Tiergestützte Therapie (Tiertherapie) – Wie Tiere helfen Menschen zu heilen

Psychische Gesundheit

Medizin Doc Redaktion, Beitrag vom 1. November 2020

Seit den 1960er Jahren ist die positive Wirkung von Tieren auf das Wohlbefinden des Menschen bekannt. Damals erschienen die ersten Studien zu den Auswirkungen von Tieren auf die geistige und somatische Gesundheit von Menschen im Rahmen therapeutischer Ziele und Rehabilitationsmaßnahmen.

Zu den Tieren, die im Rahmeneiner tiergestützten Therapie (Tiertherapie) am häufigsten zur Behandlung von somatischen und psychischen Erkrankungen verwendet werden, gehören Pferde (Hippotherapie). Pferde können eine wichtige Hilfe bei der Rehabilitation von Menschen sein, etwa bei einer Lähmungen im Kindesalter, Multipler Sklerose.

Durch eine tiergestützte Therapie mit einem Pferd hat der menschliche Körper während des Kontakts mit dem Tier die Möglichkeit, sich zu entspannen, Muskelverspannungen abzubauen und gleichzeitig an der Verbesserung des Gleichgewichts, der Koordination und der räumlichen Orientierung zu arbeiten.

Die Kynotherapie ist eine tiergestützte Therapie mit Hunden (Hundetherapie): Ein gut ausgebildeter Hund, der von einem Therapeuten geführt wird, dient als eine Art Motivator für den Patienten währende der Rehabilitation, beispielsweise bei Menschen mit Autismus. Der Kontakt mit dem Hund selbst kann den Prozess der Öffnung nach außen positiv beeinflussen.

Die Felinaltherapie ist eine tiergestützte Therapie mit Katzen. Das Streicheln und Spielen mit Katzen senkt den Blutdruck der Patienten, verbessert die Bewegungsapparat, was unter anderem wichtig ist, bei Menschen mit Arthritis. Das Schnurren von Katzen wirkt zudem beruhigend und entspannend.

Daneben auch der Kontakt mit anderen Tieren eine heilende Wirkung auf den Menschen, wie Kaninchen oder Alpakas. Pferde, Hunde und Katzen gehören jedoch zu den bereits seit langem in der Humantherapie eingesetzten Tiere.

Tiergestützte Therapien finden beispielsweise Anwendung bei Menschen mit körperlichen Behinderungen aber auch bei Autismus, Asperger-Syndrom sowie Menschen mit Verhaltensstörungen, kognitiven Defiziten, Depressionen, Angstzuständen, Neurosen und Multipler Sklerose. Da die Therapie hauptsächlich auf Interaktion und direktem Kontakt basiert, ist sie auch eine wertvolle Erfahrung für Blinde oder Gehörlose.

Die Tiertherapie wird am häufigsten mit der therapeutischen Behandlung mit Kindern in Verbindung gebracht. Zunehmend wird sie auch bei Erwachsenen eingesetzt, die unter Stress, Einsamkeit und Verwirrung leiden, einschließlich zur Behandlung älteren Menschen, bei denen keine besondere Erkrankung vorliegen werden muss, um durch den Kontakt mit Tieren große gesundheitliche Vorteile zu erzielen.

Zu den allgemeinen Ziele einer tiergestützten Therapie zählen die Wiederherstellung und/oder Erhaltung der kognitiven, körperlichen und emotionalen Funktionen des Patienten. Je stärker die Bindung zwischen Mensch und Tier ist, desto besser sind die Auswirkungen der tiergestützten Therapie und der sensorischen Stimulation, bei denen der Kontakt mit dem Tier die Entwicklung des Sozialverhaltens aktiviert und die kognitiven Funktionen verbessert.

Die während der tiergestützten Therapie mit dem Tier verbrachte Zeit hat auch wirkt zudem entspannend, steigert das Selbstwertgefühl und verbessert die Kontrolle über Emotionen. Darüber hinaus bringt eine tiergestützten Therapie viel Bewegung und unterschiedliche körperliche Aktivitäten mit sich, insbesondere die Hippotherapie.

Der psychosomatische Einfluss der Tiertherapie, das heißt der Einfluss psychologischer Funktionen auf die somatische Gesundheit, ist für die Patienten ebenfalls von unschätzbarem Wert. Das Wichtigste ist die Tatsache, dass während der Therapie mit Tieren alle beschriebenen Funktionen der tiergestützten Therapie gleichzeitig ausgeführt werden können und die Tiertherapie ein wirksamer Vorschlag auf dem Weg zur Genesung oder Linderung von Krankheitssymptomen ist.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!


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