Darmmikrobiom und Ernährung: Welche Lebensmittel den Darm und vor Darmerkrankungen schützen

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 31. März 2023, Lesezeit: 5 Minuten

Pflanzliche Lebensmittel, mediterrane Ernährung und ein gesundes Darmmikrobiom:

Eine Studie der Universität Groningen und des Universitätsklinikums Groningendie zeigt, dass bestimmte Lebensmittel den Darm schützen können, indem sie das Wachstum von Bakterien mit entzündungshemmenden Eigenschaften fördern.

Darmmikrobiom und Ernährung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Groningen in den Niederlanden haben herausgefunden, dass bestimmte Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Brot, Fisch, Nüsse und Wein mit einem hohen Anteil nützlicher Darmbakterien in Verbindung gebracht werden, die die Biosynthese essentieller Nährstoffe und die Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFAs) unterstützen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten vier Studiengruppen: die Allgemeinbevölkerung, Patienten mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Reizdarmsyndrom (IBS, RDS). Die Forscher analysierten eine Stuhlprobe jedes Teilnehmers, um die Mikrobiota des Wirts zu rekonstruieren, und verglichen sie mit den Ergebnissen einer Untersuchung der Häufigkeit von Nahrungsmitteln.

  • Die Studienergebnisse zeigten 61 einzelne Lebensmittel, die mit mikrobiellen Populationen in Verbindung standen, und 49 Korrelationen zwischen Ernährungsmustern und mikrobiellen Gruppen.

Darmerkrankungen und Darmmikrobiom: Was fanden die Wissenschaftler heraus?

Eine Ernährung, die reich an Brot, Hülsenfrüchten, Fisch und Nüssen war, ging mit einer Verringerung potenziell schädlicher aerober Bakterien einher. Ein höherer Verzehr dieser Lebensmittel war auch mit einem geringeren Gehalt an Entzündungsmarkern im Stuhl verbunden, die bekanntermaßen bei Darmentzündungen ansteigen.

Ein höherer Verzehr von Fleisch, Fast Food oder raffiniertem Zucker war mit einer Abnahme der nützlichen Bakterienfunktionen und einem Anstieg der Entzündungsmarker verbunden. Rotwein, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Getreide, Fisch und Nüsse waren mit einem höheren Anteil von Bakterien mit entzündungshemmenden Funktionen verbunden.

Es wurde festgestellt, dass eine pflanzliche Ernährung mit einer hohen bakteriellen Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFA), der Hauptenergiequelle für die Zellen, die den Dickdarm auskleiden, verbunden ist. Außerdem wurde gezeigt, dass pflanzliche Proteine die Biosynthese von Vitaminen und Aminosäuren sowie den Abbau von Zuckeralkoholen und die Ammoniumausscheidung fördern.

Was ist die Darmmikrobiota?

Darmmikrobiota ist die Bezeichnung für die Mikrobenpopulation, die im Darm lebt. Studien haben gezeigt, dass Darmmikroben eine wichtige Rolle für die menschliche Gesundheit spielen, einschließlich immunologischer, metabolischer und neurologischer Eigenschaften.

Es wurde auch ein Zusammenhang mit Adipositas festgestellt, und bei Menschen mit entzündlichen Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom (RDS), psoriatischer Arthritis, Diabetes, atopischem Ekzem, Zöliakie und Arterienverkalkung wurde ein Mangel an Vielfalt in der Mikrobiota nachgewiesen. Bei diesen Erkrankungen wurden bestimmte Ernährungsgewohnheiten als Risikofaktoren identifiziert. Diese neuen Forschungsergebnisse zeigen, dass die Darmmikrobiota dazu beitragen kann, den Zusammenhang zwischen Ernährung und Krankheit zu erklären.

Welche Belastung stellen Darmerkrankungen dar?

Darmerkrankungen stellen eine erhebliche finanzielle Belastung für die europäische Wirtschaft, die Bevölkerung und die Gesundheitssysteme dar. Etwa 3 Millionen Menschen in Europa sind von Reizdarmsyndrom betroffen, und die direkten Gesundheitskosten werden auf bis zu 5,6 Milliarden Euro geschätzt.

  • Fettleibigkeit (Adipositas) stellt ein noch größeres Problem für die öffentliche Gesundheit dar, da mehr als 50 Prozent der europäischen Bevölkerung als übergewichtig oder fettleibig gelten und sich die damit verbundenen Kosten auf 81 Milliarden Euro pro Jahr belaufen.

Die Forscher haben den Zusammenhang zwischen Ernährungsmustern oder einzelnen Lebensmitteln und der Darmmikrobiota eingehend untersucht. Indem sie die Ernährung mit dem Darmmikrobiom in Verbindung bringen, können die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Ernährung und Darmerkrankungen besser verstehen.

Die Studienergebnisse deuten nach Aussage von Laura Bolte vom University Medical Center Groningen, Niederlande, darauf hin, dass die Ernährung durch die Modulation des Darmmikrobioms zu einer wichtigen und ernstzunehmenden Behandlungsform oder zum Krankheitsmanagement bei Darmerkrankungen werden kann.

Eine Ernährung, die durch Nüsse, Früchte, einen höheren Verzehr von Gemüse und Hülsenfrüchten im Vergleich zu tierischem Eiweiß gekennzeichnet ist, kombiniert mit einem moderaten Verzehr von tierischen Lebensmitteln wie Fisch, magerem Fleisch, Geflügel, fermentierten fettarmen Milchprodukten und Rotwein sowie einem geringeren Verzehr von rotem Fleisch, verarbeitetem Fleisch und Süßigkeiten, steht in unserer Studie in einem positiven Zusammenhang mit dem Darmökosystem, so die Wissenschaftlerin abschließend.

Fazit: Ausreichend pflanzliche Lebensmittel, eine mediterrane Ernährung und ein gesundes Darmmikrobiom können helfen, vor Darmerkrankungen zu schützen.

  • Die Studie wurde auf der UEG-Woche (United European Gastroenterology) in Barcelona vorgestellt und in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Gut veröffentlicht.

Quellen

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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