Studien zur Wirkung von Massagen auf die Gesundheit

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Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 3. November 2021

Massagen als Therapieform können bei der Behandlung von Krankheiten oder zur Verbesserung des Wohlbefindens beitragen. Die Massage wurde seit jeher in den meisten Kulturen, sowohl im Osten als auch im Westen, praktiziert und war eines der ersten Mittel, das die Menschen zur Schmerzlinderung eingesetzt haben.

Welche verschiedenen Arten von Massagen gibt es?

Der Begriff Massagetherapie umfasst viele Techniken. Die in den westlichen Ländern am weitesten verbreitete Form der Massagetherapie wird als schwedische oder klassische Massage bezeichnet; sie bildet den Kern der meisten Massageausbildungsprogramme. Jede Massage-Technik ist individuell gestaltet, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Zu den bekanntesten und am häufigsten praktizierten Massagetechniken gehören unter anderem:

Schwedische Massage: Therapeuten verwenden eine Vielzahl von Streichbewegungen und Drucktechniken, um den Blutfluss zum Herzen zu verbessern, Abfallprodukte aus dem Gewebe zu entfernen, Bänder und Sehnen zu dehnen und körperliche und emotionale Spannungen abzubauen.

Reflexzonenmassage: Hierbei wenden Therapeuten spezielle Daumen- und Fingertechniken an Händen und Füßen an. Reflexologen glauben, dass diese Bereiche „Reflexpunkte“ oder direkte Verbindungen zu bestimmten Organen und Strukturen im ganzen Körper enthalten.

Triggerpunkt-Massage: Druck wird auf „Triggerpunkte“ (empfindliche Bereiche, in denen die Muskeln geschädigt sind) ausgeübt, um Muskelkrämpfe und Schmerzen zu lindern.

Sportmassage: Die Sportmassage wird häufig bei Profisportlern und anderen sportlich aktiven Menschen angewandt und kann die Leistung steigern sowie Sportverletzungen vorbeugen und behandeln.

Lymphatische Massage: Die Therapeuten verwenden leichte, rhythmische Streichbewegungen, um den Fluss der Lymphe (farblose Flüssigkeit, die bei der Bekämpfung von Infektionen und Krankheiten hilft) im gesamten Körper zu verbessern. Eine der beliebtesten Formen der Lymphmassage, die manuelle Lymphdrainage, konzentriert sich auf den Abfluss überschüssiger Lymphe.

Craniosacral-Massage: Der Masseur übt sanften Druck auf den Kopf und die Wirbelsäule aus, um Ungleichgewichte zu korrigieren und den Fluss der Gehirnflüssigkeit in diesen Bereichen wiederherzustellen.

Myofasziale Entspannung: Therapeuten verwenden sanften Druck und Körperpositionierung, um die Muskeln, Faszien (Bindegewebe) und die damit verbundenen Strukturen zu entspannen und zu dehnen. Diese Technik wird von geschulten Physiotherapeuten und Massagetherapeuten angewandt.

Rolfing: Therapeuten üben Druck auf die Faszien (Bindegewebe) aus, um sie zu dehnen, zu verlängern und flexibler zu machen. Ziel dieser Massagetechnik ist es, den Körper wieder so auszurichten, dass er Energie spart, Spannungen abbaut und besser funktioniert.

Polarity-Therapie: Die Polaritätstherapie ist eine Form der Energieheilung, die den Energiefluss im Körper stimuliert und ausgleicht, um Gesundheit und Wohlbefinden zu verbessern.

Aromatherapie-Massage: Ätherische Öle aus Pflanzen werden in die Haut einmassiert, um die heilende und entspannende Wirkung der Massage zu verstärken. Es wird angenommen, dass ätherische Öle eine starke Wirkung auf die Stimmung haben, indem sie zwei Strukturen tief im Gehirn stimulieren, die dafür bekannt sind, Emotionen und Erinnerungen zu speichern.

Shiatsu: Therapeuten üben sanften Finger- und Handdruck auf bestimmte Punkte des Körpers aus, um Schmerzen zu lindern und den Energiefluss (Qi) durch die Energiebahnen des Körpers (Meridiane genannt) zu verbessern. Shiatsu ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin weit verbreitet.

