Verändert Kaffee den Geschmackssinn?

Studie: Verändert Kaffee unseren Geschmackssinn?

Ein Beitrag der Medizin Doc Redaktion vom 22. April 2020

Mit Kaffee schmeckt süßes Essen noch süßer. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Aarhus in Dänemark. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Foods veröffentlicht.

Kaffeetrinker mit einer Schwäche für dunkle Schokolade haben nun eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum beides so gut zusammenpassen zu scheint. Eine Untersuchung der Universität Aarhus, Dänemark, hat gezeigt, dass Kaffee die Empfindlichkeit für Süße verstärkt.

Im Rahmen der Studie wurden 156 Versuchspersonen vor und nach dem Kaffeetrinken auf ihren Geruchssinn und ihren Geschmackssinn getestet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden dabei keine Veränderungen des Geruchssinns, aber sie stellten fest, dass der Geschmackssinn eingeschränkt war.

„Wenn Menschen nach dem Trinken von Kaffee getestet wurden, reagierten sie sensibler auf Süßes und weniger empfindlich auf Bitteres”, erklärt Alexander Wieck Fjældstad, Associate Professor an der Universität Aarhus. Fjældstad ist sowohl in Oxford als auch an der Geschmacksklinik Øre-Næse-Halsafdelingen in Holstebro einer Forschungsgruppe angeschlossen, die sich mit Genussforschung befasst.

Um eine mögliche Rolle von Koffein im Kaffee auszuschließen, wiederholten die Wissenschaftler das Experiment mit entkoffeiniertem Kaffee. Mit demselben Ergebnis. Den Forschern zu Folge sind es wahrscheinlich einige der Bitterstoffe im Kaffee, die diesen Effekt hervorrufen.

Das könnte auch erklären, dass, wenn man ein Stück dunkle Schokolade zum Kaffee isst, der Geschmack viel milder ist, weil die die Bitterstoffe abgeschwächt und die Süße verstärkt werden.

Den Forschern zufolge wirft die Studie etwas Licht auf einen neuen Aspekt unseres Wissens über den Geruchsinn und den Geschmackssinn des Menschen. Es ist bereits bekannt, dass die Sinne des Menschen sich gegenseitig beeinflussen, aber es ist eine Überraschung, dass die Wahrnehmung von Süße und Bitterkeit so leicht beeinflusst werden kann, so die Forscher.

Nach Ansicht von Alexander Wieck Fjældstad liefern die Untersuchungsergebnisse vielleicht ein besseres Verständnis dafür, wie unsere Geschmacksknospen funktionieren. Weitere Forschung auf diesem Gebiet könnte von Bedeutung dafür sein, wie man die Verwendung von Zucker und Süßstoffen als Lebensmittelzusatzstoffe reguliert.

Ein verbessertes Wissen kann möglicherweise auch dazu genutzt werden, um Zucker und Kalorien in unserer Nahrung zu reduzieren, was für eine Reihe von Bevölkerungsgruppen von Vorteil sein könnte, darunter auch für Übergewichtige und Diabetes-Patienten.

(Quelle: Foods / Universität Aarhus)

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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