Forschung: Welche Wirkung Grüner Tee (Camellia sinensis) auf die Gesundheit hat

Heilpflanzen

Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 25. November 2022, Lesezeit: 6 Minuten

Grüner, schwarzer und Oolong-Tee stammen alle von der gleichen Pflanze, Camellia sinensis, werden aber nach unterschiedlichen Methoden zubereitet.

Grüner Tee und seine Bestandteile, darunter Epigallocatechin-3-gallat (EGCG), wurden auf ihre mögliche Schutzwirkung gegen Herzkrankheiten und Krebs untersucht.

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gehen davon aus, dass die gesundheitlichen Eigenschaften von grünem Tee vor allem auf Polyphenole zurückzuführen sind, chemische Stoffe mit starkem antioxidativem Potenzial.

Tatsächlich scheint die antioxidative Wirkung der Polyphenole (Bitterstoffe) größer zu sein als die von Vitamin C. Die Polyphenole in grünem Tee verleihen ihm auch einen etwas bitteren Geschmack.

Die in Tees enthaltenen Polyphenole werden als Catechine bezeichnet. Grüner Tee enthält sechs primäre Catechinverbindungen: Catechin, Gallaogatechin, Epicatechin, Epigallocatechin, Epicatechingallat und Apigallocatechingallat (auch bekannt als EGCG). EGCG ist der am meisten untersuchte Polyphenolbestandteil in grünem Tee und der aktivste.

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat eine topische Salbe zugelassen, die extrahierte Bestandteile von grünen Teeblättern enthält und zur Behandlung von Genitalwarzen verwendet wird.

Studien zur Wirksamkeit von grünen Tee

Obwohl zahlreiche Studien über grünen Tee und seine Extrakte durchgeführt wurden, können noch keine endgültigen Schlussfolgerungen darüber gezogen werden, ob grüner Tee für die meisten der Anwendungszwecke, für die er verwendet wird, hilfreich ist.

Grüner Tee enthält Koffein. Wenn man über den Tag verteilt koffeinhaltige Getränke trinkt, scheint dies einem Nachlassen der Wachsamkeit vorzubeugen. In einer Studie wurde untersucht, wie sich die Einnahme nur eines Hauptbestandteils von grünem Tee – EGCG – auf die geistigen Fähigkeiten auswirkt. In dieser Studie verbesserten sich die geistigen Fähigkeiten von Erwachsenen nicht.

  • Die US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA hat eine spezielle Salbe mit Grüntee-Extrakt als verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von Genitalwarzen zugelassen.

Studien zu grünem Tee und Krebs bei Menschen haben zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt. Das National Cancer Institute spricht keine Empfehlung für oder gegen die Verwendung von grünem Tee zur Verringerung des Krebsrisikos aus.

Eine kleine Anzahl von Studien deutet darauf hin, dass sowohl grüner als auch schwarzer Tee positive Auswirkungen auf einige Risikofaktoren für Herzkrankheiten, einschließlich Blutdruck und Cholesterin, haben könnte.

Die Forschung ist jedoch mit Einschränkungen behaftet, unter anderem aufgrund der Art der Datenauswertung und der unterschiedlichen Studienpopulationen, man kann also keine endgültigen Schlussfolgerungen ziehen.

  • Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass Extrakte aus grünem Tee bei übergewichtigen oder fettleibigen Erwachsenen zu einer nennenswerten Gewichtsabnahme führen.
  • Es konnte auch nicht nachgewiesen werden, dass sie zur Aufrechterhaltung einer Gewichtsabnahme beitragen.
  • Es ist unklar, ob grüner Tee bei anderen Erkrankungen hilfreich ist.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Grüner Tee gilt als gesundheitlich unbedenklich, wenn er als Getränk in Mengen von bis zu acht Tassen pro Tag konsumiert wird. Zu beachten ist, dass auf den Etiketten der Produkte nur die Menge des zugesetzten Koffeins angegeben werden muss, nicht aber das Koffein, das von Natur aus in grünem Tee enthalten ist.

Der Genuss von grünem Tee kann während der Schwangerschaft und der Stillzeit unbedenklich sein, wenn er in Mengen von bis zu 6 Tassen pro Tag konsumiert wird (nicht mehr als etwa 300 mg Koffein).

Der Konsum von mehr als dieser Menge während der Schwangerschaft kann gefährlich sein und das Risiko negativer Auswirkungen erhöhen. Grüner Tee kann auch das Risiko von Geburtsfehlern in Verbindung mit Folsäuremangel erhöhen. Koffein geht in die Muttermilch über und kann den gestillten Säugling beeinträchtigen.

Obwohl selten, wurde bei einer Reihe von Personen, die Grünteeprodukte, vor allem Grüntee-Extrakte in Pillenform, eingenommen haben, über Leberprobleme berichtet. Personen mit einer Lebererkrankung sollten vor der Einnahme von Produkten mit Grüntee-Extrakten einen Arzt beziehungsweise eine Ärztin konsultieren.

Menschen, die Grüntee-Extrakte einnehmen, insbesondere solche mit einer Lebererkrankung, sollten die Einnahme unterbrechen und einen Arzt beziehungsweise eine Ärztin aufsuchen, wenn sie Symptome von Leberproblemen (wie Bauchschmerzen, dunkler Urin oder Gelbsucht) entwickeln.

  • Grüner Tee ist ein Bestandteil vieler rezeptfreier Produkte zur Gewichtsabnahme, von denen einige als wahrscheinliche Ursache für seltene Fälle von Leberschäden identifiziert wurden.

Es hat sich gezeigt, dass grüner Tee in hohen Dosen den Blutspiegel und damit die Wirksamkeit eines Betablockers zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzproblemen, verringert. Außerdem kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommen.

Grüner Tee, Catechine, Polyphenole und Flavonoide

Grüner Tee ist reich an Catechine (pflanzliche Bitterstoffe) mit antioxidativen Eigenschaften, das heißt sie bekämpfen oxidativen Stress im Körper.

  • Am besten trinkt man reinen grünen Tee ohne Konservierungsstoffe oder andere künstliche Aromen.

Grüne Tees enthalten Polyphenole und Flavonoide (Catechine, die auch das Immunsystem stärken) sowie natürliche Vitamine und Mineralien.

Grüner Tee enthält auch Carotinoide, Chlorophyll, Polysaccharide, natürliche Vitamine C und E, Mangan, Kalium und Zink.

Der japanische Mönch, Myōan Eisai (明菴 栄西) schrieb angeblich bereits 1211 n. Chr., dass (grüner) Tee eine geeignete Medizin zur Erhaltung der Gesundheit sei. Eisai soll den Tee von China nach Japan gebracht haben.

Im 16. Jahrhundert sollen europäische Entdecker herausgefunden haben, dass Tee, insbesondere grüner Tee, gegen Fieber, Kopf-, Gelenk- und Magenschmerzen und einige andere Gesundheitsbeschwerden eingesetzt wurde.

Quelle

  • MedizinDoc mit Material von NIH / NHS/ NCCIH

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