Studie: Camu-Camu-Beere kann auch bei der Krebs-Behandlung von helfen

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 3. Februar 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Wirkung von Camu-Camu-Beeren auf die Gesundheit: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität von Montreal in Kanada haben entdeckt, dass die brasilianische Camu-Camu-Beere, die auch für ihre schützende Wirkung gegen Fettleibigkeit und Diabetes bekannt ist, auch bei der Behandlung von Krebserkrankungen helfen kann.

In einer Untersuchung, die in der Zeitschrift Cancer Discovery veröffentlicht wurde, zeigt das Forscherteam um Bertrand Routy, Medizinprofessor an der Université de Montréal, dass eine Verbindung aus der Frucht eine positive Rolle in der Immuntherapie spielen kann.

Mit der vorliegenden Forschungsarbeit, die gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Université Laval sowie der McGill University durchgeführt wurden, konnte nachweisen werden, dass Castalagin, ein Polyphenol, das als Präbiotikum wirkt, das Darmmikrobiom verändert und das Ansprechen auf eine Immuntherapie verbessert.

Diese Wirkung ist sogar bei Krebserkrankungen zu beobachten, die gegen diese Art der Behandlung resistent sind, erklärte Bertrand Routy.

Die Ergebnisse dieser Studie ebnen laut Meriem Messaoudene von der Université de Montréal den Weg für weitere klinische Studien, in denen Castalagin als Ergänzung zu Medikamenten, den so genannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren, bei Krebspatienten eingesetzt werden soll.

Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) haben bei Patientinnen und Patienten in den letzten Jahren die Hoffnung geweckt, dass ihr Immunsystem die Krebsresistenz überwinden kann, indem sie die Therapien gegen Melanome und Lungenkrebs revolutioniert haben. Diese Art der Immuntherapie aktiviert das Immunsystem, um Krebszellen abzutöten.

Obwohl diese Verbesserungen erzielt wurden, spricht nur eine Minderheit der Patientinnen und Patienten dauerhaft auf die Immuntherapie an, so dass Forscher nach neuen Therapieansätzen suchen. Das Ziel dabei ist die Umwandlung eines ungesunden Mikrobioms in ein gesundes, um das Immunsystem zu stärken.

Zu den Strategien, die beispielsweise Routy entwickelt hat, gehört auch der Einsatz von Präbiotika, chemischen Substanzen, die die Zusammensetzung des Darmmikrobioms verbessern können.

Um die Wirkung von Castalagin zu untersuchen, haben die Forscher das Präbiotikum Mäusen oral verabreicht, die eine Fäkaltransplantation von ICI-resistenten Kranken erhalten hatten.

Dabei zeigte sich, dass Castalagin an ein nützliches Darmbakterium, Ruminococcus bromii, bindet und eine Anti-Krebs-Reaktion förder, so die Autoren der Studie.

Die Forschungsergebnisse werden demnächst an Patientinnen und Patienten getestet, da inzwischen die erste klinische Studie gestartet wurde, in der die Camu-Camu-Beere und Immun-Checkpoint-Inhibitoren kombiniert werden.

Die Rekrutierung von 45 Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs oder Melanom wird diesen Monat am CHUM und am Jewish General Hospital beginnen.

Quellen: Université de Montréal / Meriem Messaoudene et al, A natural polyphenol exerts antitumor activity and circumvents anti-PD-1 resistance through effects on the gut microbiota, Cancer Discovery (2022). DOI: 10.1158/2159-8290.CD-21-0808

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