Forschung: Bereits eine Avocado pro Woche senkt Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

American Heart Association, Ernährung und Gesundheit, Gesundheitsnews, Medizin und Forschung

Torsten Lorenz, aktualisiert am 18. September 2023, Lesezeit: 4 Minuten

Laut einer im Journal of the American Heart Association veröffentlichten Studie ist der Verzehr von zwei oder mehr Portionen Avocados pro Woche mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Gesundheitliche Wirkungen von Avocados

Avocados sind reich an Ballaststoffen, ungesättigten Fettsäuren, insbesondere einfach ungesättigten Fettsäuren (gesunden Fettsäuren), und anderen vorteilhaften Nährstoffen, die mit einer guten Herz-Kreislauf-Gesundheit in Verbindung gebracht werden.

Die vorliegende Studie liefert weitere Belege dafür, dass der Verzehr von ungesättigten Fetten pflanzlichen Ursprungs die Qualität der Ernährung verbessern kann und ein wichtiger Bestandteil der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, kommentiert Dr. Lorena S. Pacheco von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston die Studienergebnisse.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beobachteten über einen Zeitraum von 30 Jahren mehr als 68.780 Frauen (im Alter von 30 bis 55 Jahren) und mehr als 41.700 Männer (im Alter von 40 bis 75 Jahren).

  • Zu Beginn der Studie waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer frei von Krebs, koronarer Herzkrankheit und Schlaganfall und lebten in den USA.
  • Während der Nachbeobachtungszeit von mehr als 30 Jahren dokumentierten die Forscherinnen und Forscher etwas mehr als 9.000 Fälle von koronarer Herzkrankheit und 5.290 Schlaganfälle.

Zu Beginn der Studie und danach alle vier Jahre bewerteten die Wissenschaftler die Ernährung der Teilnehmer mit Hilfe von Fragebögen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme.

Den Verzehr von Avocados ermittelten sie anhand einer Frage zur Menge und Häufigkeit des Verzehrs. Eine Portion entsprach einer halben Avocado oder einer halben Tasse Avocado.

Geringeres Risiko für koronare Herzkrankheit

Im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die nie oder selten Avocados aßen, hatten diejenigen, die mindestens zwei Portionen Avocados pro Woche verzehrten, ein um 16 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein um 21 Prozent geringeres Risiko für koronare Herzkrankheiten (Durchblutungsstörungen des Herzmuskels).

Bei der Auswertung der Daten wurde eine Vielzahl von kardiovaskulären Risikofaktoren und die gesamte Ernährung berücksichtigt.

Die statistische Modellierung ergab, dass der Ersatz einer halben Portion Margarine, Butter, Ei, Joghurt, Käse oder verarbeitetem Fleisch wie Speck pro Tag durch die gleiche Menge Avocado mit einem um 16 bis 22 Prozent geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden war.

Avocado, Nüsse und Olivenöl

Der Ersatz einer halben Tagesportion Avocado durch die gleiche Menge Olivenöl, Nüsse oder andere Pflanzenöle brachte keinen zusätzlichen Nutzen.

Es wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Schlaganfallrisiko und der Menge der verzehrten Avocados festgestellt.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie stimmen mit den Empfehlungen der American Heart Association überein, die eine mediterrane Ernährung empfiehlt – eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse, Getreide, Fisch und anderen gesunden Lebensmitteln sowie pflanzlichen Fetten wie Olivenöl, Rapsöl, Sesamöl und anderen nicht-tropischen Pflanzenölen.

Da es sich bei der Studie um eine Beobachtungsstudie handelt, kann ein direkter kausaler Zusammenhang nicht nachgewiesen werden. Zwei weitere Einschränkungen der Studie betreffen die Datenerhebung und die Zusammensetzung der Studienpopulation.

  • Die Analysen der Studie können durch Messfehler beeinträchtigt werden, da der Lebensmittelkonsum von den Teilnehmenden selbst angegeben wurde.
  • Da es sich bei den meisten Teilnehmenden der Studie um weiße Krankenschwestern und Pflegekräfte handelte, sind die Ergebnisse möglicherweise nicht auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar.

Quellen

vgt"


Dieser Beitrag wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Fachliteratur und fundierter empirischer Studien und Quellen erstellt und in einem mehrstufigen Prozess überprüft.

Wichtiger Hinweis: Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Weltweite Tabakrisiko-Aufklärung Wissenslücke bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Passivrauchen

Tabakrisiken: Warum das Wissen weltweit kaum wächst

Tabakrisiken: Warum das Wissen weltweit kaum wächst, trotz der Gefahren von Passivrauchen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen....

Trauma und Bindungsstil: Wie Paare mit Konflikten in der Beziehung umgehen

Wie frühere Traumata den Umgang mit Beziehungskonflikten prägen

Erfahren Sie mehr darüber, wie das Verhalten in Beziehungen durch frühere Traumata und Bindungsstile geprägt wird....

Freundschaft und Ähnlichkeit: Warum emotionale Nähe von gemeinsamen Merkmalen abhängt

Ähnlichkeit unter Freunden fördert emotionale Nähe

Erfahren Sie, wie die Ähnlichkeit unter Freunden emotionale Nähe fördert, laut einer neuen Analyse von Markus Jokela....

Bluttest zur Früherkennung von Alzheimer bei Down-Syndrom

Neue Bluttests erkennen Alzheimer bei Menschen mit Down-Syndrom zuverlässig

Neue Bluttests erkennen Alzheimer bei Menschen mit Down-Syndrom zuverlässig und bieten eine weniger belastende Diagnostik....

CHST7-Signalweg blockiert Herzzellen-Reprogrammierung nach Herzinfarkt

Herzzellen-Reparatur: Forscher entdecken zentrale molekulare Barriere

Neue Erkenntnisse zur Herzzellen-Reparatur: Forscher zeigen, wie eine molekulare Hemmung die Regeneration blockiert....