankheit verursacht wird.
  • Traumatischer Stress bei einem Ereignis wie einem schweren Unfall, Krieg, Überfall oder einer Naturkatastrophe, bei dem Menschen schwer verletzt oder getötet werden können.

Menschen, die unter traumatischem Stress leiden, können vorübergehend sehr belastende emotionale und körperliche Symptome zeigen, aber die meisten erholen sich bald wieder auf natürliche Weise.

Nicht jeder Stress ist schlecht

In einer Gefahrensituation signalisiert Stress dem Körper, sich auf die Bedrohung vorzubereiten oder sich in Sicherheit zu bringen.

In solchen Situationen beschleunigt sich der Puls, die Atmung wird schneller, die Muskeln spannen sich an, das Gehirn verbraucht mehr Sauerstoff und ist aktiver – alles Funktionen, die dem Überleben und der Stressbewältigung dienen.

  • In Situationen, die nicht lebensbedrohlich sind, kann Stress Menschen motivieren, wie zum Beispiel bei einer Prüfung oder einem Vorstellungsgespräch für einen neuen Job.

Langfristiger Stress kann der Gesundheit schaden

Der Umgang mit den Auswirkungen von chronischem Stress kann eine enorme Herausforderung darstellen.

Da die Quelle von Langzeitstress konstanter ist als akuter Stress, erhält der Körper nie ein klares Signal zur Rückkehr zur normalen Funktion.

Bei chronischem Stress können dieselben lebenswichtigen Reaktionen des Körpers das körpereigene Immunsystem, den Verdauungstrakt, das Herz-Kreislauf-System, den Schlaf und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.

Viele der Betroffen leiden vor allem unter stressbedingten Verdauungsproblemen, wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Stuhlgangsbeschwerden und andere unter Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Traurigkeit, Wut oder Reizbarkeit.

  • Wer nichts dagegen unternimmt, riskiert, dass sich daraus ernstzunehmende Krankheitsbilder entwickeln.

Im Laufe der Zeit kann anhaltender Stress zu ernsthaften Gesundheitsproblemen wie Herzerkrankungen, zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie), zu hoher Blutdruck, Bluthochdruck (Hypertonie), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und anderen Krankheiten, einschließlich psychischer Störungen wie Depressionen oder Angstzuständen, führen.

Es gibt Wege, besser mit Stress umzugehen

Durch praktische Maßnahmen zur Stressbewältigung kann das Risiko negativer Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit verringert werden.

Hier sind einige Tipps, die beim Umgang mit Stress helfen können:

Auf erste Veränderungen achten

Achten Sie auf Anzeichen, die auf stressbedingte Reaktionen des Körpers hindeuten, wie zum Beispiel Schlafstörungen, erhöhter Alkohol- und Drogenkonsum, Wutanfälle, Depressionen und Antriebslosigkeit.

Mit einem Arzt sprechen

Warten Sie nicht, bis der Arzt Sie auf Ihren Stress anspricht. Beginnen Sie das Gespräch und lassen Sie sich bei bestehenden oder neu auftretenden Gesundheitsproblemen angemessen behandeln. Wirksame Behandlungen können helfen, wenn sich der Stress auf die Qualität der Partnerschaft oder die Arbeitsfähigkeit auswirkt.

Regelmäßige Bewegung und Sport

Schon 30 Minuten Spazierengehen am Tag können helfen, die Stimmung zu heben und die Gesundheit zu verbessern.

Entspannungsübungen gegen Stress

Es gibt verschiedene Entspannungsmethoden zur Reduzierung von Stress wie zum Beispiel Meditation, Achtsamkeitsübungen, Yoga und Atemübungen, Tai Chi oder Qigong, progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder spezielle Atemtechniken.

Probieren Sie aus, welche Entspannungstechniken bei Ihnen am besten wirken.

Planen Sie regelmäßig Zeit für diese und andere gesunde und entspannende Aktivitäten ein. Dabei können Antistress-Apps, Mental Health Apps oder dergleichen hilfreich sein.

Ziele und Prioritäten setzen

Lernen Sie, „Nein“ zu neuen Aufgaben zu sagen, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie zu viel übernehmen.

Versuchen Sie, sich am Ende des Tages bewusst zu machen, was Sie erreicht haben, und nicht, was Sie nicht geschafft haben.
Bleib in Kontakt.

Hilfe suchen

Bleiben Sie in Kontakt mit Menschen, die Sie emotional und praktisch unterstützen können.

Bitten Sie Freunde und Familie um Hilfe und/oder nutzen Sie öffentliche und/oder staatliche Einrichtungen, um mit Stress fertig zu werden und besser damit umgehen zu können.

ddp

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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