Bauchspeicheldrüsenkrebs – Wie stirbt man, wie lässt sich die Lebensqualität verbessern

Krebsforschung

Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 2. September 2022

Bauchspeicheldrüsenkrebs, auch Pankreaskarzinom genannt, ist eine der aggressivsten Formen von Krebs. Die jüngsten Fortschritte in der medizinischen Forschung haben zur Entwicklung neuer und wirksamer Behandlungen für Bauchspeicheldrüsenkrebs geführt.

Organe, die betroffen sein können

Die Bauchspeicheldrüse, die Leber und die Milz sind Organe, die von Bauchspeicheldrüsenkrebs betroffen sein können. Die Leber ist ein großes Organ in der oberen rechten Seite des Bauches. Sie hilft bei der Verdauung, der Speicherung von Nährstoffen und der Beseitigung von Giftstoffen aus dem Blut.

Die Milz ist ein kleines Organ neben dem Magen, das das Blut reinigt, indem es alte rote Blutkörperchen und Blutplättchen (Teile von Blutzellen) entfernt. Sie arbeitet auch mit dem Immunsystem zusammen, um Infektionen zu bekämpfen.

  • Bauchspeicheldrüsenkrebs, auch Pankreaskarzinom genannt, kann sich auf die Leber oder die Milz ausbreiten, wenn er sich bereits an anderer Stelle ausgebreitet hat; diese beiden Organe verursachen jedoch nur selten Symptome, es sei denn, sie werden von Tumoren bedrängt, die zuvor in anderen Bereichen des Körpers gewachsen sind.

Die Bauchspeicheldrüse produziert Enzyme, die dazu beitragen, die Nahrung in Nährstoffe aufzuspalten, damit diese über den Darm in unseren Körper aufgenommen werden können.

Sie produziert auch Insulin, das steuert, wie viel Zucker als Fett gespeichert und wie viel als Energie verbrannt wird, damit wir sie im Alltag nutzen können, ohne uns den ganzen Tag über erschöpft zu fühlen, obwohl wir nachts mehr Schlaf brauchen, weil wir die zusätzlichen Kalorien nicht schnell genug verbrauchen, bevor wir morgen früh wieder loslegen, genau wie heute.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der aggressivsten Formen von Krebs

Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) ist eine der aggressivsten Formen von Krebs. Er ist die vierthäufigste Krebstodesursache in den Vereinigten Staaten.

Die Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist sehr niedrig: Nur circa 9 Prozent der Patientinnen und Patienten überleben mehr als fünf Jahre nach der Diagnose.

Im Gegensatz zu anderen häufigen Krebsarten bleibt Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Regel unauffällig, bis er ein fortgeschrittenes Stadium erreicht und andere Organe im Körper befallen hat. Das macht es schwierig, ihn in einem frühen Stadium zu erkennen (wenn die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung besser sind).

Die Symptome treten erst in fortgeschrittenen Stadien auf

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) wird meist erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Nur 20 Prozent der Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs haben Symptome, bevor sich der Krebs außerhalb der Bauchspeicheldrüse ausbreitet.

Symptome treten erst dann auf, wenn der Tumor so groß geworden ist, dass er die normale Tätigkeit in der Bauchspeicheldrüse und den umliegenden Organen blockiert oder beeinträchtigt, so dass keine Galle mehr in den Dünndarm abgegeben werden kann.

Zu den Symptomen des fortgeschrittenen Bauchspeicheldrüsenkrebses gehören Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen), Gewichtsverlust und Bauchschmerzen, die durch die Verstopfung der Gallengänge verursacht werden.

  • Wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, um eine Diagnose zu stellen.

Die neuesten Entwicklungen in der medizinischen Forschung

Wenn eine Person an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist, ist es wichtig, mit einem Arzt über die neuesten Entwicklungen in der medizinischen Forschung und Behandlung zu sprechen.

Die Behandlungen für Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) werden ständig verbessert, und es gibt jetzt neue Therapien, die das Leben der Betroffenen verlängern können.

Zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten für Bauchspeicheldrüsenkrebs gehören Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie. Je nachdem, wie weit die Krankheit bei der Diagnose fortgeschritten ist, können diese Behandlungen allein oder in Kombination miteinander eingesetzt werden.

Neue Behandlungsmethoden gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Es wurden neue Behandlungsmethoden entwickelt. Im Folgenden werden einige der neuen Methoden zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs vorgestellt:

  • Die Chemoembolisation ist ein Verfahren, bei dem Chemikalien und Strahlung eingesetzt werden, um bösartige Zellen in der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder anderen Organen abzutöten. Diese Methode unterscheidet sich von der herkömmlichen Chemotherapie, da keine Medikamente in die Blutbahn gespritzt werden müssen. Stattdessen werden chemische Substanzen direkt in die Arterien injiziert, die das jeweilige Organ mit Blut versorgen (arterielle Embolisation). Die Chemikalien wandern dann durch den Blutkreislauf Ihres Körpers und zerstören die Krebszellen im gesamten Körper.
  • Durch einen chirurgischen Eingriff kann ein möglichst großer Teil des Tumors entfernt werden. Der Chirurg versucht, den Tumor vollständig zu entfernen und dabei so viel gesundes Gewebe wie möglich zu erhalten.

 

Tipps bei Bauchspeicheldrüsenkrebs um länger zu leben

Einige einfache, aber wirksame Tipps, die Menschen dabei helfen können, länger zu leben, wenn sie Bauchspeicheldrüsenkrebs haben:

  • Bleiben Sie positiv. Es ist wichtig, Hoffnung und Zuversicht zu haben, dass sich alles zum Besten wenden wird, egal wie trostlos die Dinge manchmal erscheinen mögen.
  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit Stress, indem Sie sich mit alltäglichen Dingen wie Gartenarbeit oder dem Lesen eines Buches beschäftigen.
  • Trainieren Sie regelmäßig im Rahmen eines speziell für Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten entwickelten Trainingsprogramms. Das hilft, die Muskeln gesund zu halten und gleichzeitig den Stresspegel zu senken.

