Besteht eine Verbindung zwischen Nikotinsucht und Diabetes Typ 2?

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 17. Mai 2023, Lesezeit: 3 Minuten

Entstehung von Typ-2-Diabetes mellitus: Wie wirkt sich Rauchen auf das Diabetesrisiko aus?

  • Mehrere wissenschaftliche Studien zu Diabetes haben gezeigt, dass Raucher häufiger an Typ-2-Diabetes erkranken als Nichtraucher.

Forscherinnen und Forscher der Icahn School of Medicine at Mount Sinai haben in Versuchen mit Ratten herausgefunden, welche Rolle ein bestimmtes Gen, dass auch das Belohnungs- und Ablehnungsverhalten im Gehirn reguliert, bei Raucherinnen und Rauchern für die Entstehung von Typ-2-Diabetes spielt.

Rolle des Krankheitsgens bei Diabetes mellitus Typ 2

  • Die Wissenschaftler fanden in ihrer Studie heraus, dass ein mit Diabetes assoziiertes Gen (Tcf7l2) bei der Regulierung der Reaktion auf Nikotin im Gehirn eine entscheidende Rolle spielt.

Diabetes Typ 2 und Typ 1 Ursachen Symptome Folgen und ErnährungDas Krankheits-Gen Typ Tcf712 reguliert die Expression von Genen in der Bauchspeicheldrüse und in der Leber, die den Blutzuckerspiegel bestimmen.

Außerdem regelt des Gen Tcf712 die Reaktion der Zellen in der Habenula, einem Bereich des Gehirns, der Prozesse wie das Belohnungs- und Ablehnungsverhalten bezogen auf Nikotin kontrolliert.

Die Studie ergab, dass Gen Tcf712 (Transcription-Factor-7-Like-2-Gen) einen Kreislauf steuert, der für den Nikotin-induzierten Anstieg des Blutzuckers verantwortlich ist.

Um den Zusammenhang zwischen Tcf7l2, Nikotinsucht und Blutzuckerregulation zu untersuchen, haben Forscher Tcf7l2 bei Ratten genetisch deaktiviert.

Die mutierten Ratten nahmen bei jeder Verabreichung von sich aus immer mehr Nikotin auf. Während die Deaktivierung der Tcf7l2-Funktion in der Habenula den Nikotinkonsum der Ratten erhöhte, verringerte diese Änderung unerwarteterweise auch den Nikotin-getriebenen Blutzuckeranstieg und schützte vor dem Auftreten von Diabetes-assoziierten Anomalien des Blutzuckerspiegels.

Dieser unerwartete Befund lässt nach Aussage von NIDA-Direktorin Dr. Nora D. Volkow auf einen Zusammenhang zwischen dem Nikotinkonsum und dem Auftreten von Typ-2-Diabetes schließen, der Auswirkungen auf zukünftige Präventions- und Behandlungsstrategien für beide Krankheiten hat.

Obwohl Sucht eine Gehirnerkrankung ist, unterstreicht diese Entdeckung, wie die komplexen Funktionen des Körpers in herausragender Weise miteinander verbunden sind, so die Wissenschaftlerin.

Projiziert man diese Ergebnisse bei Ratten auf Zigarettenraucher, deuten sie auf eine komplexe Dynamik hin, bei der Schwankungen des Tcf7l2-Gens sowohl das Risiko einer Tabaksucht als auch die Entwicklung eines tabakassoziierten Diabetes mellitus Typ-2 beeinflussen können.

Allgemein lassen diese Befunde darauf schließen, dass Diabetes mellitus Typ-2 – und möglicherweise andere mit dem Zigarettenrauchen in Zusammenhang stehende Krankheiten, bei denen Abnormalitäten im autonomen Nervensystem eine Rolle spielen, wie Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – vom Gehirn ausgehen und durch Nikotin verursachte Wechselwirkungen implizieren, die zwischen Habenula und peripherem Nervensystem hervorgerufen werden.

Quellen

vgt


Quelle: YouTube/NDR Ratgeber


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