Krebs-Immuntherapie: Plasma-Pflaster kann Behandlung von Melanomen wirksamer machen

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 5. Februar 2020, Lesezeit: 3 Minuten

Kaltes Plasma-Pflaster gegen Melanome? Wissenschaftler des UCLA Jonsson Comprehensive Cancer Center haben ein medizinisches Plasma-Pflaster entwickelt, das Immunkontrollpunkt-Hemmer und kaltes Plasma direkt an Tumore abgibt, um die Immunreaktion (Immunantwort) zu verstärken und Krebszellen abzutöten.

Das daumengrosse Plasma-Pflaster hat mehr als 200 Mikrohohlnadeln, die in die Haut und in das Tumorgewebe eindringen können. Das kalte Plasma wird durch die Mikrohohlnadeln abgegeben und zerstört die Krebszellen, was die Freisetzung tumorspezifischer Antigene erleichtert und die Immunreaktion (Immunantwort) verstärkt.

Die Immunkontrollpunkt-Hemmer – Antikörper, die Kontrollpunkt-Proteine blockieren, was die Funktion des Immunsystems beeinträchtigt und das Immunsystem daran hindert, Krebszellen zu zerstören – werden ebenfalls über die Mikrohohlnadeln freigesetzt, um die T-Zell-vermittelten Anti-Krebs-Wirkungen zu verstärken.

In der vorliegenden Studie, die in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht wurde, fanden die Forscher der UCLA heraus, dass die Verabreichung der beiden Therapien an Mäuse mit Melanom (schwarzer Hautkrebs) unter Verwendung des Plasma-Pflasters das Immunsystem in die Lage versetzt, den Krebs besser zu bekämpfen, das Wachstum des Tumors signifikant zu hemmen und das Überleben der Mäuse zu verlängern.

Die Forscher konnten auch nachweisen, dass die Therapie mit dem Plasma-Pflaster nicht nur das Wachstum des angegriffenen Tumors hemmt, sondern auch das Wachstum von Tumoren, die sich auf andere Körperteile ausgebreitet haben, hemmen kann.

Die Studie ist auch die erste, die zeigt, dass kaltes Plasma die Krebsimmuntherapie wirksam ergänzen kann. Plasma, das normalerweise heiß ist, ist ein ionisiertes Gas, das mehr als 99 Prozent des Universums ausmacht. In diesem Fall wird kaltes Plasma durch ein kleines Gerät erzeugt, das bei atmosphärischem Druck und Raumtemperatur arbeitet. Daher kann kaltes Plasma direkt auf den Körper aufgetragen werden.

Das Forscherteam testete das kalte Plasmapflaster an Mäusen mit Melanom-Tumoren. Die Mäuse, die behandelt wurden, zeigten einen erhöhten Spiegel an dendritischen Zellen, einer spezifischen Art von weißen Blutkörperchen, die das Immunsystem vor einem fremden Eindringling warnen und eine T-Zell-vermittelte Immunreaktion auslösen.

Die Gruppe von Mäusen zeigte auch ein verzögertes Tumorwachstum im Vergleich zur der nicht behandelten Gruppe. 57 Prozent der Mäuse lebten noch nach 60 Tagen, während die Mäuse in den anderen Kontrollgruppen alle gestorben waren.

Nach Meinung von Zhen Gu, Professor für Biotechnik an der UCLA Samueli School of Engineering, kann diese Behandlungsstrategie möglicherweise über die Krebs-Immuntherapie hinausgehen. Zusammen mit anderen Behandlungen kann diese minimal-invasive Methode auf verschiedene Krebsarten und eine Vielzahl von Krankheiten ausgedehnt werden, so der Wissenschaftler.

Das kalte Plasma-Pflaster muss noch weitere Tests und Zulassungen durchlaufen, bevor es beim Menschen eingesetzt werden kann. Das Forscherteam ist jedoch der Ansicht, dass der Ansatz sehr vielversprechend ist.

(Quelle: University of California – Los Angeles Health Sciences/Journal Proceedings of the National Academy of Sciences)

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