Anwendungsgebiete von Massagen

Massagen beziehungsweise eine Massagetherapie werden beispielsweise bei folgenden Symptomen, Erkrankungen und Beschwerden angewendet:

  • Angst
  • Depressionen
  • Schlaflosigkeit
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Zerebralparese
  • Verdauungsstörungen
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Postoperative Rehabilitation
  • Frakturen / Sportverletzungen
  • Zerrungen und Verstauchungen
  • Rehabilitation nach Verletzungen
  • Schwangerschafts- und Geburtshilfe
  • Rücken-, Nacken- und Schulterverspannungen

Massage bei Schmerzen

Die Massagetherapie wurde bei verschiedenen Arten von Schmerzen untersucht, darunter Schmerzen im unteren Rückenbereich, Nacken- und Schulterschmerzen, Schmerzen bei Arthrose im Knie und Kopfschmerzen.

Wirkung einer Massagetherapie bei Schmerzen im unteren Rückenbereich

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen zur Massage bei Kreuzschmerzen haben nur geringe Anhaltspunkte dafür ergeben, dass sie hilfreich sein könnte.

Die Agency for Healthcare Research and Quality (USA) untersuchte in einer 2016 durchgeführten Evaluation nichtmedikamentöser Therapien bei Rückenschmerzen insgesamt 20 Studien, in denen Massagen mit der üblichen Behandlung oder anderen Maßnahmen verglichen wurden.

Im Ergebnis wurde festgestellt, dass es zwar Anhaltspunkte dafür gibt, dass Massagen bei chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich hilfreich sind, die Beweiskraft der Studien jedoch gering ist.

Die US-Behörde untersuchte auch sechs Studien, in denen verschiedene Arten von Massagen verglichen wurden, kam jedoch zu dem Schluss, dass die Beweislage unzureichend war, um zu sagen, ob bestimmte Arten von Massagen wirksamer waren als andere.

Eine 2015 durchgeführte Untersuchung von 25 Studien ergab, dass sowohl bei akuten als auch bei chronischen Rückenschmerzen eine kurzfristige Verbesserung der Schmerzen nach einer Massagetherapie eintrat.

Da die Qualität der Studien jedoch gering war, kamen die Forscher, die die Untersuchung durchführten, zu dem Schluss, dass sie „sehr wenig Vertrauen“ in die Wirksamkeit von Massagen bei Rückenschmerzen haben.

Wirkung von Massagen bei Nacken- und Schulterschmerzen

Massagen können bei Nacken- und Schulterschmerzen hilfreich sein, aber die Wirkung hält möglicherweise nur kurze Zeit an.

Eine 2013 durchgeführte Auswertung von 12 Studien ergab, dass die Massagetherapie sowohl bei Nacken- als auch bei Schulterschmerzen hilfreicher war als inaktive Therapien, aber nicht wirksamer als andere aktive Therapien. Bei Schulterschmerzen hatte die Massagetherapie nur einen kurzfristigen positiven Effekt.

Eine 2016 durchgeführte Auswertung von 4 in den Vereinigten Staaten durchgeführten Studien zeigte, dass Massagen eine kurzfristige Linderung von Nackenschmerzen bewirken können, wenn die Massagesitzungen lang genug und häufig genug sind.

Wirkung bei Kniearthrose

Osteoarthritis des Knies: Die wenigen Forschungsarbeiten, die zur Massagetherapie bei Kniearthrose durchgeführt wurden, deuten darauf hin, dass sie kurzfristig zur Linderung von Knieschmerzen beitragen kann.

Von sechs Studien, in denen die Massagetherapie bei Kniearthrose untersucht wurde, ergaben fünf davon eine kurzfristige Schmerzlinderung. In zwei der Studien, die eine Schmerzlinderung zeigten, wurden ätherische Öle verwendet (Aromatherapie-Massage).

Wirkung von Massagen bei Kopfschmerzen

Es gibt nur eine kleine Anzahl von Studien zur Massage bei Kopfschmerzen. Diese Studien untersuchten verschiedene Arten von Massage und verschiedene Arten von Kopfschmerzen.

Die Ergebnisse sind nicht konsistent. In einer Studie aus dem Jahr 2016 wurden zwei Arten von Massage (Lymphdrainage und traditionelle Massage) einmal wöchentlich über acht Wochen bei Migränepatienten untersucht.

Die Häufigkeit der Migräne verringerte sich in beiden Gruppen im Vergleich zu Personen auf einer Warteliste.

In einer Studie aus dem Jahr 2015 wurden Personen mit Spannungskopfschmerzen in drei unterschiedliche Gruppen eingeteilt und erhielten entweder sechs Wochen lang zweimal wöchentlich eine Massage an myofaszialen Triggerpunkten oder eine inaktive Behandlung (Ultraschall) zu oder wurden auf eine Warteliste gesetzt (keine Behandlung; Kontrollgruppe).

