Columbia University: Studie zeigt, was den Hunger abschaltet und beim Abnehmen hilft

Medizin News, Gesundheit und Forschung

Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 24. November 2020

Gewicht abnehmen: Laut einer neuen Studie des Irving Medical Center der Columbia University in New York hat ein Hormon, das das Sättigungsgefühl und die Nahrungsaufnahme bei Mäusen unterdrücken kann, bei Menschen und nichtmenschlichen Primaten ähnliche Ergebnisse gezeigt.

Mithilfe des Hormons Lipocalin-2 (LCN2) könnten Menschen, die an Fettleibigkeit leiden und deren natürliche Signale für ein Sättigungsgefühl nicht mehr richtig funktionieren, möglicherweise behandelt werden.

Das Hormon Lipocalin-2 (LCN2) wird überwiegend von Knochenzellen produziert und kommt auf natürliche Weise sowohl in Mäusen als auch in Menschen vor. Versuche an Mäusen konnten bereits nachweisen, dass die langfristige Verabreichung von Lipocalin-2 (LCN2) an Tiere die Nahrungsaufnahme verringert und die Gewichtszunahme hemmt, ohne dass es zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels kommt.

Die Wirkung von Lipocalin-2 (LCN2) beruht nach Aussage von Peristera-Ioanna Petropoulou, die zum Zeitpunkt der Durchführung der Studie als Postdoktorandin am Irving Medical Center der Columbia University tätig war, auf einem Sättigungssignal nach der Nahrungsaufnahme, wodurch die Mäuse ihre Nahrungszufuhr einschränken und zwar durch eine Wirkung auf den Hypothalamus im Gehirn.


Die Forscher wollten prüfen, ob die Wirkung von Lipocalin-2 (LCN2) beim Menschen ähnlich ist und ob eine Dosis davon die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann.

Dazu werteten die Wissenschaftler zunächst Daten aus vier verschiedenen Studien mit Menschen in den USA und Europa aus, die entweder normalgewichtig oder übergewichtig waren oder mit Übergewicht zu kämpfen hatten.

In jeder dieser Studie erhielten die Testpersonen nach einer nächtlichen Fastenkur eine Mahlzeit und es wurde der Anteil von Lipocalin-2 (LCN2) in ihrem Blut vor und nach der Mahlzeit ermittelt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass bei normalgewichtigen Personen nach der Mahlzeit ein Anstieg der Lipocalin-2-Konzentration im Blut auftrat, der mit der Zufriedenheit nach dem Essen zusammenfiel.

Dagegen sanken die Lipocalin-2-Werte bei übergewichtigen oder fettleibigen Personen nach dem Essen. Ausgehend von dieser Reaktion nach einer Mahlzeit ordneten die Forscher die Personen als Non-Responder oder Responder ein. Die Non-Responder, die nach dem Essen keinen Anstieg des Lipocalin-2-Spiegels zeigten, hatten tendenziell einen größeren Taillenumfang und höhere Kennzeichen einer Stoffwechselerkrankung – darunter ein erhöhter Body-Mass-Index, Körperfett, erhöhter Blutdruck und erhöhter Blutzuckerspiegel.

Auffällig war jedoch, dass bei Menschen, die nach einer Magenbypass-Operation an Gewicht verloren hatten, eine wiederhergestellte Sensibilität gegenüber Lipocalin-2 (LCN2) festgestellt wurde. Damit änderte sich ihr Status von Non-Respondern vor der Operation zu Respondern nach der Operation.

Zusammengefasst entsprechen diese Studienergebnisse denen von Mäusen und deuten darauf hin, dass dieser Ausfall der Lipocalin-2-Regulation nach dem Essen ein neuer Wirkmechanismus ist, der zur Fettleibigkeit beiträgt und ein potenzielles Ziel für Behandlungen zur Gewichtsabnahme sein könnte.

Nach Überprüfung, dass Hormon Lipocalin-2 (LCN2) ins Gehirn gelangen kann, untersuchte das Forscherteam, ob eine entsprechende Behandlung mit dem Hormon die Nahrungsaufnahme reduzieren und eine Gewichtszunahme verhindern könnte. Dazu behandelten die Forscher eine Woche lang Affen mit Lipocalin-2 (LCN2).

Bereits nach einer Woche stellten sie einen Rückgang der Nahrungsaufnahme um 28 Prozent im Vergleich zu der vor der Behandlung fest. Die Affen fraßen auch 21 Prozent weniger als ihre Artgenossen, die nur mit Kochsalzlösung behandelt wurden. Ferner zeigten die Messungen von Körpergewicht, Körperfett und Blutfettwerten bei den behandelten Tieren nach nur einer Woche Behandlung einen rückläufigen Trend.

Die Forscher konnten nachweisen, dass das Hormon Lipocalin-2 (LCN2) ins Gehirn gelangt, seinen Weg in den Hypothalamus findet und die Nahrungsaufnahme bei nichtmenschlichen Primaten hemmt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen laut Stavroula Kousteni, Professorin für Physiologie und Zelluläre Biophysik am Irving Medical Center der Columbia University, dass das Hormon mit vernachlässigbarer Toxizität den Appetit zügeln kann, und legen den Grundstein für die nächste Stufe der LCN2-Tests für die klinische Anwendung. Die Forschungsergebnisse der Studie wurden in dem Fachblatt eLife veröffentlicht.

