Forschung: Mesoporöse Partikel zur Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit?

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 15. Juni 2023, Lesezeit: 3 Minuten

Mesoporöse Siliziumdioxidpartikel können zu neuen Behandlungsmethoden gegen Diabetes und Fettleibigkeit (Adipositas) und führen, so eine Studie der Universität Stockholm.

Diabetes Typ 2 und Typ 1 Ursachen Symptome Folgen und ErnährungEin speziell entwickelter, einnehmbarer Stoff (molekulare Fallen/Filter), der aus mesoporösen Siliziumdioxidpartikeln besteht, kann sich positiv auf die Nahrungseffizienz und metabolische Risikofaktoren auswirken.

  • Mesoporöse Festkörper sind poröse Materialien mit Porendurchmessern zwischen 2 Nanometern und 50 Nanometern.
  • Mesoporöse Siliziumdioxidpartikel (MSP) können als Lebensmittelzusatzstoffe, in der klinischen Anwendung für therapeutische Zwecke oder als orale Darreichungsform verwendet werden.

Die in dem Fachblatt Nanomedicine veröffentlichten Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial, die Energiezufuhr des Körpers zu reduzieren und könnten zu neuen Behandlungsmethoden für Fettleibigkeit und Diabetes führen.

Bislang gibt es keine wirksame Behandlung der Fettleibigkeit (Adipositas), die die Gewichtszunahme hemmt oder die Gewichtsabnahme ohne störende Nebenwirkungen fördert.

  • Viele der derzeitigen Medikamente verwenden winzige pharmakologische Wirkstoffe, die den Körper auf unterschiedliche Weise negativ beeinflussen können.

Mesoporöse Siliciumdioxidpartikel (Mesoporöse Siliciumdioxid-Nanopartikel) sind laut Professor Tore Bengtsson vom Institut für Molekulare Biowissenschaften des Wenner-Gren-Instituts an der Universität Stockholm eine Art von absorbierbaren synthetischen Siliciumdioxidpartikeln, die mit einer großen Oberfläche und verschiedenen Porengrößen hergestellt werden können.

Das Forscherteam stellte die Hypothese auf, dass die Partikel als „Molekularsiebe“ im Darm eingesetzt werden könnten, um Verdauungsenzyme, die die Nahrung abbauen, abzufangen und zu blockieren und so die Energieaufnahme des Körpers (gemessen als Nahrungseffizienz) zu verringern.

In der Studie wurden Mäuse mit fettreicher, kalorienreicher Nahrung gefüttert, die mit speziell entwickelten mesoporösen Siliciumdioxidpartikeln vermischt war, um eine Gewichtszunahme zu erreichen.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die mesoporösen Siliciumdioxidpartikel die Nahrungseffizienz um 33 Prozent reduzierten, was zu einer geringeren Gewichtszunahme und einem positiven Effekt auf das metabolische Profil führte, sowie zu signifikant niedrigeren Werten der Fettgewebe– und Leptinbildung, zusammen mit niedrigeren Werten des zirkulierenden Insulinhormon.

Die in dieser Studie vorgestellten Daten legen den Schluss nahe, dass maßgeschneiderte mesoporöse Siliciumdioxidpartikel zur Behandlung von Fettleibigkeit und Diabetes beim Menschen eingesetzt werden könnten, insbesondere wenn man ihr ausgezeichnetes Sicherheitsprofil berücksichtigt, erklärt Professor Tore Bengtsson.

Quellen

  • Universität Stockholm (Stockholms universitet, SU)
  • Rinde M, Kupferschmidt N, Iqbal MN, Robert-Nicoud G, Johnston EV, Lindgren M, Bengtsson T. Mesoporous silica with precisely controlled pores reduces food efficiency and suppresses weight gain in mice. Nanomedicine (Lond). 2020 Jan;15(2):131-144. doi: 10.2217/nnm-2019-0262.
  • Rouquerol, J. et al.: Recommendations for the characterization of porous solids. In: Pure Appl. Chem. 66. Jahrgang, 1994, S. 1739–1758, doi:10.1351/pac199466081739

 

vgt


Quelle: YouTube/NDR Ratgeber


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