Bei den Teilnehmern, die entweder eine Massage oder eine inaktive Behandlung erhielten, ging die Häufigkeit der Kopfschmerzen zurück, aber es gab keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

Wirkung bei Krebspatienten

Massagen bei Krebs: Mit angemessenen Vorsichtsmaßnahmen kann die Massagetherapie Teil der unterstützenden Behandlung von Krebspatienten sein, die sie ausprobieren möchten; die Beweise dafür, dass sie Schmerzen und Ängste lindern kann, sind jedoch nicht überzeugend.

Die Massagetherapie, mit oder ohne Aromatherapie (Verwendung ätherischer Öle), wurde eingesetzt, um Schmerzen, Angstzustände und andere Symptome bei Krebspatienten zu lindern.

Eine 2016 durchgeführte Auswertung von 19 Studien über Massagen bei Krebspatienten ergab einige Hinweise darauf, dass Massagen bei Schmerzen und Angstzuständen helfen könnten, aber die Qualität der Studienergebnisse war sehr gering (da die meisten Studien klein und einige möglicherweise verzerrt waren), und die Ergebnisse waren nicht widerspruchsfrei.

In den klinischen Praxisleitlinien in den USA (Leitlinien für US-Ärzte beziehungsweise Ärztinnen) für die Behandlung von Brustkrebs-Patientinnen wird die Massage als eine von mehreren Maßnahmen genannt, die bei Stressabbau, Angstzuständen, Depressionen, Müdigkeit und Lebensqualität hilfreich sein können.

In den US-amerikanischen Leitlinien für die klinische Praxis zur Behandlung von Lungenkrebspatienten wird vorgeschlagen, dass die Massagetherapie als Teil der unterstützenden Behandlung von Patienten eingesetzt werden kann, deren Ängste oder Schmerzen durch die übliche Behandlung nicht ausreichend kontrolliert werden können.

Massagetherapeuten müssen bei der Arbeit mit Krebspatienten möglicherweise ihre gewohnten Techniken modifizieren; so müssen sie beispielsweise in Bereichen, die aufgrund von Krebs oder Krebsbehandlungen empfindlich sind, weniger Druck als üblich ausüben.

Wirkung von Massage bei Fibromyalgie-Symptomen

Eine Massagetherapie kann bei einigen Fibromyalgie-Symptomen hilfreich sein, wenn sie lange genug fortgesetzt wird.

Eine 2014 durchgeführte Auswertung von 9 Studien kam zu dem Schluss, dass eine mindestens fünfwöchige Fortführung der Massagetherapie bei Menschen mit Fibromyalgie zu einer Verbesserung von Schmerzen, Angstzuständen und Depressionen führte, aber keine Auswirkungen auf Schlafstörungen hatte.

Eine 2015 durchgeführte Auswertung von insgesamt 10 Studien verglich die Auswirkungen verschiedener Arten der Massagetherapie und kam zu dem Ergebnis, dass die meisten Massagearten positive Auswirkungen auf die Lebensqualität von Menschen mit Fibromyalgie haben.

Eine Ausnahme könnte die schwedische Massage sein; zwei Studien zu dieser Art von Massage (mit insgesamt 56 Teilnehmern) zeigten keinen Nutzen.

Wirkung bei Menschen mit HIV/AIDS

Es gibt einige Hinweise darauf, dass eine Massagetherapie für Menschen mit HIV/AIDS bei Angstzuständen, Depressionen und Lebensqualität von Nutzen sein kann, aber der Umfang der Forschung und die Zahl der untersuchten Personen sind gering.

Eine Auswertung von vier Studien aus dem Jahr 2010 ergab, dass eine Massagetherapie die Lebensqualität von Menschen mit HIV oder AIDS verbessern kann.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2013 lässt den Schluß zu, dass Massage bei Depressionen bei Menschen mit HIV hilfreich sein kann, und eine Studie aus dem Jahr 2017 mit Menschen mit HIV legt nahe, dass Massage bei Angstzuständen hilfreich sein kann.

Risiken und Nebenwirkungen von Massagen

Das Risiko von gesundheitsschädlichen Wirkungen der Massagetherapie scheint gering zu sein. Es gab jedoch seltene Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen, wie Blutgerinnsel, Nervenverletzungen oder Knochenbrüche.

Einige der gemeldeten Fälle betrafen kräftige Massagearten, wie beispielsweise die Tiefengewebsmassage, oder Patienten, die einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt sind, wie beispielsweise ältere Menschen.

Video: Was tun bei Hüftschmerzen (Quelle: NDR Ratgeber)

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Quelle: Medizindoc mit Material von NIH / NHS/ NCCIH

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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