Forschung: Blutgefäße und Herzfunktion lassen sich einfach und nicht-invasiv verbessern

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Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 9. August 2022

Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen: Der Großteil der Herzinfarkte und Schlaganfälle weltweit ist ischämisch, was bedeutet, dass ein Blutgerinnsel oder eine Plaqueansammlung in einer Arterie verhindert, dass sauerstoffreiches Blut die Zellen im Herzen oder im Gehirn erreicht. Ist der Blutfluss zu lange blockiert, stirbt das Gewebe ab.

Blutgefäße trainieren, Gewebeschäden verringern

Doch ähnlich wie sich die Muskeln durch Sport an ein anstrengenderes Training anpassen können, weisen immer mehr wissenschaftliche Studien darauf hin, dass kurze, wiederholte Unterbrechungen der Durchblutung mit einer Blutdruckmanschette dazu beitragen können, Gewebeschäden zu verringern und die schlimmsten Folgen von Herzinfarkten und Schlaganfällen zu verhindern.

Nicht-invasive Methode verbessert Herzfunktionen

Eine einfache, nicht-invasive Methode kann die Gefäß- und Herzfunktionen verbessern, den Blutdruck leicht senken und die Arbeitsbelastung des Herzens verringern.

In einem kürzlich im Journal of Physiology veröffentlichten Forschungsbericht hat James Lang, Assistant Professor für Kinesiologie an der Iowa State University, die Ergebnisse von fast 100 Studien – darunter auch einige seiner eigenen – zusammengefasst. Laut Lang beinhaltet die ischämische Vorkonditionierung (RIPC) in der Regel fünf Minuten erhöhten Druck auf den Arm eines Menschen, gefolgt von fünf Minuten Ruhe, die drei- bis viermal wiederholt werden.

Die ischämische Vorkonditionierung (RIPC) ist ein vorübergehender, sanfter Eingriff unterhalb der Schwelle der Schädigung, der es entfernten Organen ermöglicht, eine Toleranz gegenüber nachfolgenden, längeren ischämischen Anfällen zu erreichen.

Potenziale der ischämischen Vorkonditionierung

Obwohl mehrere Studien gezeigt haben, dass eine einzige RIPC-Behandlung (ischämische Vorkonditionierung) ein schützendes Zeitfenster schafft, das 48 Stunden später seinen Höhepunkt erreicht, deuten Experimente aus Langs Labor, die von anderen Wissenschaftlern wiederholt wurden, darauf hin, dass eine Vorkonditionierung an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen den Schutz verstärken und andere gesundheitliche Vorteile begünstigen kann.

Nach Angaben von Prof. James Lang gibt es eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten und Potenziale für ischämische Vorkonditionierung (RIPC): Menschen, die sich auf eine bevorstehende Operation vorbereiten; Menschen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben und ein höheres Risiko haben, dass es erneut passiert; Menschen, die sich nicht bewegen können, Bluthochdruck haben oder an Schlafapnoe leiden, so der Wissenschaftler.

Selbst Astronauten können seiner Meinung nach von einer ischämischen Vorkonditionierung (RIPC) profitieren. Astronauten trainieren oft bis zu zwei Stunden am Tag, um Herz- und Muskelschwund durch die Schwerelosigkeit im Weltraum vorzubeugen, erklärt der Forscher. Das Training mit einer Blutdruckmanschette könnte eine effektive Ergänzung zu ihrem Training sein.

Allerdings muss noch viel mehr geforscht werden, um sicherzustellen, dass eine ischämische Vorkonditionierung (RIPC) in verschiedenen Situationen und für verschiedene Bevölkerungsgruppen wirksam ist.

Das meiste, was über die zugrunde liegenden Mechanismen und die Dauer der schützenden Wirkung bekannt ist, stammt aus Tiermodellen aus den 1980er und 1990er Jahren.

Steigerung der Mikrozirkulationskapazität

Bei einer weiteren Studie, die 2018 im Journal of Physiology veröffentlicht wurde, stellten Lang und sein Forschungsteam fest, dass eine Woche ischämische Vorkonditionierung (RIPC) die Mikrozirkulationskapazität der Probanden um bis zu 50 Prozent steigerte.

In einer anderen Studie, die 2020 in Experimental Physiology veröffentlicht wurde, wurde ein leichter Blutdruckabfall und eine weniger aktive „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion gemessen, während die Probanden ruhten.

Insgesamt wurden die Blutgefäße der Versuchspersonen verbessert und die Arbeitsbelastung des Herzens möglicherweise verringert.

Nach Aussage von Lang erhöht ein Verlust der Elastizität der Blutgefäße (d. h. das Ausmaß, in dem sich die Arterien verengen oder erweitern können) das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle sowie Demenz.

Diabetes und Wundheilung

Gegenwärtig arbeitet der Forscher an der Universität Des Moines daran, zu untersuchen, wie eine ischämische Vorkonditionierung (RIPC) Menschen mit Diabetes helfen könnte, die mit langsam heilenden Wunden zu kämpfen haben.

Ein zu hoher Blutzuckerspiegel kann kleine Blutgefäße und Nerven schädigen und die Arterien mit Plaque überziehen, wodurch es schwieriger wird, weiße Blutkörperchen und Nährstoffe zu den Wunden zu bringen.

Auch wenn die möglichen Nebenwirkungen einer ischämischen Vorkonditionierung (RIPC) sehr gering sind, sollte jeder, der es außerhalb einer Forschungsstudie selbst ausprobieren möchte, vorher mit seinem Arzt sprechen, sagt die Forscher.

Quellen

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