Fruchtzucker: Fruktosereiche Ernährung kann das Immunsystem schädigen

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 15. Februar 2025, Lesezeit: 3 Minuten

Forscher der Universität Swansea in Wales haben in einer Studie untersucht, wie sich Fruktose (Fruchtzucker) auf die Gesundheit auswirkt.

Fruktose (Fruchtzucker) ist vor allem in zuckerhaltigen Getränken, Süßigkeiten und industriell verarbeiteten Lebensmitteln enthalten und wird häufig in der Lebensmittelherstellung verwendet.

Der Verzehr von Fruktose (Fruchtzucker) hat in den Industrieländern stark zugenommen und wird mit Adipositas (Fettleibigkeit), Typ-2-Diabetes und nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen in Verbindung gebracht.

  • Derzeit ist das Verständnis der metabolischen und mechanistischen Zusammenhänge bei Immunzellen wie Monozyten und Makrophagen, die erhöhten Fruktosemengen in der täglichen Nahrung ausgesetzt sind, begrenzt.

In Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Bristol (England) und des Francis Crick Institute in London haben Wissenschaftler aus Swansea nun eine neue Studie durchgeführt, die darauf hindeutet, dass der Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Fructosegehalt die Funktion des menschlichen Immunsystems auf bisher weitgehend unbekannte Weise beeinträchtigen kann.

Entzündung des Immunsystems

Die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt, dass Fruktose (Fruchtzucker) zu einer Entzündung des Immunsystems führen kann und dass bei diesem Prozess mehr reaktive Moleküle gebildet werden, die mit Entzündungen in Verbindung gebracht werden. Eine solche Entzündung des Immunsystems kann Zellen und Gewebe schädigen und dazu beitragen, dass Organe und Körpersysteme nicht mehr richtig funktionieren, was zu Krankheiten führen kann.

Wie Fruktose mit Diabetes und Fettleibigkeit zusammenhängen könnte

Die Forschungsergebnisse liefern auch ein besseres Verständnis dafür, wie Fruktose mit Diabetes und Adipositas (Fettleibigkeit) zusammenhängen könnte, da Entzündungen auf niedrigem Niveau häufig mit Übergewicht und Fettleibigkeit einhergehen.

Die Studie stützt sich auch auf die wachsende Zahl wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen über die schädlichen Auswirkungen des Verzehrs hoher Fruktosemengen zur Verfügung stehen.

Dr. Nick Jones von der Medizinischen Fakultät der Universität Swansea ist der Ansicht, dass die Erforschung der verschiedenen Bestandteile unserer Ernährung dazu beitragen kann, besser zu verstehen, was zu Entzündungen und Krankheiten beiträgt und was am besten genutzt werden kann, um Gesundheit und Wohlbefinden zu verbessern.

Gesundheitsrisiko Fruktose (Fruchtzucker)

Fruchtzucker (Fructose) ist ein Einfachzucker, der in vielen verschiedenen Getränken und Nahrungsmitteln in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten ist.

  • Besonders reich an Fruchtzucker sind Lebensmittel und Getränke, in denen Früchte verarbeitet werden.

Versteckter Zucker in Lebensmitteln ist ein Gesundheitsrisiko. Vor allem mit Fruktose (Fruchtzucker) angereicherte Nahrungsmittel sind in großen Mengen ungesund und können zu Übergewicht, Fettleber, erhöhten Blutfettwerten und Gichtanfällen führen.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist Fruchtzucker nicht gesünder als Haushaltszucker. Im Gegenteil: Fruktose führt in dreifacher Hinsicht zu Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas):

  • Fruchtzucker wird direkt in Fett umgewandelt und in den Fettdepots eingelagert.
  • Fruchtzucker hemmt/unterdrückt die Fettverbrennung und erhöht gleichzeitig die Fettaufnahme.
  • Fruchtzucker blockiert/hemmt das Sättigungsgefühl.