(Quelle: Columbia University Irving Medical Center / eLife)

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Gewicht abnehmen: Laut einer neuen Studie des Irving Medical Center der Columbia University in New York hat ein Hormon, das das Sättigungsgefühl und die Nahrungsaufnahme bei Mäusen unterdrücken kann, bei Menschen und nichtmenschlichen Primaten ähnliche Ergebnisse gezeigt. Mithilfe des Hormons Lipocalin-2 (LCN2) könnten Menschen, die an…
Universität Rutgers/Mayo-Klinik: Die frühzeitige Einnahme von Antibiotika bei Kindern birgt das Risiko von verschiedenen gesundheitlichen chronischen Erkrankungen, insbesondere wenn sie mehrfach verschrieben werden. Laut einer gemeinsam verfassten Studie von Forschern der Mayo-Klinik und der Universität Rutgers haben Kinder unter 2 Jahren, die Antibiotika einnehmen, ein höheres…
Ursachen und Symptome von Zöliakie behandeln: Wissenschaftler der McMaster Universit in Hamilton, Kanada, haben kürzlich entdeckt, dass Tryptophan, eine Aminosäure, die beispielsweise in Sojabohnen, Parmesankäse, Fisch und Fleisch vorkommt, zusammen mit einigen Probiotika, dabei helfen könnte, Zöliakie zu heilen und besser auf eine glutenfreie Ernährung zu reagieren.…
Abnehmen und Diäten: Reicht Willensstärke, um Gewicht abzunehmen? Was, wenn sich die Wahrscheinlichkeit, wie wirksam eine Diät beziehungsweise ein Programm zur Gewichtsabnahme wäre, mit einem MRT-Scan feststellen ließ? Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität des Negev (BGU) in Israel haben ein neuronales Subnetzwerk aus verbundenen Regionen zwischen dem Gehirn und…
Diabetes Typ-2: Die Funktion des Herzens kann bei Patienten mit Diabetes Typ-2 durch aerobes Bewegungstraining (Sport) deutlich verbessert werden, so das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie von Forschern der Universität Leicester und der Universität Loughborough. Die Studie, die vom National Institute for Health Research (NIHR) finanziert und am…
Melinjo-Samenextrakt aktiviert einer Studie der Universität Kumamoto zu Folge Adiponectin, ein Peptidhormon das in den Fettzellen gebildet wird und gemeinsam mit anderen Fettgewebshormonen das Hungergefühl reguliert und bei Fettleibigkeit und Diabetes helfen kann. In Südostasien gehören die Früchte, Blüten und Blätter des indonesischen Melinjo-Baums zu den…
Unabhängig von Fettleibigkeit hat eine zuckerreiche Ernährung negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen, so das Ergebnis einer Studie unter der Leitung des MRC London Institute of Medical Sciences, Großbritannien. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die kürzere Überlebensdauer von Fruchtfliegen, die mit zuckerreicher Nahrung gefüttert wurden,…
Durch das Einatmen von schmutziger Luft werden Darmbakterien beziehungsweise das Darmmikrobiom stark angegriffen. Dadurch erhöht sich das Risiko von Fettleibigkeit, Diabetes, Magen-Darm-Erkrankungen und anderen chronischen Krankheiten, wie neue Forschungsergebnisse der University of Colorado Boulder zeigen. Die Ergebnisse der Studie wurden online in der Zeitschrift Environment International…
Nobiletin – Wirkung und Vorkommen: Fettleibigkeit und die daraus resultierenden metabolischen Syndrome sind eine enorme Belastung für die betroffenen Menschen und es gibt nur sehr wenige Behandlungen, die nachweislich wirksam sind. Nobiletin, ein Molekül in Mandarinen und Orangen könnte Übergewicht und Fettleibigkeit reduzieren und Herzkrankheiten und…
Ist eine ketogene Diät gefährlich? Keto-Diät wirkt am besten in kleinen Einheiten, berichten Yale-Wissenschaftler. Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zeigen: Eine ketogene Ernährung – die zu 99 Prozent aus Fett und nur zu ein Prozent aus Kohlenhydraten besteht – bringt kurzfristig gesundheitliche Vorteile, aber nach etwa einer…
Body-Mass-Index (BMI) und Diabetes-Typ-2-Risiko: Ein niedrigerer Body-Mass-Index ist durchweg mit einem verringerten Diabetes-Typ-2-Risiko verbunden, und zwar bei Menschen mit unterschiedlicher Familiengeschichte, genetischen Risikofaktoren und Gewicht. Dies geht aus einer Studie von Manuel Rivas von der Universität Stanford und Kollegen hervor, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift PLOS…
Mesoporöse Kieselerde-Partikel können zu neuen Behandlungsmethoden gegen Diabetes und Fettleibigkeit (Adipositas) und führen ,so eine Studie der Universität Stockholm. Eine speziell entwickelte, einnehmbare Substanz (molekulare Fallen/Filter), die aus mesoporösen Kieselerde-Partikeln besteht, kann sich positiv auf die Nahrungseffizienz und metabolische Risikofaktoren auswirken. Die in der Zeitschrift Nanomedicine…

Weitere Medizin Docs News

Bei Schmerzen und mentalen Leiden

 

Sehen Sie hier Berichte von Patienten zur Yager-Methode. In einer Studie des Subliminan Therapy Institute zeigte sich, dass nach nur 4 Stunden Behandlung mit Yager Schmerzen und mentale Leiden der Patienten um mindestens 80% vermindert waren.

Mehr zur Methode lesen

Menü