Reden hilft

Um Bauchspeicheldrüsenkrebs zu überleben, kann es auch helfen, sich anderen anzuvertrauen und seine Gefühle mitzuteilen.

Es kann auch helfen, sich anderen anzuvertrauen und seine Gefühle mitzuteilen. Sprechen Sie mit einer Fachkraft, einem Familienmitglied, einem Freund oder einem Berater darüber. Oder schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an und sprechen Sie mit anderen Menschen, die dasselbe durchmachen wie Sie.

Der beste Weg, mit Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) umzugehen, ist, ihn als chronische Erkrankung zu behandeln. Indem Sie sich Selbsthilfegruppen anschließen und sich anderen anvertrauen, können Sie sich selbst und anderen helfen, besser mit dieser Krankheit umzugehen.

Leben und Sterben mit Bauchspeicheldrüsenkrebs

Wenn die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs gestellt wird, ist die Prognose im Allgemeinen schlecht. Eine Behandlung kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen, aber nicht aufhalten, und kann bei Patienten mit Schmerzen oder anderen Symptomen eine Linderung bewirken.

Wie hoch ist die Lebenserwartung? Die statistische 5-Jahres-Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs nach der Diagnosestellung liegt bei etwa 10 Prozent. Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung, die Komplikationen wie Aszites, Pleuraerguss oder Enzephalopathie entwickeln, haben eine noch kürzere Lebenserwartung.

Wenn bei einem Menschen Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) diagnostiziert wird, ist die Prognose meist äußerst ernst. In vielen Fällen haben die Patienten nur noch wenige Monate zu leben.

Die Krankheit wird von vielen unangenehmen Symptomen begleitet, die sowohl körperliches als auch seelisches Leid verursachen. Für Krebspatienten ist es wichtig, in dieser schwierigen Zeit emotionale Unterstützung von Freunden und Familienmitgliedern zu erhalten.

Mehr Lebensqualität durch Palliativmedizin in Endstadium

Für die betroffenen Patientinnen und Patienten ist die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs oft ein schockierender Moment.

Nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Familienangehörigen haben in der Regel große Sorgen und Ängste vor dem, was der Tumor noch alles mit sich bringen wird, und wissen oft nicht, wie es weitergehen soll.

Speziell im Falle von nicht heilbarem Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt oft die Frage auf, wie man stirbt.

  • Viele Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten befürchten vor allem, dass sie im Endstadium der Krankheit mit unerträglichen Schmerzen zu kämpfen haben.

Doch selbst dann, wenn die Medizin nicht mehr in der Lage ist, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu heilen, sind die von der Krankheit Betroffenen in dieser Situation nicht auf sich allein gestellt.

In vielen Länder, so auch in Deutschland, gehört die Palliativmedizin inzwischen zum festen Bestandteil der Patientenversorgung von Menschen mit einer lebensbedrohenden Tumorerkrankung.

Bei der Palliativmedizin geht es nicht darum, den Krebs zu bekämpfen und das Leben zu verlängern. Vielmehr geht es in erster Linie darum, Beschwerden zu lindern und körperliche, seelische, soziale und auch spirituelle Belastungen rechtzeitig wahrzunehmen und zu bewältigen.

Palliativmedizin hat immer das Bestreben, die Lebensqualität der Betroffenen und deren Familienangehörigen zu steigern – unter Beachtung der jeweiligen individuellen Vorstellungen und Bedürfnisse.

Die Palliativbetreuung begleitet Patienten, die an einem unheilbarem Tumor leiden, bis zu ihrem Tod.

Sie sorgt dafür, dass diese Menschen in der Endphase bis zum Tod in Würde leben und friedlich und in Würde sterben können.

Eine wesentliche Grundvoraussetzung dafür ist die Schmerzlinderung sowie die Verringerung anderer Begleiterscheinungen. Für viele Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium sind besonders die tumorbedingten Schmerzen eine große Belastung.

Durch eine gezielte Schmerzbehandlung können die Schmerzen entweder vollständig beseitigt oder wenigstens in ihrer Intensität deutlich reduziert werden.

Bei der Palliativversorgung von Menschen mit nicht mehr heilbarem Pankreaskarzinom geht es vor allem darum, ihnen zu helfen, ihre letzten Lebenswochen möglichst frei von unnötigen und anstrengenden Behandlungsmaßnahmen verbringen zu können.

Auf belastende Behandlungen zu verzichten, kann auch bedeuten, auf eine künstliche Ernährung zu verzichten, da Gewichts- und Flüssigkeitsverluste Teil der Sterbephase von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind.

Bei der Palliativpflege für Patienten mit einem nicht heilbarem Tumor liegt das Augenmerk darauf, die seelischen, sozialen und psychologischen Belange der Patienten in der letzten Phase ihrer Krankheit zu unterstützen.

Eine solche Form der Betreuung kann sowohl zu Hause (ambulant) als auch in einem spezialisierten Hospiz angeboten werden. Wenn eine Krankenhausbehandlung erforderlich ist, ist auch die Aufnahme in eine Palliativstation möglich.

Palliativversorgung: An welche Stellen können sich Menschen wenden, die betroffen sind?

Ansprechpartner kann zunächst einmal der Hausarzt oder die Hausärztin sein. Mittlerweile sind viele Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner in der Palliativmedizin entsprechend fortgebildet.

Quellen

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Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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