Echinacea: Was die Wirkung der Pflanze bei Infektionskrankheiten beeinflusst

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 6. März 2023, Lesezeit: 5 Minuten

Wirkung von Echinacea (Sonnenhut) bei Infektionskrankheiten

Forscher der University of Mississippi und der Mississippi State University haben in einer Studie die Unterschiede in den Bakterien in Echinacea-Pflanzen untersucht, die darüber entscheiden können, ob und wie stark sie das Immunsystem stärken und Infektionskrankheiten wie Erkältungen bekämpfen.

  • Sowohl die Art als auch die Menge der Bakterien in den Pflanzen können zu den unterschiedlichen Wirkungen beitragen.

Echinacea wird häufig als natürliches Mittel zur Behandlung von Erkältungen und anderen Infektionen eingesetzt, da es das Immunsystem stimulieren soll.

Klinische Studien zur Wirksamkeit von Echinacea (Sonnenhut) waren jedoch widersprüchlich und schwer zu interpretieren – zum Teil, weil in den Studien verschiedene Pflanzenarten und Pflanzenteile verwendet wurden und das Material aus verschiedenen Regionen stammte. Außerdem sind die Wirkmechanismen von Echinacea für die therapeutischen Effekte noch nicht vollständig geklärt.

  • Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten Pflanzenmaterial von Echinacea purpurea sowohl von kommerziellen Produzenten als auch von frisch geernteten Pflanzen (aus Gewächshäusern oder Wildwuchs).

Anschließend isolierte das Forscherteam Bakterienkolonien aus dem Pflanzenmaterial, behandelte sie im Labor, stellte Extrakte her und maß die Fähigkeit der Extrakte, Makrophagen zu stimulieren.

  • Weitere Labortests identifizierten jedes Bakterientaxon (d.h. die biologische Klassifizierung), das zu dieser Aktivität beigetragen haben könnte.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten fest, dass die Pflanzenproben Bakterien aus 38 verschiedenen Gattungen enthielten.

Am häufigsten waren Proteobakterien vertreten, die auch die stärksten Makrophagen-Aktivatoren waren. Sowohl im frischen Pflanzenmaterial als auch in den Extrakten wurde der Grad der Makrophagenaktivierung durch die Menge und Art der Bakterien bestimmt.

  • Die Forscher glauben, dass diese Ergebnisse helfen könnten zu erklären, warum klinische Studien mit Echinacea zur Behandlung von Erkältungen so uneinheitlich ausfielen.

Sie wiesen auch darauf hin, dass die Ergebnisse zu einer wachsenden Zahl von Belegen dafür beitragen, dass die Einnahme bestimmter Bakterienarten oder bakterieller Bestandteile Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben kann.

  • Die Forschungsarbeit von Wissenschaftlern der University of Mississippi und der Mississippi State University wurde in der Fachzeitschrift Planta Medica veröffentlicht.

Echinacea wird als pflanzlicher Wirkstoff bei Erkältungen und anderen Infektionen angepriesen, weil man davon ausgeht, dass es das Immunsystem anregt, Infektionen wirksamer zu bekämpfen.

Echinaceapräparate werden auch für die Anwendung auf der Haut zur Behandlung von Wunden und Hautproblemen beworben.

Mehrere Echinacea-Arten, am häufigsten Echinacea purpurea oder Echinacea angustifolia, können in Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sein.

Echinacea enthält mehrere chemische Stoffe, die für seine therapeutische Wirkung verantwortlich sind. Dazu gehören Polysaccharide, Glykoproteine, Alkamide, ätherische Öle und Flavonoide.

Weitere Studien über die Wirkung von Echinacea

Verschiedene Labor- und Tierstudien weisen darauf hin, dass Echinacea Wirkstoffe enthält, die die Immunfunktion stärken, Schmerzen lindern, Entzündungen reduzieren und hormonelle, antivirale und antioxidative Wirkungen haben.

Es wurden zahlreiche Studien über Echinacea bei Erkältungen und anderen Infektionen der oberen Atemwege durchgeführt. Die Verwendung dieser Heilpflanze für andere gesundheitliche Zwecke ist weit weniger erforscht.

Die Einnahme von Echinacea kann die Wahrscheinlichkeit einer Erkältung leicht verringern. Es ist nicht erwiesen, dass Echinacea die Dauer einer Erkältung verkürzt.

Ob die Heilpflanze auch bei anderen Gesundheitsproblemen hilft, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Eine Studie deutet darauf hin, dass die Wirkung von Echinacea auf die Immunzellen von der Art und der Menge der Bakterien in den Echinacea-Pflanzen abhängt und dass die Zusammensetzung des Bodens, in dem die Pflanzen angebaut werden, diese Bakteriengemeinschaft beeinflussen kann.

  • Diese Forschungsergebnisse stammen jedoch aus Laboruntersuchungen an isolierten Zellen und nicht aus Studien am Menschen.

Bekannte Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Für die meisten Erwachsenen ist die kurzzeitige orale (durch den Mund) Einnahme von Echinacea höchstwahrscheinlich unbedenklich; die Unbedenklichkeit einer langfristigen Einnahme ist unklar.

Obwohl einige vorläufige Studien zur Anwendung von Echinacea während der Schwangerschaft durchgeführt wurden, ist die Unbedenklichkeit der Anwendung dieser Heilpflanze während der Schwangerschaft und Stillzeit noch nicht gesichert.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Echinacea sind Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit oder Magenschmerzen.

Manche Menschen reagieren allergisch auf Echinacea, was schwerwiegend sein kann. Einige Kinder, die an einer klinischen Studie teilnahmen, entwickelten Hautausschläge, die möglicherweise auf eine allergische Reaktion zurückzuführen waren.

  • Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand ist das Risiko von Wechselwirkungen zwischen Echinacea-Präparaten und den meisten Arzneimitteln gering.

Quellen

  • NHS
  • National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH)
  • University of Mississippi / Mississippi State University
  • Haron MH, Tyler HL, Pugh ND, et al. Activities and prevalence of Proteobacteria members colonizing Echinacea purpurea fully account for macrophage activation exhibited by extracts of this botanical. Planta Medica. 2016;82(14):1258-1265.

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