Quellen

  • Swansea University
  • Nature Communications
  • Jones, N., Blagih, J., Zani, F. et al. Fructose reprogrammes glutamine-dependent oxidative metabolism to support LPS-induced inflammation. Nat Commun 12, 1209 (2021). https://doi.org/10.1038/s41467-021-21461-4

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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# Genetik und Lebenserwartung Bis zu 50 Prozent durch Erbfaktoren bestimmt Eine bahnbrechende Studie, im Januar 2026 im Fachjournal Science veröffentlicht, zeigt, dass die genetische Erblichkeit der menschlichen Lebensspanne bei über 50 Prozent liegt, wenn äußere Todesursachen wie Unfälle oder Infektionskrankheiten aus der Berechnung herausgerechnet werden – ein Befund, der bisherige Schätzungen grundlegend korrigiert und neue Perspektiven für die Erforschung von Alterungsprozessen und Langlebigkeit eröffnet. --- ## Bisherige Schätzungen deutlich zu niedrig Jahrzehntelang galt in der Wissenschaft eine vergleichsweise bescheidene Zahl Zwillingsstudien schätzten die Erblichkeit der menschlichen Lebensspanne auf lediglich 20 bis 25 Prozent. Neuere Stammbaumanalysen mit großen Datensätzen hatten diesen Wert sogar auf unter 6 Prozent gedrückt. Diese niedrigen Zahlen führten zu einem wissenschaftlichen Widerspruch Warum sollte die menschliche Lebensspanne weitaus weniger genetisch beeinflusst sein als fast alle anderen komplexen menschlichen Merkmale, von der Körpergröße über den Intelligenzquotienten bis hin zur Herzgesundheit --- ## Die methodische Schwäche Extrinsische Sterblichkeit Forscherinnen und Forscher des Weizmann Institute of Science in Rehovot (Israel), des Karolinska Institutet in Stockholm und des Leiden University Medical Center haben nun eine entscheidende methodische Schwachstelle in den bisherigen Studien identifiziert. Das Problem Frühere Berechnungen bezogen alle Todesursachen ein, also auch solche, die nichts mit dem biologischen Alterungsprozess des Körpers zu tun haben. Unfälle im Straßenverkehr, Tötungsdelikte, Ertrinken oder tödliche Infektionskrankheiten – all das sind sogenannte extrinsische Todesursachen. Sie sind vom Zufall oder von äußeren Umständen abhängig, nicht von der genetischen Konstitution eines Menschen. Wird dieser Störfaktor nicht bereinigt, verzerrt er die statistische Schätzung der Erblichkeit erheblich nach unten. --- ## Methodik Mathematische Modellierung und Zwillingsstudien Das Forschungsteam um Ben Shenhar und Uri Alon entwickelte ein mathematisches Modell, das zwischen intrinsischer Sterblichkeit (also dem biologisch bedingten Altern) und extrinsischer Sterblichkeit unterscheidet. Anschließend wurden zwei Arten von Zwillingskohorten analysiert - Zusammen aufgewachsene Zwillinge, die ähnliche Umwelteinflüsse teilten - Getrennt aufgewachsene Zwillinge, bei denen Umwelteinflüsse stärker abweichen Durch den Vergleich dieser Gruppen und die Bereinigung um extrinsische Todesursachen gelangten die Forschenden zu einer neuen Schätzung Die Erblichkeit der intrinsischen menschlichen Lebensspanne liegt bei über 50 Prozent. --- ## Was bedeutet „Erblichkeit von 50 Prozent Ein häufiges Missverständnis muss hier ausgeräumt werden Eine Erblichkeit von 50 Prozent bedeutet nicht, dass die Hälfte des eigenen Lebens von den Genen „vorprogrammiert ist. Der Begriff beschreibt vielmehr, wie viel der Variation in der Lebensspanne innerhalb einer Population auf genetische Unterschiede zwischen Individuen zurückzuführen ist. ### Vergleichbare Werte bei anderen Merkmalen Ein Erblichkeitswert von etwa 50 Prozent gilt in der Genetik als substanziell. Zum Vergleich - Körpergröße ca. 80 Prozent - Body-Mass-Index (BMI) ca. 40–70 Prozent - Blutdruck ca. 30–50 Prozent - Typ-2-Diabetes ca. 25–50 Prozent Die neue Studie ordnet die menschliche Lebensspanne damit in die gleiche Kategorie wie viele andere