Herzrhythmusstörungen: Vitamin D und Fischöl verringern nicht das Risiko von Vorhofflimmern

Herzrhythmusstörungen: Vitamin D und Fischöl verringern nicht das Risiko von Vorhofflimmern

Ein Beitrag der Medizin Doc Redaktion vom 15. November 2020

Cedars-Sinai Medical Center: Neue Forschungsergebnisse, zeigen, dass weder Vitamin D noch die im Fischöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren die Entstehung von Vorhofflimmern, einer potenziell schweren Herzrhythmusstörung, verhindern. Vorhofflimmern ist die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen.

Die Studienergebnisse unterstützen nicht die Einnahme von Fischöl oder Vitamin-D-Ergänzungsmitteln zur Vorbeugung von Vorhofflimmern, so Dr. Christine M. Albert, Hauptautorin der Studie und Leiterin der kardiologischen Abteilung des Smidt-Heart-Instituts.

Diese Präparate erhöhten den Studienergebnissen zufolge jedoch auch nicht das Risiko von Vorhofflimmern, was für Menschen, die solche Präparate wegen anderer gesundheitlicher Probleme einnehmen, eine gute Nachricht ist, so die Forscher.

Die Daten aus früheren Beobachtungsstudien waren widersprüchlich, so dass sowohl Patienten als auch Mediziner hinsichtlich der Empfehlungen zur Vorbeugung von Vorhofflimmern mit diesen Nahrungsergänzungsmitteln verunsichert waren.


Bei der vorliegenden Studien handelt es sich um die erste groß angelegte Untersuchung. Die Resultate basieren auf einer randomisierten klinischen Studie, an der mehr als 25.000 Männer und Frauen aus den USA ohne Vorgeschichte von Vorhofflimmern teilgenommen haben. Innerhalb eines Zeitraums von mehr als fünf Jahren wurde bei 900 oder 3,6 Prozent der Teilnehmer Vorhofflimmern diagnostiziert.

Dabei gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Studienteilnehmern, die Vitamin D oder Fischölpräparate eingenommen hatten, und denen, die ein Placebo erhalten hatten.

Vorhofflimmern ist die häufigste Form eines abnormalen Herzrhythmus, bei der sich das Herz unregelmäßig und manchmal zu schnell zusammenzieht (Herzrhythmusstörungen). Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit 33 Millionen Menschen davon betroffen sind.

Durch Herzrhythmusstörungen kann es zu Gerinnseln in der Vorhofkammer des Herzens kommen, die dann vom Herzen ins Gehirn wandern und einen Schlaganfall verursachen können. Vorhofflimmern kann außerdem zu einer Schwächung der unteren Herzkammer führen, was eine Flüssigkeitsansammlung oder eine Herzinsuffizienz zur Folge haben kann. Besonders zu beachten ist, dass es häufig zu erheblichen Symptomen führt, die sich negativ auf die Lebensqualität auswirken können.

Obwohl die vorliegende Forschungsarbeit wichtig ist, um Patienten über wirksame Präventivmaßnahmen aufzuklären, betonen die Wissenschaftler die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Vermeidung von Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern.

Auch wenn Fischöl und die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren oder Vitamin-D-Ergänzungsmittel Vorhofflimmern nicht verhindern, haben neuere Forschungsarbeiten gezeigt, dass Änderungen des Lebensstils wie die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts, die Kontrolle des Blutdrucks und die Einschränkung des Alkoholkonsums das Risiko für Vorhofflimmern senken können, so die Autoren der Studie abschließend.

(Quellen: Cedars-Sinai Medical Center / American Heart Association)

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