Forschung: Welche Ernährung die Fruchtbarkeit verbessert – und welche sie verschlechtert

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 13. Dezember 2022, Lesezeit: 5 Minuten

Fruchtbarkeit ohne Medikamente erhöhen

Was tun bei Unfruchtbarkeit? Forschungsergebnisse haben ergeben, dass die mediterrane Ernährung auch zur Überwindung von Unfruchtbarkeit beitragen kann, was sie zu einer nicht belastenden und erschwinglichen Methode für Paare macht, die versuchen, schwanger zu werden.

  • Wegen ihres hohen Anteils an Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten wird die Mittelmeerdiät seit langem für ihre vielfältigen gesundheitlichen Vorteile empfohlen.

Die Studie, die von der Monash University, der University of the Sunshine Coast und der University of South Australia durchgeführt wurde, ergab, dass die mediterrane Ernährung die Fruchtbarkeit, den Erfolg der assistierten Reproduktionstechnologie (ART) und die Spermienqualität bei Männern verbessern kann.

Insbesondere stellten die Wissenschafter fest, dass die entzündungshemmenden Eigenschaften einer mediterranen Ernährung die Chancen von Paaren auf eine Empfängnis verbessern können.

  • Die Forschung hat gezeigt, dass Entzündungen sowohl bei Männern als auch bei Frauen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, indem sie die Spermienqualität, den Menstruationszyklus und die Einnistung beeinflussen.

In der vorliegenden Studie sollte daher untersucht werden, inwieweit eine entzündungshemmende Ernährung – wie etwa die mediterrane Ernährung – die Fruchtbarkeit verbessern kann.

Die Ergebnisse sind ermutigend: Die Einhaltung einer entzündungshemmenden Ernährungsweise, die viele mehrfach ungesättigte oder „gesunde“ Fette, Flavonoide (z. B. grünes Blattgemüse) und eine begrenzte Menge an rotem und verarbeitetem Fleisch enthält, kann die Fruchtbarkeit verbessern.

Bei der mediterranen Ernährung handelt es sich in erster Linie um eine pflanzliche Kost, die Vollkornprodukte, natives Olivenöl extra, Obst, Gemüse, Bohnen und Hülsenfrüchte, Nüsse, Kräuter und Gewürze sowie Joghurt, Käse und magere Eiweißquellen wie Fisch, Huhn oder Eier enthält; rotes und verarbeitetes Fleisch wird nur in kleinen Mengen verzehrt.

  • Im Gegensatz dazu ist die westliche Ernährung durch einen hohen Anteil an gesättigten Fetten, raffinierten Kohlenhydraten und tierischen Proteinen sehr energiereich und enthält kaum Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien.

Typischerweise wird eine westliche Ernährung mit höheren Entzündungswerten in Verbindung gebracht.

Laut der Forscherin Dr. Evangeline Mantzioris von der University of Southern California (UniSA) ist die Änderung der Ernährung vor der Empfängnis ein nicht-invasives und potenziell wirksames Mittel zur Verbesserung der Fruchtbarkeitsergebnisse.

  • Die Studienergebnisse wurden in dem Fachblatt Nutrients veröffentlicht.

Wie sich die Ernährung auf die Spermienzahl auswirkt

Die Spermienqualität hat sich über die letzten Jahrzehnte erheblich verschlechtert.

Laut einer Metaanalyse, in die mehr als 185 Studien einbezogen wurden, ist die Gesamtzahl der Spermien in den westlichen Ländern zwischen 1973 und 2011 um 50 bis 60 Prozent zurückgegangen.

  • Außerdem berichteten einige Forscher über einen gleichzeitigen dauerhaften Rückgang des Serumtestosteronspiegels.

In einer weiteren wissenschaftlichen Untersuchung unter mehr als 2900 dänischen Männern im Alter von durchschnittlich 19 Jahren wurde festgestellt, dass Männer mit einer Ernährung, die reich an Fisch, Hähnchen, Gemüse, Obst und Wasser war, eine höhere Spermienzahl aufwiesen als Männer mit einer „westlichen“ Ernährung,

Bei der Studie verglich das Forscherteam an der Harvard T.H. Chan School of Public Health die Spermienzahl von Männern mit unterschiedlichen Ernährungsweisen.

Die mittlere Spermienzahl war am höchsten bei Männern, die sich gesund ernährten (167 Millionen), gefolgt von der vegetarischen Ernährung (151 Millionen) und der dänischen Ernährung (146 Millionen).

Die niedrigste mittlere Spermienzahl (122 Millionen) hatten Männer, die sich westlich ernährten. Außerdem wiesen sie niedrigere Werte einiger Sexualhormone auf, die die Fruchtbarkeit fördern, so die Forscher.

Die Studienautoren wiesen darauf hin, dass die Ergebnisse möglicherweise nicht ganz exakt sind, da die Männer ihre Ernährungsgewohnheiten selbst angaben.

  • Dr. Christine Mullin, Leiterin der Abteilung für Fruchtbarkeit am North Shore University Hospital in Manhasset, N.Y., überprüfte die Ergebnisse.

Fruchtbarkeit: Umwelteinflüsse und Ernährung

Es ist bekannt, dass Umwelteinflüsse wie Rauchen, Pestizide und Schwermetalle die Spermatogenese negativ beeinflussen, aber über die Auswirkungen der Ernährung auf die Spermienqualität ist nur wenig bekannt, so die Studienautoren.

  • Auch wenn die Ergebnisse der dänischen Männer möglicherweise nicht auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sind, wäre es laut Mullin wichtig, die Studie in den Vereinigten Staaten zu wiederholen, da die westliche Ernährung die größten negativen Auswirkungen auf die Spermienqualität hat.

Die Studie wurde online in JAMA Network Open veröffentlicht. Hauptautorin der Studie ist Feiby Nassan, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Harvard T.H. Chan School of Public Healt.

Quellen

  • Simon Alesi et al, Anti-Inflammatory Diets in Fertility: An Evidence Review, Nutrients (2022). DOI: 10.3390/nu14193914
  • Nassan FL, Jensen TK, Priskorn L, Halldorsson TI, Chavarro JE, Jørgensen N. Association of Dietary Patterns With Testicular Function in Young Danish Men. JAMA Netw Open. 2020;3(2):e1921610. doi:10.1001/jamanetworkopen.2019.21610
  • Levine H, Jørgensen N, Martino-Andrade A, et al. Temporal trends in sperm count: a systematic review and meta-regression analysis. Hum Reprod Update. 2017;23(6):646-659. doi:10.1093/humupd/dmx022
  • Andersson AM, Jensen TK, Juul A, Petersen JH, Jørgensen T, Skakkebaek NE. Secular decline in male testosterone and sex hormone binding globulin serum levels in Danish population surveys. J Clin Endocrinol Metab. 2007;92(12):4696-4705. doi:10.1210/jc.2006-2633

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