Studie: Welche Ernährung das Risiko für Bluthochdruck (Hypertonie) senkt

American Heart Association, Medizin News, Gesundheit und Forschung

Torsten Lorenz, Beitrag vom 10. März 2022

Proteinvielfalt steigern: Das Risiko, an Bluthochdruck (Hypertonie) zu erkranken, kann bei Erwachsenen durch eine ausgewogene Ernährung mit einer größeren Vielfalt an Eiweißquellen (Proteinquellen) gesenkt werden.

Dies geht aus neuen Forschungsergebnissen hervor, die in der Fachzeitschrift Hypertension veröffentlicht wurden.

Bis zu 30 Millionen Menschen in Deutschland leidet an Bluthochdruck (Hypertonie) – einer der Hauptursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bleibt Bluthochdruck unbehandelt, schädigt er das Kreislaufsystem und ist ein wichtiger Faktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Erkrankungen.

Die Ernährungsweise kann eine einfach anzuwendende und wirksame Maßnahme zur Bekämpfung des Bluthochdrucks sein.

Laut Studienautor Dr. Xianhui Qin von der Southern Medical University in Guangzhou, China, ist Eiweiß (Proteine) neben Fett und Kohlenhydraten einer der drei wichtigsten Makronährstoffe.

Zwischen schlechter Ernährungsweise und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht ein starker Zusammenhang.

Die American Heart Association rät in ihren Ernährungsrichtlinien zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit zum Verzehr gesunder Eiweißquellen (Proteinquellen).

Die Eiweißquellen (Proteinquellen) sollten überwiegend pflanzlicher Herkunft sein und zudem auch Meeresfrüchte und fettarme oder fettfreie Milchprodukte sowie, falls gewünscht, mageres Fleisch und unverarbeitete Fleischsorten oder Geflügel umfassen.

Die American Heart Association empfiehlt, täglich ein bis zwei Portionen bzw. 156 Gramm Eiweiß (Protein) zu essen.

Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler an der Southern Medical University die Gesundheitsdaten von fast 12.200 in China lebenden Erwachsenen, die zwischen 1997 und 2015 an mindestens zwei von sieben Befragungsrunden des China Health and Nutrition Survey teilgenommen hatten.

Anhand der Anzahl der verzehrten Proteinquellen (Vollkorn, raffiniertes Getreide, verarbeitetes rotes Fleisch, unverarbeitetes rotes Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte) erhielten die Befragungsteilnehmer eine Punktzahl für die Proteinvielfalt.

Für jede Proteinquelle wurde ein Punkt vergeben, wobei die maximale Punktzahl bei acht lag. Die Forscher bewerteten dann die Assoziation mit neu auftretendem Bluthochdruck in Abhängigkeit von der Punktzahl für die Proteinvielfalt.

Neu aufgetretener Bluthochdruck (Hypertonie) wurde definiert als systolischer Blutdruck (oberste Zahl) von mindestens 140 mm Hg und/oder diastolischer Blutdruck (unterste Zahl) von mindestens 90 mm Hg, Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten oder Selbstauskunft, dass ein Arzt seit dem letzten Befragungsbesuch Bluthochdruck diagnostiziert hat.

Die durchschnittliche Zeit bis zur Nachuntersuchung betrug 6 Jahre.

Die Untersuchung der Forscher ergab, dass sich bei mehr als 35 Prozent der fast 12.200 Erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich während der Nachbeobachtung ein neu aufgetretener Bluthochdruck entwickelte.

Verglichen mit den Personen mit dem niedrigsten Wert für die Eiweißzufuhr (weniger als 2) hatten diejenigen mit dem höchsten Wert (4 oder höher) ein um 66 Prozent geringeres Risiko, Bluthochdruck (Hypertonie) zu entwickeln.

Für jede der 8 Proteinsorten gab es ein Fenster der Verzehrmenge, in dem das Risiko für Bluthochdruck geringer war. Die Forscher bezeichneten dies als die angemessene Verzehrsmenge.

Bei Betrachtung der Gesamtmenge der Proteinzufuhr wurde die konsumierte Menge in fünf Kategorien eingeteilt, von der geringsten bis zur höchsten Zufuhr.

Menschen, die die geringste Gesamtproteinmenge zu sich nahmen, und diejenigen, die am meisten Protein zu sich nahmen, hatten das höchste Risiko für das erneute Auftreten von Bluthochdruck (Hypertonie).

Die Empfehlung der Wissenschaftler für die Gesundheit des Herzens lautet, dass eine ausgewogene Ernährung mit Proteinen aus verschiedenen Quellen, anstatt sich auf eine einzige Proteinquelle zu konzentrieren, dazu beitragen kann, die Entwicklung von Bluthochdruck (Hypertonie) zu verhindern.

Quellen: National Clinical Research Center for Kidney Disease at Nanfang Hospital, Southern Medical University, Guangzhou, China (南方医科大学) / American Heart Association / Hypertension (2022)

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