Ernährung: Was sind Glykonährstoffe?

Ernährung und Gesundheit, Gesundheitstipps

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 29. Januar 2020, Lesezeit: 4 Minuten

Unter dem Begriff „Glykonährstoffe“ werden die essentiellen Zucker und ihre Verbindungen mit Proteinen (Glykoproteine) und Fetten (Glykolipide) verstanden, wenn sie in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen.

  • Durch den Verzehr der richtigen Obst- und Gemüsesorten kann auf die Zufuhr von Glykonährstoffen verzichtet werden.

Es kann jedoch manchmal schwierig sein, eine Ernährung mit den richtigen Obst- und Gemüsesorten einzuhalten, um die richtigen Mengen aller acht verschiedenen Glykonährstoffe zu sich zu nehmen.

  • Unter Glykoproteinen (Glycoproteine) werden Makromoleküle verstanden, die aus einem Protein und einer oder mehreren kovalent gebundenen Kohlenhydrat-Gruppen (Zuckergruppen) bestehen. In den Glykoproteinen des Menschen spielen nur acht Zucker eine wichtige Rolle.

Hier ein Überblick über diese Stoffe:

1. Fucose ist vor allem in Heilpilzen, Seetang (Kelp und Wakame) und Bierhefe enthalten.

2. Galactose kommt in der Nahrung sehr häufig vor, beispielsweise in Milchprodukten, Obst (Äpfel, Aprikosen, Bananen, Brombeeren, Kirschen, Cranberries, Johannisbeeren, Datteln, Weintrauben, Kiwis, Mangos, Orangen, Nektarinen, Pfirsiche, Birnen, Ananas, Pflaumen, Zwetschgen, Himbeeren, Rhabarber, Erdbeeren, Passionsfrüchte, Echinacea, Weihrauch, Bockshornklee, Kastanien, Brokkoli, Rosenkohl, Avocado, Kohl, Karotten, Blumenkohl, Sellerie, Gurken, Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, Lauch, Spargel, Kopfsalat, grüne Bohnen, Pilze (nicht Champignons), rote Rüben, Zwiebeln, Pastinaken, grüne Erbsen, Kürbis, Spinat.

3. Glukose ist ebenfalls weit verbreitet, jedoch in den folgenden Obst- und Gemüsesorten in höherer Konzentration enthalten: Honig, Weintrauben, Bananen, Kirschen, Erdbeeren, Mangos, Aloe Vera Gel, Süßholz, Sarsaparilla, Weißdorn, Knoblauch, Seetang und Echinacea.

4. Mannose ist nicht leicht in Lebensmitteln zu finden. Eine der Hauptquellen ist Aloe Vera Gel. Andere Quellen sind Bockshornklee, schwarze oder rote Johannisbeeren, Stachelbeeren, grüne Bohnen, Kohl, Auberginen, Tomaten, Rüben, Shiitake-Pilze und Seetang.

5. N-Acetylgalactosamin kommt in der normalen Ernährung NICHT vor. Es kommt in Rinder- und Haifischknorpel sowie in Rotalgen vor.

6. N-Acetylglucosamin kommt am häufigsten in Form von Glucosaminsulfat vor, einem Nahrungsergänzungsmittel zur Behandlung von Arthritis.

7. N-Acetylneuraminsäure (Sialinsäure) ist in Molkenproteinisolat oder -konzentrat enthalten, nicht in Pulver (Konzentrat enthält höhere Mengen als Isolat).

8. Xylose ist in Guave, Birne, Brombeere, Loganbeere, Himbeere, Aloe Vera Gel, Kelp, Echinacea, Boswellia, Flohsamen, Brokkoli, Spinat, Aubergine, Erbse, grüne Bohnen, Okra, Kohl und Mais enthalten.

  • Wie die beschriebene Übersicht zeigt, ist es wichtig, die richtigen Obst- und Gemüsesorten zu verzehren, um den Körper mit ausreichenden Mengen aller acht Glykonährstoffe zu versorgen.

Gesundheitliche Relevanz

In unserem Körper gibt es eine Vielzahl von Zuckern, den sogenannten Kohlenhydraten, die für das reibungslose Funktionieren unserer Zellen unerlässlich sind.

Kohlenhydrate, die sich auf der Oberfläche der Zellen befinden, ermöglichen es den Zellen zum Beispiel, sich gegenseitig zu erkennen und miteinander zu interagieren. Diese Kohlenhydrate helfen dem Körper auch zu erkennen, ob es sich um gesunde oder kranke Zellen handelt, und bestimmen dementsprechend, wie das Immunsystem diese Zellen behandeln soll.

  • Viele Medikamente zielen auf Proteine in unserem Körper ab, um Krankheiten zu behandeln, aber Kohlenhydrate stellen eine einzigartige und große Klasse von Angriffspunkten für Medikamente dar, die für die Entwicklung neuer Therapien genutzt werden könnten.

Kohlenhydrate haben sehr komplexe Strukturen, die es für biomedizinische Forscher schwierig machen, sie zu untersuchen. Dies hat die Verwendung von Kohlenhydraten als Angriffspunkte für Medikamente zur Behandlung menschlicher Krankheiten bisher weitgehend verhindert.

 

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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