Forschung: Vitamin-D-Mangel mit höherem Risiko einer Fehlgeburt verbunden

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Dirk de Pol, aktualisiert am 1. Juni 2023, Lesezeit: 5 Minuten

Wie hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt oder eines Schwangerschaftsabbruchs?

Etwa 50 Prozent aller befruchteten Eizellen gehen spontan ab, meist bevor die Frau weiß, dass sie schwanger ist.

Von den Frauen, die wissen, dass sie schwanger sind, erleiden etwa 10 bis 25 Prozent eine Fehlgeburt. Die meisten Fehlgeburten treten in den ersten sieben Wochen der Schwangerschaft auf.

Bis zur sechsten Woche ist das Risiko einer Fehlgeburt am höchsten. In den ersten ein bis zwei Wochen kann es zu einer Fehlgeburt kommen, ohne dass die Frau etwas von ihrer Schwangerschaft bemerkt. Es kann sich sogar wie eine verspätete Menstruation anfühlen.

  • In vielen Fällen ist die Ursache einer Fehlgeburt nicht bekannt und es wäre nicht möglich gewesen, sie zu verhindern.

Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft vorbeugen

Laut einer neuen Studie von Forschern der University of Birmingham haben Frauen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt.

Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels und die Behandlung eines Vitamin-D-Mangels vor der Geburt vorteilhafter sein könnten als die ausschließliche Einnahme von Vitamin D3 während des ersten Trimesters.

  • Für die Studie werteten Forschende des Tommy’s National Centre for Miscarriage Research und der University of Birmingham alle Studien aus, die sich mit den Auswirkungen von Vitamin D (Cholecalciferol) während der Schwangerschaft befassten.

Rolle von Vitamin D in der Schwangerschaft

Die Auswertung der Studiendaten zeigte einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel einer Frau und dem Risiko, eine Fehlgeburt oder eine erneute Fehlgeburt zu erleiden.

  • Vitamin-D-Mangel ist weit verbreitet, und bei Schwangeren ist die Wahrscheinlichkeit eines Mangels besonders hoch.

Allen Schwangeren wird empfohlen, während der Schwangerschaft Vitamin-D-Präparate einzunehmen, um die Entwicklung von Knochen, Zähnen und Muskeln des Kindes zu unterstützen.

Inzwischen ist klar, dass die Rolle von Vitamin D weitaus umfassender ist, da ein niedriger Vitamin-D-Spiegel mit anderen schwerwiegenden Schwangerschaftsproblemen in Verbindung gebracht wird, darunter Probleme bei der Empfängnis und Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie und Frühgeburt.

Die Forschung hat bereits gezeigt, dass eine niedrig dosierte Vitamin-D-Supplementierung dazu beitragen kann, das Risiko für diese Erkrankungen zu verringern.

Vitamin D kann in der Schwangerschaft unter anderem deshalb wichtig sein, weil es für die Knochenentwicklung des heranwachsenden Kindes unentbehrlich ist.

Auch die Plazenta produziert große Mengen der aktiven Form von Vitamin D, und es gibt wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass Vitamin D in der Frühschwangerschaft eine wichtige Rolle spielt, unter anderem bei der Regulierung der mütterlich-fötalen Immunreaktionen und der Entwicklung der Blutgefäße, die für eine gesunde Schwangerschaft wichtig sind, so die Forscher.

Wie lässt sich das Risiko einer Fehlgeburt außerdem verringern?

Es gibt Möglichkeiten, das Risiko einer Fehlgeburt zu verringern, zum Beispiel indem man während der Schwangerschaft nicht raucht, keinen Alkohol trinkt und keine illegalen Drogen nimmt, sich gesund und ausgewogen ernährt (mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag).

Außerdem sollten Frauen während der Schwangerschaft bestimmte Lebensmittel meiden, die krank machen oder dem Kind schaden können.

Folgende Lebensmittel sind beispielsweise während der Schwangerschaft nicht zu empfehlen:

  • Innereien, rohes und nicht durchgegartes Fleisch und Wurstwaren
  • roher oder geräucherter Fisch und Meeresfrüchte
  • rohe oder weiche gekochte Eier
  • Roheierspeisen wie Tiramisu
  • Rohmilchkäse, Weichkäse, Edelschimmelkäse
  • ungewaschenes Obst und Gemüse sowie abgepackte Salate und Salate von Salatbars oder Buffets
  • Koffein über 300 mg/Tag (beispielsweise koffeinhaltige Getränke wie Kaffe, grüner und schwarzer Tee, Energydrinks, Softdrinks wie Cola, etc.)

Normalgewicht vs. Übergewicht

Normalgewicht vor der Schwangerschaft senkt das Risiko einer Fehlgeburt. Übergewicht erhöht das Fehlgeburtsrisiko.

Bisher gibt es keine Belege dafür, dass eine Gewichtsabnahme während der Schwangerschaft das Risiko einer Fehlgeburt senkt, aber eine gesunde Ernährung und Aktivitäten wie Spazierengehen und Schwimmen während der Schwangerschaft werden empfohlen.

Behandlung einer festgestellten Ursache einer Fehlgeburt

Manchmal kann die Ursache einer Fehlgeburt festgestellt werden. In diesen Fällen ist eine Behandlung möglich, um weitere Fehlgeburten zu verhindern.

Das Antiphospholipid-Syndrom (APS), auch Hughes-Syndrom genannt, ist eine Erkrankung, bei der sich Blutgerinnsel bilden. Die Erkrankung kann mit Medikamenten behandelt werden.

Studien haben gezeigt, dass eine Kombination aus Aspirin und einem speziellen Medikament, das die Bildung von Blutgerinnseln verhindert (Antikoagulans), die Chancen auf eine Schwangerschaft bei Frauen mit diesem Syndrom erhöhen kann.

Schwacher Gebärmutterhals: Eine Gebärmutterhalsschwäche, auch Zervixinsuffizienz genannt, kann durch eine Operation behandelt werden, bei der ein kleiner Faden um den Gebärmutterhals gelegt wird, um ihn geschlossen zu halten.

  • Diese Operation wird normalerweise nach den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft durchgeführt.

Quellen

  • NIH
  • NHS
  • University of Birmingham
  • Vitamin D and miscarriage: a systematic review and meta-analysis by Jennifer A Tamblyn, Nicole S P Pilarski, Alexandra d Markland, Ella J Marson, Adam Devall, Martin Hewison, Rachel K Morris and Arri Coomarasamy / Fertility & Sterility; DOI: https://doi.org/10.1016/j.fertnstert.2022.04.017

ddp

Vitamin D3 wissenschaftlich geprüft

Quelle: Youtube/maiLab

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