Studie: Einfluss des Phosphat- und Eisengehalts im Blut auf das Altern

Anti-Aging und Alternsforschung, Gesundheitsnews, Medizin und Forschung, Karolinska Institutet

Torsten Lorenz, aktualisiert am 1. April 2023, Lesezeit: 6 Minuten

Was beeinflusst das Altern und den Alterungsprozess?

Einfluss des Eisengehalts im Blut auf das Altern

Wissenschaftler des Universität Edinburgh und des Max-Planck-Instituts haben Gene identifiziert, die mit dem Altern in Zusammenhang stehen und die erklären könnten, warum Menschen unterschiedlich altern. Der Eisengehalt im Blut könnte den Studienergebnissen zu Folge der Schlüssel zur Verlangsamung des Alterns sein.

Lässt sich der Alterungsprozess stoppen?

Die internationale wissenschaftliche Studie mit genetischen Daten von mehr als einer Million Menschen legt den Schluss nahe, dass die Aufrechterhaltung eines gesunden Eisenspiegels im Blut ein Schlüssel für ein besseres Altern und ein längeres Leben sein könnte.

Die Forschungsergebnisse könnten die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen, um altersbedingte Krankheiten zu reduzieren, die Zahl der gesunden Lebensjahre zu erhöhen und die Chancen auf ein krankheitsfreies Leben bis ins hohe Alter zu verbessern, so die Wissenschaftler.

Die Forscher der Universität Edinburgh und des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns in Deutschland konzentrierten sich bei ihrer Untersuchung auf drei Messgrößen des biologischen Alterns: die Lebensdauer, die krankheitsfreien Lebensjahre und die extreme Langlebigkeit.

Das biologische Altern – die Geschwindigkeit, mit der sich unser Körper im Laufe der Zeit verschlechtert – ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und führt zu tödlichen Krankheiten wie Herzerkrankungen, Demenz und Krebs.

  • Für ihre Analyse kombinierten die Wissenschaftler Informationen aus drei öffentlich zugänglichen Datensätzen. Der kombinierte Datensatz entsprach der Untersuchung von 1,75 Millionen Lebensjahren oder mehr als 60.000 extrem langlebigen Menschen.

Das Forscherteam identifizierte zehn Genomregionen, die mit Gesundheit und Langlebigkeit in Zusammenhang stehen. Sie stellten außerdem fest, dass die mit Eisen in Verbindung gebrachten Gensätze in ihrer Analyse aller drei Alterungsmaße überrepräsentiert waren.

Dies wurde durch eine statistische Methode bestätigt, die als Mendelsche Randomisierung bezeichnet wird. Dies deutet darauf hin, dass Gene, die am Eisenstoffwechsel im Blut beteiligt sind, für ein gesundes und langes Leben mitverantwortlich sind.

Der Eisengehalt im Blut wird durch die Ernährung beeinflusst. Ungewöhnlich hohe oder niedrige Werte stehen dabei in Zusammenhang mit altersbedingten Erkrankungen wie Lebererkrankungen, Parkinson und der Abnahme der Fähigkeit des Körpers, Infektionen im höheren Alter zu bekämpfen.

Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte die Entwicklung eines Medikaments, das den Einfluss der genetischen Variation auf den Eisenstoffwechsel nachahmt, ein zukünftiger Schritt sein, um bestimmte Auswirkungen des Alterns zu verhindern. Dazu sind jedoch noch weitere Forschungsarbeiten erforderlich.

Vorzeitiges biologisches Altern durch rotes Fleisch?

Den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge deuten die Ergebnisse der Studie stark darauf hin, dass ein hoher Eisengehalt im Blut die gesunden Lebensjahre eines Menschen verkürzt. Wenn es gelänge, diese Werte in den Griff zu bekommen, könnten altersbedingte Schäden verhindert werden.

