Intervallfasten 16:8: Studie bestätigt nachhaltigen Gewichtsverlust nach zwölf Monaten

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Dr. Amalia Michailov, aktualisiert am 7. Juli 2026, Lesezeit: 8 Minuten

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung liefert überzeugende Belege dafür, dass ein auf acht Stunden begrenztes Essfenster, besser bekannt als 16:8 Intervallfasten, übergewichtigen und adipösen Erwachsenen dabei helfen kann, ihren Gewichtsverlust auch ein volles Jahr nach Abschluss der eigentlichen Diätphase zu erhalten. Die Studie wurde von Forschenden der Universität Granada (UGR), des Instituts für Biomedizinische Forschung Granada (ibs.GRANADA), der Öffentlichen Universität Navarra sowie des spanischen Biomedizinischen Forschungsnetzwerks CIBER durchgeführt und kürzlich im renommierten Fachjournal Clinical Nutrition veröffentlicht.

Was die Studie zeigt

An der Untersuchung nahmen insgesamt 99 erwachsene Personen teil, die Hälfte davon Frauen, alle mit Übergewicht oder Adipositas. Ziel war es zu klären, ob die kurzfristigen Effekte des zeitlich begrenzten Essens, im Englischen als Time Restricted Eating (TRE) bezeichnet, auch langfristig Bestand haben.

Während der ersten zwölf Wochen wurden die Teilnehmenden in vier Gruppen eingeteilt; alle folgten parallel einem Ernährungsprogramm nach mediterranem Vorbild:

  • eine Kontrollgruppe mit gewohntem Essfenster von zwölf Stunden oder mehr,
  • eine Gruppe mit frühem Fasten, deren achtstündiges Essfenster vor 10 Uhr begann,
  • eine Gruppe mit spätem Fasten, deren Essfenster nach 13 Uhr begann,
  • eine Gruppe mit frei wählbarem, selbst gewähltem achtstündigem Essfenster.

Gewicht, Fettmasse und fettfreie Masse wurden vor und nach der zwölfwöchigen Intervention sowie erneut zwölf Monate nach Studienende gemessen. Diese Nachuntersuchung ist Teil eines größeren Forschungsprojekts, dessen zentrale Ergebnisse zuvor im Fachjournal Nature Medicine erschienen waren. Dort hatte sich gezeigt, dass Teilnehmende mit zeitlich begrenztem Essen, unabhängig vom gewählten Zeitfenster, im Schnitt drei bis vier Kilogramm mehr verloren als jene, die lediglich allgemeine Ernährungsempfehlungen erhielten.

Frühes und spätes Fasten gleichermaßen wirksam

Die aktuellen Ergebnisse belegen, dass sowohl die Gruppe mit frühem als auch die Gruppe mit spätem Fasten nach zwölf Monaten einen deutlich größeren Gewichtsverlust hielten als die Kontrollgruppe mit gewohnter Essroutine. Bemerkenswert ist zudem, dass die Gruppe mit frühem Essfenster eine stärkere Reduktion der Fettmasse aufrechterhielt als alle anderen Gruppen.

Für die Forschenden ist das ein wichtiger Hinweis darauf, dass eine Ernährungsintervention mit zeitlich begrenztem Essen nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig praktikabel und wirksam ist, unabhängig davon, ob die Mahlzeiten morgens oder nachmittags eingenommen werden.

Die Rolle der Erstautorin

Dr. Alba Camacho Cardeñosa, Forscherin am Universitätsinstitut für Sport und Gesundheit (iMUDS) der UGR und Postdoktorandin am ibs.GRANADA in der Abteilung für Endokrinologie und Ernährung des Universitätsklinikums San Cecilio, ist Erstautorin der Studie. Sie erklärt, dass bislang zwar bekannt war, dass Intervallfasten kurzfristig zu einem moderaten Gewichtsverlust führt, jedoch unklar blieb, ob dieser Effekt über die Zeit stabil bleibt. Durch die Nachbeobachtung zwölf Monate nach Interventionsende konnte das Forschungsteam nun zeigen, dass die Veränderungen des Körpergewichts tatsächlich anhalten.

