Forschung: So schädlich sind Süßstoffe für die Gesundheit

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 4. März 2023, Lesezeit: 4 Minuten

Sind Süßstoffe schädlich?

Künstliche Süßstoffe wie Sucralose, Saccharin, Aspartam oder Cyclamat könnten zu Typ-2-Diabetes beitragen, so Forscher der University of South Australia.

Gewichtszunahme durch Süßstoffe

Ein kürzlich veröffentlichter Forschungsbericht unter der Leitung von Professor Peter Clifton von der University of South Australia zeigt, dass Menschen, die kalorienarme Süßstoffe (Low-Calorie Sweeteners, LCS) verwenden, eher an Gewicht zunehmen und damit genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie sich erhoffen. Und das, obwohl klinische Studien zeigen, dass künstliche Süßstoffe zu einer Gewichtsabnahme führen.

  • In den letzten 20 Jahren hat nach Aussage von Prof. Peter Clifton die Verwendung von Süßstoffen bei Kindern um 200 Prozent und bei Erwachsenen um 54 Prozent zugenommen.

Nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit

Kalorienarme Süßstoffe werden anstelle von Saccharose, Glukose und Fruktose verwendet. Neuere Studien weisen jedoch auf mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit hin.

So hat laut Prof. Clifton eine US-amerikanische Studie mit mehr als 5.000 Erwachsenen über einen Zeitraum von sieben Jahren gezeigt, dass Personen, die große Mengen künstlicher Süßstoffe (wie Sucralose, Saccharin, Aspartam oder Cyclamat) zu sich nahmen, mehr an Gewicht zunahmen als Personen, die keine Süßstoffe konsumierten.

Laut Prof. Clifton reduzieren Menschen, die künstliche Süßstoffe zu sich nehmen, nicht ihre gesamte Zuckeraufnahme. Sie nehmen sowohl Zucker als auch kalorienarme Süßstoffe zu sich und haben möglicherweise das psychologische Gefühl, sich ihren Lieblingsspeisen hingeben zu können.

Künstliche Süßstoffe verändern auch die Darmbakterien, was zu Gewichtszunahme und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes führen kann.

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Vorteile einer gesunden Ernährung

Prof. Clifton bezieht sich in seiner wissenschaftlichen Bewertung auf 13 Studien, in denen die Auswirkungen des Konsums von künstlich gesüßten Getränken (artificial sweetened beverages, ASB) auf das Risiko für Typ-2-Diabetes untersucht wurden.

Eine dieser Studien ergab beispielsweise, dass der Verzicht auf künstliche Süßstoffe in zuckergesüßten Getränken oder Fruchtsäften mit einem um 5 bis 7 Prozent geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden war.

Eine bessere Option als kalorienarme Süßungsmittel ist es, sich an eine gesunde Ernährung zu halten, die viel Vollkorn, Milchprodukte, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst sowie einfaches Wasser umfasst, so Prof. Clifton.

Künstliche Süßstoffe und Zucker vermeiden

Um gesundheitsschädliche Veränderungen im Körper zu vermeiden, sollte generell auf künstliche Süßstoffe verzichtet werden – und der Zuckerkonsum insgesamt reduziert werden. Schon nach kurzer Zeit verändert sich das Geschmacksempfinden und das Verlangen nach Süßem lässt deutlich nach.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird Müttern empfohlen, einen übermäßigen Konsum von Zuckeraustauschstoffen zu vermeiden, solange die Auswirkungen von Süßstoffen auf die Entwicklung des Kindes nicht geklärt sind.

Kein erhöhtes Krebsrisiko durch Süßstoffe nachgewiesen

Die Verwendung von künstlichen Süßstoffen, insbesondere Aspartam, Saccharin und Sucralose, wird seit langem verdächtigt, krebserregend zu sein. Bisher konnten Wissenschaftler ein erhöhtes Krebsrisiko nicht nachweisen.

Quellen

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
vgt


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