Lungenkrebs durch Blutuntersuchung erkennen und überwachen

Krebs, Medizin News, Gesundheit und Forschung

Torsten Lorenz, Beitrag vom 18. Dezember 2021

Forscher entwickeln neue Methode zur Diagnose und Therapieüberwachung von Lungenkrebs: Zur Diagnose von Lungenkrebs wird dem Betroffenen eine Gewebeprobe entnommen und auf Anzeichen von Krebs untersucht. Aufgrund der Lage des Tumors ist dies jedoch nicht immer möglich und kann für den Patienten schmerzhaft sein.

Remco de Kock von der Technischen Universität Eindhoven hat ein Flüssigbiopsieverfahren entwickelt, das auf der PCR-Methode basiert, um im Blut von Patienten mit Verdacht auf Lungenkrebs nach Tumorbiomarkern zu suchen. Das Verfahren ist minimalinvasiv, patientenfreundlich und erweist sich als sehr effektiv.

Um Lungenkrebs zuverlässig zu diagnostizieren, muss eine Gewebeprobe des Lungentumors entnommen werden, was jedoch nicht immer möglich ist und für den Patienten schmerzhaft sein kann.

Ein Weg, dies zu umgehen, ist die Verwendung von so genannten Flüssigbiopsien. Vereinfacht ausgedrückt, wird eine Blutprobe eines Patienten auf Biomarker untersucht, die mit Tumoren in Verbindung stehen.

Suche nach Tumor-Biomarkern

Bei vielen Krankheiten geht es darum, Belege dafür zu finden, dass die Krankheit überhaupt im Körper ist. Bei Lungentumoren ist das verräterische Zeichen das Vorhandensein von zellfreier Tumor-DNA (ctDNA), so die Forscher.

ctDNA ist ein Bruchteil der gesamten zellfreien DNA, die im Blut von Tumorzellen zirkuliert. Das Problem dabei ist: Bei Lungenkrebs, insbesondere in den frühen Stadien der Krankheit, ist ctDNA nur in winzigen Mengen vorhanden, was bedeutet, dass sehr empfindliche Nachweisverfahren erforderlich sind.

Validierung

Bevor der Test bei Patienten eingesetzt werden konnte, war eine Validierung erforderlich.

Die Forscher haben den ddPCR-Test mit Referenzstandards validiert, die bekannte Konzentrationen von ctDNA enthalten. Außerdem haben sie ein Standardkonzept für die Probenentnahme, -verarbeitung und -analyse entwickelt.

Anschließend wurde der ddPCR-Test einer klinischen Validierung unterzogen, bei der er an Proben von Patienten mit starkem Verdacht auf Lungenkrebs auf der Grundlage von Gewebemutationsanalysen – dem Goldstandard – angewendet wurde. Im Catharina-Krankenhaus wird dieser ddPCR-Test bereits in der täglichen Praxis eingesetzt.

Für die Überwachung des Therapieansprechens ist die Röntgenaufnahme der Goldstandard. Diese Methode hat aber den Nachteil, dass sie erst nach langen Zeiträumen (zwei bis drei Monate) zuverlässig ist. Dagegen kann die Analyse der ctDNA bereits nach wenigen Wochen Aufschluss geben.

Die Forscher fanden eine perfekte Übereinstimmung zwischen dem Verlauf der ctDNA-Konzentration im Blut und dem Krankheitsverlauf in der radiologischen Bildgebung.

Sie empfehlen daher ausdrücklich einen neuen ctDNA-Ansatz, der auf wiederholten ctDNA-Tests basiert, um die Häufigkeit der Röntgenaufnahmen zu steuern. Auf diese Weise könnte ein Fortschreiten der Krankheit früher erkannt werden.

Wasser auf die Lunge

Die Wissenschaftler bewerteten anschließend die Flexibilität des ctDNA-Tests, indem sie ihn auf eine andere Flüssigbiopsiequelle anwandten – den Pleuraerguss, auch als „Wasser in der Lunge“ bekannt.

Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von überschüssiger Flüssigkeit zwischen dem Rippenfell, den großen Gewebeschichten um die Lunge herum.

Flüssigbiopsien als minimalinvasiver Test

Die Forscher an der Eindhoven University of Technology sind die ersten, die zeigen, dass der Pleuraerguss zur Überwachung des Therapieansprechens verwendet werden kann. Sie empfehlen, den Pleuraerguss und das Blut zu untersuchen, um die Therapieauswahl zu unterstützen und das Fortschreiten der Krankheit zu überwachen.

Der Einsatz von Flüssigbiopsien bietet sowohl für den Arzt als auch für den Patienten mehrere Vorteile. Dieses Verfahren kann den Forschern zufolge nützlich sein, wenn die Diagnose nicht eindeutig ist oder wenn der Patient zu krank ist, um eine Gewebebiopsie durchführen zu lassen.

Dank der Modellierung und dieses minimalinvasiven Tests könnten Patienten früher eine genaue Diagnose erhalten und auch eine chirurgische Entnahme von Gewebebiopsien vermeiden werden.

Quelle: Eindhoven University of Technology (TU/e)

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