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Braunes Fettgewebe schützt vor zahlreichen chronischen Krankheiten

Studie: Braunes Fettgewebe schützt vor zahlreichen chronischen Krankheiten

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Ein Beitrag der Medizin Doc Redaktion vom 5. Januar 2021

Im Gegensatz zu weißem Fettgewebe, das Kalorien speichert, verbrennt braunes oder plurivakuoläres Fettgewebe Energie und produziert durch die Oxidation von Fettsäuren Wärme (Thermogenese). Wissenschaftler hoffen, dass braunes Fett der Schlüssel zu neuen Therapien gegen Fettleibigkeit sein könnte.

Eine wissenschaftliche Studie von Forschern der Rockefeller University, die in dem englischen Fachblatt Nature Medicine veröffentlicht wurde, liefert nun eindeutige Beweise: Unter mehr als 52.000 Studienteilnehmern hatten die Probanden mit nachweisbarem braunem Fettgewebe ein geringeres Risiko, an Herz- und Stoffwechselkrankheiten zu erkranken, wie zum Beispiel Diabetes Typ 2 oder koronare Herzerkrankungen.

Die Studie bestätigt und erweitert den Forschern zufolge die gesundheitlichen Vorteile von braunem Körperfett, die in früheren Studien bereits vermutet wurde.

Auch wenn braunes Fettgewebe schon seit Jahrzehnten bei Neugeborenen und Tieren untersucht wird, erkannten Wissenschaftler erst 2009, dass es auch bei einigen Erwachsenen vorkommt, vor allem im Bereich des Nackens und der Schultern. Seither bemühen sich Forscher, die schwer zu fassenden Fettzellen zu studieren, die die Fähigkeit besitzen, Kalorien zu verbrennen.

Umfangreiche Studien zum braunen Fett waren bisher jedoch praktisch unmöglich, da dieses Gewebe nur auf PET-Scans, einer speziellen Art der medizinischen Bildgebung, sichtbar ist. Diese Untersuchungen sind teuer, aber was noch viel entscheidender ist, sie verwenden Strahlung, so die Autoren der Studie.

Schützendes Fettgewebe

Gemeinsam mit Wissenschaftlern von Memorial Sloan Kettering Cancer Center, einer New Yorker Krebsklink, untersuchten die Forscher 130.000 PET-Scans von mehr als 52.000 Patienten und fanden bei fast 10 Prozent der Personen braunes Fettgewebe. Diese Zahl ist den Forschern zufolge wahrscheinlich zu niedrig angesetzt, da die Patienten angewiesen worden waren, Kälte, Sport und Koffein zu vermeiden, von denen man annimmt, dass sie die Aktivität des braunen Fett erhöhen.

Laut den Studienergebnissen traten eine Reihe von häufigen und chronischen Krankheiten bei Menschen mit nachweisbarem braunem Fettgewebe weniger häufig auf. Zum Beispiel hatten nur 4,6 Prozent der untersuchten Personen mit braunen Fett Diabetes Typ 2, verglichen mit 9,5 Prozent der Personen, die nachweisbar kein braunes Körperfett hatten. Ebenso hatten 18,9 Prozent der untersuchten Teilnehmer mit braunem Fett einen nicht normalen Cholesterinspiegel, im Vergleich zu 22,2 Prozent bei den Menschen ohne braunes Fettgewebe.

Die Untersuchungen ergaben außerdem drei weitere Erkrankungen, für die Menschen mit braunem Fett ein geringeres Risiko haben: Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und koronare Herzkrankheit – diese Zusammenhänge waren in früheren Studien nicht beobachtet worden.

Ebenfalls überraschend war die Erkenntnis, dass braunes Fettgewebe die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Fettleibigkeit verringern kann. Allgemein haben fettleibige Menschen ein erhöhtes Risiko für Herz- und Stoffwechselerkrankungen. Die Wissenschaftler fanden in ihrer Studie jedoch heraus, dass bei fettleibigen Menschen, die braunes Fett haben, die Häufigkeit dieser Erkrankungen ähnlich hoch war wie bei nicht fettleibigen Menschen. Es scheint fast so, als ob Menschen mit braunem Körperfett vor den schädlichen Auswirkungen des weißen Fettes geschützt sind, so die Forscher.

Die genauen Mechanismen, durch die braunes Fett zu einer besseren Gesundheit beitragen kann, sind noch unklar, doch es gibt einige Anhaltspunkte. Die Zellen des braunen Fettgewebes verbrauchen zum Beispiel Glukose, um Kalorien zu verbrennen, und es ist möglich, dass dadurch der Blutzuckerspiegel gesenkt wird, ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes.

Bei anderen Erkrankungen wie Bluthochdruck, der eng mit dem Hormonsystem verbunden ist, ist die Rolle des braunen Fettgewebes noch ein Rätsel. Die Forscher ziehen die Möglichkeit in Erwägung, dass braunes Fettgewebe mehr tut, als Glukose zu verbrauchen und Kalorien zu verbrennen. Es könnte sogar an der hormonellen Signalübertragung an andere Organe beteiligt.

(Quellen: Nature Medicine / Rockefeller University / Tobias Becher, Srikanth Palanisamy, Daniel J. Kramer, et al.: Brown adipose tissue is associated with cardiometabolic health, 2021)

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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