Ein weiteres, aus Sicht der Forschenden besonders positives Ergebnis: Etwa jede dritte Person entschied sich, das Intervallfasten auch nach Studienende eigenständig fortzusetzen. Das deutet darauf hin, dass sich diese Ernährungsform vergleichsweise einfach in den Alltag integrieren lässt.

Flexibilität als Erfolgsfaktor gegen Adipositas

Geleitet wurde die Studie von Forschenden der Forschungsgruppe PROFITH CTS-977 am ibs.GRANADA unter Leitung von Professor Jonatan Ruiz Ruiz, in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum San Cecilio, dem Universitätsklinikum Virgen de las Nieves in Granada, der Öffentlichen Universität Navarra sowie den CIBER-Netzwerken für Adipositasforschung (CIBEROBN) und für Gebrechlichkeit und gesundes Altern (CIBERFES).

Die Forschenden betonen, dass bereits eine zwölfwöchige Phase mit Intervallfasten eine wirksame mittelfristige Strategie zur Gewichtskontrolle bei übergewichtigen und adipösen Erwachsenen darstellen kann. Da sich sowohl frühes als auch spätes Essfenster als wirksam erwiesen haben, ergibt sich für Betroffene ein wichtiger praktischer Vorteil: Sie können das Zeitfenster wählen, das am besten zu ihrem Alltag, ihrem Arbeitsrhythmus und ihren familiären Verpflichtungen passt. Diese Flexibilität kann die Therapietreue, im Fachjargon Adhärenz genannt, deutlich verbessern und damit die Erfolgsaussichten der Adipositasbehandlung erhöhen.

Forschung zu Biomarkern und Stoffwechselerkrankungen

Die Forschungsgruppe MP20, die sich mit Biomarkern für Stoffwechsel- und Knochenerkrankungen am ibs.GRANADA beschäftigt, untersucht neue therapeutische Zielstrukturen für metabolische, ossäre und kardiovaskuläre Erkrankungen. Sie kombiniert bioinformatische und klinische Methoden, um Diagnoseinstrumente zu entwickeln und Behandlungen zu bewerten. Zu den zentralen Erkenntnissen der Gruppe zählt neben der Bedeutung von Intervallfasten bei Adipositas und ihren Begleiterkrankungen auch die Nutzung von Knochenmarkern zur Vorhersage des kardiovaskulären Risikos.

Praktische Hinweise für den Alltag

Wer über eine Umstellung auf ein achtstündiges Essfenster nachdenkt, sollte einige Punkte berücksichtigen:

  1. Zeitfenster realistisch wählen. Sowohl ein frühes Fenster (etwa 9 bis 17 Uhr) als auch ein spätes Fenster (etwa 13 bis 21 Uhr) zeigten in der Studie vergleichbare Effekte auf den Gewichtserhalt.
  2. Ernährungsqualität beachten. In der Studie wurde das Intervallfasten mit einer mediterranen Ernährungsweise kombiniert, reich an Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Olivenöl und magerem Eiweiß.
  3. Langfristige Gewohnheit anstreben. Da rund ein Drittel der Teilnehmenden die Methode freiwillig fortführte, spricht vieles dafür, dass sich das Prinzip gut in bestehende Tagesabläufe integrieren lässt.
  4. Individuelle Beratung einholen. Menschen mit Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft, mit Essstörungen in der Vorgeschichte oder unter Medikamenteneinnahme sollten vor einer Umstellung ärztlichen Rat einholen.

