Studie: Biologisches Alter verrät alles über unsere Langlebigkeit

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M.A. Dirk de Pol, aktualisiert am 18. September 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Das chronologische Alter basiert auf dem Geburtsdatum einer Person. Das epigenetische Alter bezieht sich auf das biologische Alter der Zellen, Gewebe und Organsysteme einer Person. Wenn das epigenetische Alter einer Person höher ist als ihr chronologisches Alter, durchläuft die Person eine epigenetische Altersbeschleunigung, die mit einem höheren Risiko für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Parkinson und andere Krankheiten verbunden ist.

Eine Studie mit 1813 älteren Frauen deutet nun darauf hin, dass die beschleunigte biologische Alterung des Körpers – insbesondere die epigenetische Altersbeschleunigung – mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einhergeht, 90 Jahre alt zu werden und auch körperlich mobil zu sein und über intakte geistige Funktionen zu verfügen.

Ein institutsübergreifendes Forscherteam unter der Leitung der Herbert Wertheim School of Public Health and Human Longevity Science an der University of California San Diego berichtet nun, dass die epigenetische Altersbeschleunigung als Biomarker für eine gesunde Langlebigkeit und zur Einschätzung der funktionellen und kognitiven Alterung verwendet werden könnte.

Der Ansatz der Studie

Die Forscher fragten sich, was wäre, wenn eine Möglichkeit bestünde, zu messen, wie schnell wir altern, und unsere Chancen auf ein langes und gesundes Leben vorhersagen könnten? In der Alternsforschung wird dies die Gesundheitsspanne eines Menschen genannt.

Auf der Grundlage von vier verschiedenen epigenetischen „Uhren“, die die biologische Alterung messen, war jede der von den Forscher gemessenen epigenetische Altersbeschleunigung von fünf bis acht Jahren mit einer um 20 bis 32 % geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden, ein Alter von 90 Jahren mit intakter Mobilität und kognitiven Funktionen zu erreichen.

Im Rahmen der prospektiven Studie analysierte das Forscherteam Daten über den körperlichen und kognitiven Zustand von 1 813 Frauen. Das mittlere Sterbealter der Teilnehmerinnen lag bei 90 Jahren.

Von dieser Kohorte überlebten 464 Frauen bis zum Alter von 90 Jahren mit intakter Mobilität und kognitiven Funktionen, 420 lebten bis zum Alter von 90 Jahren, aber ohne intakte Mobilität und kognitive Funktionen, und 929 Frauen starben vor Erreichen des 90.

Die Studienteilnehmerinnen waren zu Beginn der Studie 70 bis 72 Jahre alt und wurden mindestens bis zum Alter von 90 Jahren oder bis zu ihrem Tod beobachtet. Die Assoziationen der epigenetischen Altersbeschleunigungsuhren mit gesunder Langlebigkeit erwiesen sich als unabhängig von anderen Merkmalen, die bei den langlebigen Frauen mit intakter Mobilität und intaktem Gedächtnis im Vergleich zu denen, die nicht bis zum Alter von 90 Jahren überlebten, häufiger vorkamen.

Was sind die Ergebnisse der Studie?

Schon frühere Studien haben den Forschern zufolge gezeigt, dass eine epigenetische Altersbeschleunigung mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist. Die neue Studie sei jedoch die erste, die den Zusammenhang zwischen langsamerer Altersbeschleunigung und dem Erreichen eines Alters von 90 Jahren bei erhaltener Mobilität und Gedächtnis untersucht hat.

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass wir die epigenetische Altersbeschleunigung nutzen können, um das Risiko abzuschätzen, dass ein Individuum eine gesunde Langlebigkeit nicht erreicht, was zukünftig ein rechtzeitiges Gegensteuern erlauben könnte.

Quelle

Purva Jain et al, Analysis of Epigenetic Age Acceleration and Healthy Longevity Among Older US Women, JAMA Network Open (2022).

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