Dirk de Pol, aktualisiert am 28. Dezember 2021, Lesezeit: 2 Minuten

In den letzten 30 Jahren ist der Konsum von einfachem Zucker in Getränken, Süßigkeiten, Fastfood und anderen verarbeiteten Lebensmitteln sehr stark angestiegen. Insbesondere bei Jugendlichen, bei denen psychische Störungen häufiger auftreten, ist die Aufnahme von Einfachzucker höher als jemals zuvor.

Ähnliches gilt bemerkenswerter Weise für alle Patienten mit psychischen Störungen. Sie konsumieren etwa das Zweifache an Zucker im Vergleich zu altersgleichen gesunden Personen. Und Patienten mit Schizophrenie, die mehr Zucker zu sich nehmen, weisen schwerere Symptome ihrer Krankheit auf.

Obwohl die negative Wirkung von einfachem Zucker auch im psychischen Bereich offensichtlich ist und sich die Beweise häufen, gelang es der Forschung bislang nicht zu beweisen, dass ein übermäßiger Zuckerkonsum zu psychischen Störungen bei anfälligen Personen beiträgt. Ein Forscherteam hat nun versucht, genau diesen Zusammenhang zu untersuchen und kausal zu erklären.

Das Forscherteam der Tokyo Metropolitan Institute of Medical Science (TMIMS) konzentrierte sich dabei auf zwei Gene, die für für psychiatrische Störungen anfällig sind, Glyoxylase-1 und Disrupted-in-schizophrenia-1. Als die Wissenschaftler in ihren Versuchen Mäuse im Pubertätsalter einem übermäßigem Zuckerkonsum aussetzen, wiesen diese schon in kurzer Zeit verschiedene Symptome auf, die einer psychischen Störung ähneln.

Die Mäuse wiesen eine verminderte sensomotorische Steuerungsfunktion, ein vermindertes Arbeitsgedächtnis, Hyperaktivität und eine abnorme Gamma-Band-Komponente im EEG auf. Damit konnten die Forscher nachweisen, dass die übermäßige Aufnahme von Zucker in der Pubertät ein umweltbedingter Risikofaktor für psychiatrische Störungen ist.

Um die Gültigkeit ihrer Ergebnisse zu überprüfen, untersuchten die Forscher auch die Gehirne von verstorbenen Patienten mit Schizophrenie und bipolarer Störung und verglichen diese mit denen der durch hohen Zuckerkonsum verhaltensauffällig gewordenen Mäuse. Sie stellten eine ähnliche Angiopathie (Durchblutungsstörung) wie bei den Mäusen fest.

Quelle: Nature, Scientific Reports, September 2021

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