Studie: Wie man mit Yoga Depressionen und Ängste lindern kann

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 15. Oktober 2022, Lesezeit: 4 Minuten

Was kann man gegen Depressionen und Angstzustände machen?

Hilft Yoga gegen Angststörungen und Depressionen? Die positiven Auswirkungen von Yoga sind durch zahlreiche wissenschaftliche Forschungen bestätigt worden. Bislang war jedoch nicht klar, auf welche Weise Yoga seine physiologische Wirkung entfaltet.

  • Nun wurde in einer wissenschaftlichen Studie der Boston University School of Medicine (BUSM) dargelegt, dass Yoga kurzfristig den Gamma-Aminobuttersäure-Spiegel (GABA) erhöhen kann und dass durch eine Yoga-Session pro Woche (90 Minuten) ein erhöhter GABA-Spiegel aufrechterhalten werden kann, der depressive Symptome lindern könnte.

Depressionen sind eine stark verbreitete und beeinträchtigende Krankheit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind jährlich etwa 16 Millionen Menschen in den USA von Depressionen betroffen.

In Deutschland sind nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe jährlich rund 11 Prozent der Frauen und 5 Prozent der Männer davon betroffen, was rund 5 Millionen Bundesbürgern entspricht.

 

Angesichts der hohen Erkrankungsrate von Depressionen wurden umfangreiche Forschungsarbeiten über wirksame Behandlungsmethoden durchgeführt.

Eine Gruppe von 30 klinisch depressiven Patienten wurde nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Beide Gruppen machten Lyengar-Yoga und kohärente Atmung, wobei der einzige Unterschied in der Anzahl der 90-minütigen Yogasitzungen und der Heimsitzungen bestand, an denen jede Gruppe teilnahm.

Über einen Zeitraum von drei Monaten wurden der einen Gruppe drei Sitzungen pro Woche zugewiesen, während die andere Gruppe nur zwei Sitzungen pro Woche zugewiesen wurden.

Die Studienteilnehmer unterzog sich vor der ersten Yogasitzung und nach der letzten Yogasitzung einer Magnetresonanztomographie (MRT) ihres Gehirns. Außerdem füllten sie eine klinische Depressionsskala aus, um ihre Symptome zu überwachen.

Die Ergebnisse zeigten, dass beide Gruppen nach drei Monaten eine Verbesserung der depressiven Symptome aufwiesen.

Die MRT-Analyse ergab, dass die GABA-Werte nach drei Monaten Yoga für etwa vier Tage nach der letzten Yogasitzung erhöht waren (im Vergleich zu den Werten vor Beginn des ersten Yoga-Sitzung).

  • Allerdings wurde der Anstieg nach etwa acht Tagen nicht mehr beobachtet.

Die Ergebnisse deuten nach Ansicht von Dr. med. Chris Streeter, Professor für Psychiatrie an der Boston University School of Medicine und Autor der Studie, darauf hin, dass der damit verbundene Anstieg der GABA-Spiegel nach einer Yogasitzung zeitbegrenzt ist, ähnlich wie bei pharmakologischen Behandlungen, so dass bei einer 90-minütigen Yoga-Sitzung pro Woche ein erhöhter GABA-Spiegel aufrechterhalten werden könnte.

Den Studienautoren zufolge wird die Bereitstellung evidenzbasierter Daten hilfreich sein, um mehr Menschen dazu zu bewegen, Yoga als Strategie zur Verbesserung ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens auszuprobieren.

Eine einzigartige Stärke dieser Studie ist nach Meinung von Co-Autorin Dr. Marisa Silveri, Neurowissenschaftlerin am McLean Hospital und Professorin für Psychiatrie an der Harvard Medical School, dass die Kombination von Yoga und Computertomographie des Gehirns wichtige neurobiologische Erkenntnisse darüber liefert, wie Yoga Depressionen und Ängste lindern kann.

  • Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass γ-Aminobuttersäure (GABA), eine wichtige neurochemische Substanz, die mit Stimmung, Angst und Schlaf zusammenhängt, in Verbindung mit Yoga signifikant erhöht ist, so die Wissenschaftlerin.

(Quelle: Boston University School of Medicine/Journal of Alternative and Complementary Medicine)

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

vgt


Quelle: Youtube/Mady Morrison

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