Diese Studie liefert damit einen weiteren wichtigen Baustein für die Debatte um wirksame, alltagstaugliche Strategien der Gewichtsregulation, die über kurzfristige Diäteffekte hinausgehen und eine echte Alternative oder Ergänzung zu medikamentösen Ansätzen bei Adipositas darstellen können.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was bedeutet die 16:8 Methode genau? Bei dieser Form des Intervallfastens wird die tägliche Nahrungsaufnahme auf ein achtstündiges Fenster begrenzt, während in den übrigen sechzehn Stunden gefastet wird, wobei üblicherweise Wasser, ungesüßter Tee oder schwarzer Kaffee erlaubt bleiben.

Ist frühes oder spätes Essen besser für den Fettabbau? Laut der aktuellen Studie zeigte die Gruppe mit frühem Essfenster (Beginn vor 10 Uhr) nach zwölf Monaten eine etwas stärkere Reduktion der Fettmasse als die Gruppe mit spätem Essfenster, wobei beide Gruppen insgesamt vom Ansatz profitierten.

Wie viel Gewicht lässt sich durch zeitlich begrenztes Essen realistisch verlieren? Frühere Ergebnisse desselben Forschungsprojekts, veröffentlicht in Nature Medicine, zeigten einen durchschnittlichen zusätzlichen Gewichtsverlust von drei bis vier Kilogramm im Vergleich zu einer Gruppe ohne zeitliche Einschränkung des Essens.

Muss man die Methode dauerhaft strikt einhalten, um Erfolge zu behalten? Nicht zwingend. In der Nachuntersuchung behielten Teilnehmende auch dann einen Großteil ihres Gewichtsverlusts, wenn sie das strenge Zeitfenster nach der Studie nicht mehr exakt einhielten, was auf einen möglichen Langzeiteffekt der anfänglichen Gewohnheitsänderung hindeutet.

Für wen eignet sich Intervallfasten möglicherweise nicht? Menschen mit einer Vorgeschichte von Essstörungen, Schwangere, Stillende, Personen mit bestimmten Stoffwechselerkrankungen oder unter engmaschiger Medikation sollten diese Ernährungsform nicht ohne ärztliche Rücksprache beginnen.

Verändert das Intervallfasten den Stoffwechsel dauerhaft? Die Studie untersuchte vor allem Gewicht, Fettmasse und fettfreie Masse; direkte Aussagen zu dauerhaften Stoffwechselveränderungen kann ich nicht bestätigen (I cannot confirm that), da dazu weitere Langzeitdaten nötig wären.

Ist Sport während des Intervallfastens notwendig, um die Ergebnisse zu erreichen? Die vorliegende Untersuchung kombinierte das zeitlich begrenzte Essen in erster Linie mit einer mediterranen Ernährung; konkrete Angaben zu einem begleitenden Trainingsprogramm als Voraussetzung für den beschriebenen Erfolg kann ich nicht bestätigen (I cannot confirm that).

Wie unterscheidet sich diese Studie von früheren Untersuchungen zum Intervallfasten? Der entscheidende Unterschied liegt in der langen Nachbeobachtungszeit von zwölf Monaten nach Abschluss der eigentlichen Interventionsphase, während viele frühere Studien vor allem kurzfristige Effekte über wenige Wochen bis Monate erfasst haben, ohne zu prüfen, ob der Gewichtsverlust anschließend stabil bleibt.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellen

Camacho-Cardenosa, A., et al. (2026). Effects of an early, late, and self-selected time-restricted eating intervention on weight loss maintenance in adults with overweight or obesity: A 12-month follow-up of a randomized controlled trial. Clinical Nutrition. https://doi.org/10.1016/j.clnu.2026.106706

Universidad de Granada. (2026, July 2). Intermittent fasting maintains long-term weight loss. https://www.ugr.es/en/about/news/intermittent-fasting-maintains-long-term-weight-loss

News-Medical.net. (2026, July 2). Eight-hour eating window sustains long-term weight loss. https://www.news-medical.net/news/20260702/Eight-hour-eating-window-sustains-long-term-weight-loss.aspx

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