Studie: Brustkrebsrisiko durch Milchkonsum bis zu 80 Prozent höher

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 9. Juni 2022, Lesezeit: 5 Minuten

Gesund oder krebserregend: Kann Milch Brustkrebs auslösen? Forscher der Loma Linda University Health in Kalifornien haben in einer neuen Studie herausgefunden, dass der Verzehr von Milch mit einem höheren Brustkrebsrisiko bei Frauen verbunden ist.

Sojamilch, Käse und Joghurt

Zwischen Sojaprodukten und Brustkrebs fanden die Wissenschaftler dagegen keinen Zusammenhang. Auch bei Käse und Joghurt wurden keine bedeutenden Zusammenhänge in Bezug auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko festgestellt.

Milchkonsum und Brustkrebsrisiko

Die im International Journal of Epidemiology veröffentlichte Studie ergab, dass selbst ein relativ moderater Milchkonsum das Brustkrebsrisiko von Frauen erhöhen kann – je nach konsumierter Menge um bis zu 80 Prozent.

Laut Dr. Gary E. Fraser von der Loma Linda University Health und Erstautor der Studie liefert die Beobachtungsstudie „ziemlich starke Beweise dafür, dass entweder Milch oder ein anderer Faktor, der eng mit dem Konsum von Milch zusammenhängt, eine Ursache für Brustkrebs bei Frauen ist.

Schon der Konsum von einer Viertel- bis Drittel-Tasse Milch pro Tag sei mit einem um 30 Prozent erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden, so der Forscher.

Bei einem täglichen Konsum von bis zu einer Tasse stieg das Risiko auf 50 Prozent, und bei einem täglichen Konsum von zwei bis drei Tassen stieg das Risiko weiter auf 70 bis 80 Prozent.

In den aktuellen US-Ernährungsrichtlinien werden drei Tassen Milch pro Tag empfohlen. Nach Meinung von Dr. Gary E. Fraser, legen die Ergebnisse dieser Studie nahe, dass diese Empfehlung mit Vorsicht zu genießen ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, das breite Angebot an Milchprodukten nach Belieben zu kombinieren und beispielsweise etwa 250 ml Milch, Buttermilch, Joghurt oder Kefir und 50 bis 60 Gramm Käse pro Tag zu sich zu nehmen.

Ernährungsdaten von 53.000 Frauen ausgewertet

Für die vorliegende Studie wurde die Nahrungsaufnahme von fast 53.000 nordamerikanischen Frauen ausgewertet, die zu Beginn keine Krebserkrankung aufwiesen und fast acht Jahre lang beobachtet wurden.

Die Nahrungsmittelaufnahme wurde anhand von Fragebögen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme (FFQ) bewertet und ein Ausgangsfragebogen enthielt Fragen zur Demografie, zur familiären Vorgeschichte von Brustkrebs, zur körperlichen Aktivität, zum Alkoholkonsum, zur Einnahme von Hormonen und anderen Medikamenten, zur Brustkrebsvorsorge sowie zur reproduktiven und gynäkologischen Vorgeschichte.

Was fördert Brustkrebs?

Bis zum Ende des Untersuchungszeitraums traten während der Nachbeobachtung 1.057 neue Brustkrebsfälle auf. Es fanden sich keine eindeutigen Zusammenhänge zwischen Sojaprodukten und Brustkrebs, unabhängig von Milchprodukten.

Im Vergleich zu einem geringen oder gar keinem Milchkonsum wurde jedoch eine höhere Aufnahme von Milchkalorien und Milch mit einem höheren Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht, unabhängig von der Sojazufuhr.

Beim Vergleich der Daten zum Verzehr von Vollfettmilch mit fettreduzierter oder fettfreier Milch variierten die Ergebnisse nur geringfügig; bei Käse und Joghurt wurden keine bedeutenden Zusammenhänge festgestellt.

Allerdings wurden den Studienergebnissen zufolge Milchprodukte, insbesondere Milch, mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht, und die Daten sagten eine deutliche Verringerung des Risikos voraus, wenn die Milch durch Sojamilch ersetzt wurde. Dies lässt vermuten, dass Milchalternativen eine optimale Wahl sein könnten, so die Forscher.

Veganerinnen seltener Brustkrebs

Eine gesundheitsgefährdende Wirkung von Milchprodukten steht im Einklang mit dem jüngsten AHS-2-Bericht (Adventist Health Study-2), der nahelegt, dass Veganerinnen, nicht aber Lakto-Ovo-Vegetarierinnen, seltener an Brustkrebs erkranken als Nicht-Vegetarierinnen.

Auslöser von Brustkrebs

Nach Ansicht von Dr. Gary E. Fraser von der Loma Linda University Health könnten diese Zusammenhänge zwischen Brustkrebs und Milchprodukten auf den Gehalt an Sexualhormonen in der Milch zurückzuführen sein, da die Kühe natürlich laktieren und ungefähr 75 Prozent der Milchkühe schwanger sind.

Brustkrebs bei Frauen ist eine Krebsart, die auf Hormone reagiert. Außerdem wird der Verzehr von Milch und anderen tierischen Proteinen in einigen Berichten mit höheren Blutspiegeln eines Hormons, des Insυlinähnlichen Wachstumsfaktors 1 (IGF-1), in Verbindung gebracht, von dem angenommen wird, dass es bestimmte Krebsarten fördert.

Zwar habe Milch einige positive ernährungsphysiologische Eigenschaften, so Fraser, doch müssten diese gegen andere mögliche, weniger positive Auswirkungen abgewogen werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen verdeutlichen den Forschern zufolge den dringenden Bedarf an weiteren Forschungen.

Quellen

Loma Linda University / Gary E Fraser et al, Dairy, soy, and risk of breast cancer: those confounded milks, International Journal of Epidemiology (2020). DOI: 10.1093/ije/dyaa007

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Wie gesund sind Milchprodukte?

Quelle: Quarks

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