Université de Montréal: Forscher entdecken Gen zum Schutz vor Alzheimer

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 31. März 2021, Lesezeit: 3 Minuten

Alzheimer / Demenz: Am Forschungszentrum des Krankenhauses Maisonneuve-Rosemont gelang ein weiterer Schritt zum besseren und tieferen Verständnis der Alzheimer-Krankheit.

Gen zum Schutz vor Alzheimer

Der Molekularbiologe Gilbert Bernier, Professor für Neurowissenschaften an der Université de Montréal in Kanada, entdeckte eine neue wichtige Funktion für das Gen BMI1, das bekannt dafür ist, die Alterung des Gehirns zu verhindern. Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit wurden in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Bernier konnte in seinem Labor nachweisen, dass Gen BMI1 benötigt wird, um zu verhindern, dass sich die DNA von Neuronen in einer bestimmten Art und Weise desorganisiert, den sogenannten G4-Strukturen. Dieses auffällige Phänomen tritt in den Gehirnen von Menschen auf, die an Alzheimer erkrankt sind, aber nicht bei gesunden älteren Menschen.

Demzufolge würde BMI1 vor Alzheimer schützen, indem es unter anderem die übermäßige Bildung von G4s verhindert, die die Funktion der Neuronen stören. Diese Entdeckung erweitert das Wissen über die grundlegenden Mechanismen, die zur Alzheimer-Krankheit führen, so die Forscher.

In früheren Artikeln, die in den Zeitschriften Cell Reports und Scientific Reports veröffentlicht wurden, konnte Bernier bereits zeigen, dass die Expression des BMI1-Gens in den Gehirnen von Menschen mit Alzheimer-Krankheit spezifisch reduziert ist. Er zeigte auch, dass die Abschaltung von BMI1 in kultivierten menschlichen Neuronen oder in Mäusen ausreicht, um alle mit der Alzheimer-Krankheit verbundenen pathologischen Anzeichen zu wiederholen.

Die vorliegende Studie wurde unter dem Titel „G-quadruplexes originating from evolutionary conserved L1 elements interfere with neuronal gene expression in Alzheimer’s disease“ in Nature Communications veröffentlicht. Die Autoren der Studie sind Roy Hanna, Anthony Flamier, Andrea Barabino und Gilbert Bernier.

Ursache von Alzheimer

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Demenz ist ein Syndrom (eine Gruppe von zusammenhängenden Symptomen), das mit einer fortschreitenden Verschlechterung der Gehirnfunktion einhergeht. Sie kann das Gedächtnis, das Denkvermögen und andere geistige Fähigkeiten beeinträchtigen.

Die genaue Ursache von Alzheimer ist noch nicht vollständig geklärt, obwohl man annimmt, dass eine Reihe von Dingen das Risiko, an der Krankheit zu erkranken, erhöht.

Dazu gehören: zunehmendes Alter, eine familiäre Vorbelastung mit der Krankheit, unbehandelte Depressionen, obwohl auch Depressionen eines der Symptome der Alzheimer-Krankheit sein können und Lebensstilfaktoren und Bedingungen, die mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen

Anzeichen und Symptome

Alzheimer ist eine fortschreitende Erkrankung, das heißt, die Symptome entwickeln sich allmählich über viele Jahre hinweg und werden schließlich immer schwerer. Die Krankheit betrifft mehrere Gehirnfunktionen. Das erste Anzeichen der Erkrankung sind meist leichte Gedächtnisprobleme.

Dies kann zum Beispiel das Vergessen von kürzlichen Gesprächen oder Ereignissen sein, sowie das Vergessen von Namen von Orten und Gegenständen.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung werden die Gedächtnisprobleme stärker und es können sich weitere Symptome entwickeln.

Wer ist betroffen?

Die Krankheit tritt am häufigsten bei Menschen über 65 Jahren auf. Das Risiko, an Alzheimer und anderen Demenzformen zu erkranken, steigt mit dem Alter. Schätzungsweise 1 von 14 Menschen über 65 Jahren und 1 von 6 Menschen über 80 Jahren sind betroffen.

Aber etwa 1 von 20 Fällen von Alzheimer betrifft Menschen zwischen 40 und 65 Jahren. Dies wird als früh einsetzende oder junge Alzheimer-Krankheit bezeichnet.

(Quellen: Université de Montréal / Nature Communications, 2021; 12 (1) DOI: 10.1038/s41467-021-22129-9 / NHS)

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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