Forschung: Süßstoffe schaden mehr als nützen und tragen zu Diabetes bei

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 22. Januar 2020, Lesezeit: 3 Minuten

Sind Süßstoffe schädlich? Künstliche Süßstoffe wie Sucralose, Saccharin, Aspartam oder Cyclamat könnten nach Ansicht von Forschern der University of South Australia zu Diabetes Typ-2 beitragen.

Gewichtszunahme durch Süßstoffe

Ein kürzlich veröffentlichter Forschungsbericht unter der Leitung von Professor Peter Clifton von der University of South Australia offenbart, dass Menschen, die kalorienarme Süßstoffe (low-calorie sweeteners; LCS) verwenden, mit größerer Wahrscheinlichkeit an Gewicht zunehmen und damit genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie erwarten. Und das, obwohl klinische Studien zeigen, dass künstliche Süßstoffe zu einer Gewichtsabnahme führen.

In den vergangenen 20 Jahren hat die Verwendung von kalorienarmen Süßstoffen (LCS) bei Kindern um 200 Prozent und bei Erwachsenen um 54 Prozent zugenommen, sagt Prof. Peter Clifton.

Nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit

Kalorienarme Süßstoffe werden anstelle von Saccharose, Glukose und Fruktose verwendet. Jüngste Studien haben allerdings auf mögliche nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit hingewiesen.

Laut Prof. Clifton hat beispielsweise eine US-Studie mit mehr als 5.000 Erwachsenen über einen Zeitraum von sieben Jahren ergeben, dass diejenigen, die große Mengen an künstlichen Süßstoffen (wie zum Beispiel Sucralose, Saccharin, Aspartam oder Cyclamat) zu sich nehmen, stärker an Gewicht zunahmen als diejenigen, die keine Süßstoffe konsumierten.

Nach Aussage von Prof. Clifton reduzieren Menschen, die künstlichen Süßstoffe konsumieren nicht ihre Gesamtaufnahme von Zucker. Sie nehmen sowohl Zucker als auch kalorienarme Süßstoffe zu sich und haben möglicherweise das psychologische Gefühl, dass sie sich ihren Lieblingsspeisen hingeben können. Künstliche Süßstoffe verändern zudem die Darmbakterien, was zu einer Gewichtszunahme und zum Risiko von Diabetes Typ-2 führen kann.

Künstlich gesüßte Getränke werden auch mit einem erhöhten Risiko für Tod und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für Schlaganfälle und Demenz bei älteren Menschen in Verbindung gebracht, allerdings ist nicht klar, warum.

Vorteile einer gesunden Ernährung

Prof. Clifton verweist in seiner wissenschaftliche Auswertung von 13 Studien, in denen die Auswirkungen der Einnahme von künstlich gesüßte Getränken (ASB) auf das Risiko von Diabetes Typ-2 untersucht wurden. Eine dieser Studien ergab beispielsweise, dass der Verzicht auf ASB in zuckergesüßten Getränken oder Fruchtsäften mit einem um 5 bis 7 Prozent geringeren Risiko für Diabetes Typ-2 verbunden war.

„Eine bessere Option als kalorienarme Süßungsmittel ist es, sich an eine gesunde Ernährung zu halten, die viel Vollkorn, Milchprodukte, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst sowie einfaches Wasser umfasst“, sagt Prof. Clifton.

Quellen

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
vgt

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