Forschung: Bereits eine Avocado pro Woche senkt Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 6. Juli 2022, Lesezeit: 4 Minuten

Laut neuen Forschungsergebnissen, die im Journal of the American Heart Association veröffentlicht wurden, ist der Verzehr von zwei oder mehr Portionen Avocados pro Woche mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Wirkung von Avocados auf die Gesundheit

In Avocados sind zahlreiche Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren, insbesondere einfach ungesättigte Fettsäuren (gesunde Fettsäuren), und andere vorteilhafte Bestandteile enthalten, die mit einer guten Herz-Kreislauf-Gesundheit in Verbindung gebracht werden.

Aus klinischen Studien ist bekannt, dass Avocados einen positiven Einfluss auf Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie etwa einen hohen Cholesterinspiegel haben.

Die vorliegende Studie liefert weitere Belege dafür, dass der Verzehr von ungesättigten Fetten pflanzlichen Ursprungs die Qualität der Ernährung verbessern kann und ein wichtiger Bestandteil der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, kommentiert Dr. Lorena S. Pacheco von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston die Studienergebnisse.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verfolgten 30 Jahre lang mehr als 68.780 Frauen (im Alter von 30 bis 55 Jahren) sowie mehr als 41.700 Männer (im Alter von 40 bis 75 Jahren).

Bei Beginn der Untersuchung waren alle Teilnehmenden an keiner Krebserkrankung, koronaren Herzkrankheit und keinem Schlaganfall erkrankt und lebten in den Vereinigten Staaten.

Im Verlauf der mehr als 30 Jahre dauernden Nachbeobachtungszeit dokumentierten die Forschenden etwas mehr als 9.000 Fälle von koronarer Herzkrankheit und 5.290 Schlaganfälle.

Zu Beginn der Studie und anschließend alle vier Jahre bewerteten die Wissenschaftler die Ernährung der Teilnehmenden anhand von Fragebögen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme.

Sie ermittelten den Avocadoverzehr anhand eines Fragebogenpunkts, in dem nach der Menge und der Häufigkeit des Verzehrs gefragt wurde. Eine Portion entsprach der Hälfte einer Avocado oder einer halben Tasse Avocado.

Geringeres Risiko für koronare Herzkrankheiten

Im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die nie oder selten Avocados verzehrten, hatten diejenigen, die mindestens zwei Portionen Avocados pro Woche aßen, ein um 16 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein um 21 Prozent geringeres Risiko für koronare Herzkrankheiten (Durchblutungsstörungen des Herzmuskels).

Bei der Auswertung der Daten wurde eine Vielzahl von kardiovaskulären Risikofaktoren und die gesamte Ernährung berücksichtigt wurden.

Auf der Grundlage einer statistischen Modellierung war der Ersatz einer halben täglichen Portion Margarine, Butter, Ei, Joghurt, Käse oder verarbeiteten Fleischsorten wie Speck durch die gleiche Menge Avocado mit einem 16 bis 22 Prozent niedrigeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Avocado vs. Olivenöl

Der Ersatz einer halben Tagesportion Avocado durch die gleiche Menge Olivenöl, Nüsse und andere Pflanzenöle zeigte keinen zusätzlichen Nutzen.

In Bezug auf das Schlaganfallrisiko und die Menge der verzehrten Avocados wurden keine signifikanten Zusammenhänge festgestellt.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie stimmen mit den Empfehlungen der American Heart Association überein, die eine mediterrane Ernährung empfiehlt – eine Ernährung mit Schwerpunkt auf Gemüse, Gemüse, Getreide, Fisch und anderen gesunden Lebensmitteln sowie pflanzlichen Fetten wie Olivenöl, Rapsöl, Sesamöl und anderen nicht-tropischen Pflanzenölen.

Da es sich bei der Studie um eine Beobachtungsstudie handelt, kann eine direkte Ursache und Wirkung nicht nachgewiesen werden. Zwei weitere Einschränkungen der Studie betreffen die Datenerhebung und die Zusammensetzung der Studienpopulation.

Die Analysen der Studie können möglicherweise durch Messfehler beeinträchtigt werden, da der Verzehr von Nahrungsmitteln selbst angegeben wurde.

Die meisten Teilnehmenden der Studie waren weiße Krankenschwestern und Angehörige der Gesundheitsberufe, so dass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf andere Gruppen übertragbar sind.

Quellen

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