medizinisch relevante komplexe Merkmale ein. Dieser Befund steht auch im Einklang mit der Erblichkeit der Lebensspanne bei anderen Spezies. --- ## Warum dieser Befund für die Medizin bedeutsam ist ### Longevity-Gene als Schlüssel zum Altern Eine hohe genetische Erblichkeit der Lebensspanne hat direkte Konsequenzen für die biomedizinische Forschung. Je stärker ein Merkmal genetisch verankert ist, desto aussagekräftiger sind genomweite Assoziationsstudien (GWAS), die nach spezifischen Genvarianten suchen. Identifizierte Langlebigkeitsgene können biologische Mechanismen des Alterns aufdecken, etwa in Bezug auf - DNA-Reparatursysteme - Entzündungsregulation (Inflammaging) - Mitochondriale Funktion - Telomerlänge und -stabilität ### Konsequenzen für die öffentliche Gesundheit Die Erkenntnis, dass rund die Hälfte der Variation in der intrinsischen Lebensspanne genetisch bedingt ist, bedeutet gleichzeitig, dass die andere Hälfte durch Umwelt- und Verhaltensfaktoren beeinflusst wird. Dazu gehören - Ernährungsweise und körperliche Aktivität - Sozioökonomischer Status und Bildung - Zugang zu Gesundheitsversorgung - Exposition gegenüber Schadstoffen und chronischem Stress Dieser Befund unterstreicht die Bedeutung sowohl der Präzisionsmedizin als auch der Public-Health-Interventionen. --- ## Kontext Wo die Forschung steht Die Studie erschien am 29. Januar 2026 in Science (DOI 10.1126science.adz1187, Band 391, Heft 6784, Seiten 504–510) und wurde von Forschenden des Weizmann Institute, des Karolinska Institutet, der Westlake University in Hangzhou sowie des Leiden University Medical Center verfasst. Die Arbeit ist eine Zwillingsstudie, klassifiziert im Rahmen der standardisierten MeSH-Terminologie der US-amerikanischen National Library of Medicine. Frühere Schätzwerte auf Basis ähnlicher Zwillingsdaten, jedoch ohne Bereinigung um extrinsische Sterblichkeit, lagen laut dem Abstract bei 20 bis 25 Prozent. Stammbaum-basierte Großstudien hatten zuletzt Werte von nur 6 Prozent gemeldet. --- ## Was bleibt offen Die Studie liefert eine methodisch fundierte Neubewertung der Erblichkeitsschätzungen. Dennoch bestehen offene Fragen - Welche spezifischen Genvarianten tragen am stärksten zur intrinsischen Lebensspanne bei - Wie interagieren genetische und epigenetische Faktoren im Alterungsprozess - Lassen sich die Befunde auf verschiedene Ethnizitäten und geographische Populationen übertragen Diese Fragen werden die Forschung in den kommenden Jahren beschäftigen. Die vorliegende Studie legt dafür ein wichtiges methodisches Fundament. --- ## Häufig gestellte Fragen (FAQs) Bedeutet eine Erblichkeit von 50 Prozent, dass mein Lebensalter zur Hälfte feststeht Nein. Erblichkeit ist ein statistisches Konzept, das die Variation innerhalb einer Population beschreibt, nicht ein Schicksal des Einzelnen. Lebensstil, Umwelt und medizinische Versorgung spielen weiterhin eine erhebliche Rolle. Warum haben frühere Studien so viel niedrigere Werte gefunden Frühere Zwillings- und Stammbaumstudien berücksichtigten keine Trennung zwischen biologisch bedingtem Altern und äußeren Todesursachen wie Unfällen. Diese Vermischung führte systematisch zu einer Unterschätzung der genetischen Erblichkeit. Was sind extrinsische Todesursachen Damit sind Todesfälle gemeint, die nicht auf das biologische Altern zurückzuführen sind Verkehrsunfälle, Gewaltverbrechen, Ertrinken oder akute Infektionskrankheiten. Diese Ereignisse hängen primär von äußeren Umständen ab, nicht von der genetischen Konstitution. Hat die Studie praktische Bedeutung für die Langlebigkeitsforschung Ja, erheblich. Ein hoher Erblichkeitswert legitimiert genomweite Studien zur Suche nach Langlebigkeitsgenen. Solche Gene können Aufschluss über Alterungsmechanismen geben und als Angriffspunkte für medizinische Interventionen dienen. 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