Die Forscher gehen davon aus, dass die neuen Erkenntnisse über den Eisenstoffwechsel auch eine Erklärung dafür liefern könnten, warum ein sehr hoher Verzehr von eisenreichem rotem Fleisch mit altersbedingten Krankheiten wie Herzerkrankungen in Verbindung gebracht wird.

  • Die Studie wurde in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Einfluß der Phosphatwerte im Blut auf vorzeitige Alterungsprozesse

Eine Ernährung mit zu viel rotem Fleisch und zu wenig Obst und Gemüse könnte das „biologische Alter“ des Körpers erhöhen und zu Gesundheitsproblemen beitragen.

Eine von der Universität Glasgow geleitete und in der Fachzeitschrift Aging veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass ein moderater Anstieg des Phosphatspiegels im Blut durch den Verzehr von rotem Fleisch in Verbindung mit einer schlechten allgemeinen Ernährung das biologische Alter im Gegensatz zum chronologischen Alter (Lebensjahre) erhöht.

Die Studiendaten deuten darauf hin, dass das beschleunigte biologische Altern und die Phosphatwerte aus der Ernährung bei den am stärksten benachteiligten Männern direkt mit der Häufigkeit des Verzehrs von rotem Fleisch zusammenhingen.

  • Den Forscherinnen und Forschern zufolge wirkt sich der übermäßige Verzehr von rotem Fleisch besonders auf diese Gruppe aus, da sie sich schlecht ernährt und zu wenig Obst und Gemüse zu sich nimmt“.

Die vom Institute of Cancer Sciences in Zusammenarbeit mit dem Karolinska Institutet in Stockholm, Schweden, durchgeführten Untersuchungen haben auch gezeigt, dass ein hoher Phosphatspiegel bei benachteiligten Männern mit einer verminderten Nierenfunktion und sogar mit einer zugrunde liegenden leichten bis mittelschweren chronischen Nierenerkrankung in Zusammenhang steht.

  • Laut Professor Paul Shiels von der University of Glasgow liefern die Forschungsdaten dieser Studie Beweise für einen mechanistischen Zusammenhang zwischen einer hohen Phosphatzufuhr und altersbedingten Erkrankungen, die mit dem sozioökonomischen Status zusammenhängen.

Die Beobachtungen deuten darauf hin, dass ein erhöhter Verzehr von rotem Fleisch bei sozial benachteiligten Männern, die sich bereits schlecht ernähren und weniger Obst und Gemüse als empfohlen zu sich nehmen, negative Auswirkungen hat.

In dieser Gruppe könnten sich die Auswirkungen einer hohen Phosphataufnahme im Serum noch verstärken. Bemerkenswert ist auch, dass diese Effekte bei weniger benachteiligten Männern und Frauen nicht beobachtet werden, insbesondere bei einer ausgewogeneren Ernährung.

Phosphat kommt natürlicherweise in Grundnahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern, Milchprodukten und Gemüse vor. Die Aufnahme von natürlichem Phosphat über den Darm wird nur geringfügig reguliert, da die Absorption effizient ist, so dass eine hohe Aufnahme zu deutlich erhöhten Phosphatspiegeln im Blut führt, was sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann.

So wurde ein hoher Phosphatgehalt in der Nahrung bereits mit einem erhöhten Gesamt- und kardiovaskulären Sterblichkeitsrisiko (Mortalitätsrisiko), vorzeitiger Gefäßalterung und Nierenerkrankungen in Verbindung gebracht.

Auffallend war, so Professor Shiels, dass viele der Probanden eine Nierenfunktion aufwiesen, die auf eine beginnende oder frühe chronische Nierenerkrankung hindeutete. Es wurde auch festgestellt, dass die Qualität und Konservierung von rotem Fleisch einen Einfluss auf die Ernährung und Gesundheit der Ärmsten haben kann.

Die Wissenschaftler beobachteten signifikante Zusammenhänge zwischen dem Phosphatgehalt im Blut und biologischen Altersmarkern, einschließlich des DNA-Gehalts und der Telomerlänge.

Quellen

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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