Studie: Wie Statine die Entwicklung von Parkinson-Symptomen beeinflussen 

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Medizin Doc Redaktion, Veröffentlicht am: 26.04.2022, Lesezeit: 4 Minuten

Statine sind eine Klasse von Wirkstoffen, die häufig zur Senkung des Cholesterinspiegels und zur Vorbeugung schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen verschrieben werden.

Durch Statine werden Ablagerungen in den Arterien verringert, die sich durch zu viel Cholesterin im Blut bilden. 

Neue Forschungsergebnisse des Rush University Medical Center deuten darauf hin, dass sie auch Menschen mit Anzeichen von Parkinson helfen können.

Laut der neuen wissenschaftlichen Forschungsarbeit, die in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde, haben ältere Erwachsene, die Statine einnehmen, ein geringeres Risiko, an Parkinson zu erkranken. 

Statine können zudem das Risiko für die Entwicklung von Arteriosklerose (Verhärtung der Arterien) im Gehirn verringern.

Die vorliegende Forschung zeigt, dass Menschen, die Statine einnehmen, ein geringeres Risiko haben, an Parkinson zu erkranken, und dass dies möglicherweise auf eine schützende Wirkung der Statine auf die Arterien im Gehirn zurückzuführen ist, erklärt Dr. Shahram Oveisgharan, Studienautor und Associate Professor in der Abteilung für Neurologische Wissenschaften am Rush University Medical Center.

Während der Studie wurden insgesamt 2.871 Personen über einen Zeitraum von durchschnittlich sechs Jahren beobachtet, von denen 936 zu diesem Zeitpunkt Statine einnahmen.

Die Wissenschaftler verfolgten die Einnahme von Statinen bei den Teilnehmenden und untersuchten, ob sie Statine mit niedriger, mittlerer oder hoher Dosis einnahmen (basierend auf der Art des Statins und der verwendeten Dosierung). 

Als Anzeichen für Parkinson wurden bei den Teilnehmern mindestens zwei der folgenden Anzeichen gewertet: Tremor (unwillkürliches Zittern), Bradykinesie (Verlangsamung der Bewegungen), Rigidität (Steifheit in Händen, Beinen oder Nacken) und Parkinsonscher Gang (Gleichgewichtsstörungen beim Gehen oder Aufstehen).

Die genannten Symptome sind am bekanntesten für die Parkinson-Krankheit. Anzeichen für Parkinson können jedoch eine Vielzahl von Ursachen haben, darunter seltene Syndrome, idiopathische Parkinson-Krankheit und andere, so die Forscher.

Nach Ablauf von sechs Jahren hatten die Teilnehmer, die Statine einnahmen, ein um 16 Prozent geringeres Risiko, an Parkinson zu erkranken, als die Teilnehmer, die keine Statine einnahmen. 

Die Forscher führten auch Autopsien an den Gehirnen derjenigen durch, die im Laufe der Studie starben (1044 Teilnehmerinnen und Teilnehmer), und maßen den Grad der Atherosklerose bei denjenigen, die Statine einnahmen, im Vergleich zu denen, die keine Statine einnahmen. 

Dabei wurde festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit, an Arteriosklerose zu erkranken, bei Personen, die Statine einnahmen, um 37 Prozent geringer war als bei Personen, die keine Statine einnahmen.

Der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Statinen und den Parkinson-Symptomen wurde noch deutlicher, als die Ergebnisse für Alter, Geschlecht und vaskuläre Risiken wie Rauchen und Diabetes überprüft wurden, obwohl in dieser Studie nicht alle potenziellen Störfaktoren berücksichtigt werden konnten. 

Die Forscher weisen darauf hin, dass Statine bestimmte Nebenwirkungen haben, darunter Muskelschmerzen, und dass die Patienten ihre Optionen sorgfältig mit ihren Ärzten abwägen sollten. 

Einschränkend erklärten die Studienautoren, dass es sich bei der vorliegenden Forschung nicht um eine randomisierte kontrollierte Studie handelt. Das wäre der nächste Schritt. Aber wenn ein Patient einige dieser Parkinson-Symptome hat und sein Arzt nicht glaubt, dass er Parkinson oder eines dieser anderen Syndrome hat, ist es möglich, dass Statine ihm helfen können, so die Forscher.

Quelle: Neurology / Rush University Medical Center 

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