Forscher untersuchen Zähneknirschen im Schlaf und potenzielle Risikofaktoren

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 22. Dezember 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Zähneknirschen im Schlaf, Schlaflosigkeit, Depression und Angstzustände

Wissenschaftler haben den Zusammenhang zwischen Bruxismus im Schlaf, (Zähneknirschen) Schlaflosigkeit und potenziellen Risikofaktoren wie Depression und Angstzustände genauer analysiert.

Zähneknirschen, Zähnepressen oder Kieferpressen können sowohl im Schlaf (Schlafbruxismus) als auch im Wachzustand (Wachbruxismus) auftreten und sind durch muskuläre Aktivitäten des Kiefers gekennzeichnet.

  • Schlafbruxismus kann mit biologischen, psychologischen und lebensstilbezogenen Faktoren in Verbindung gebracht werden.

Psychosoziale Faktoren des Zähneknirschens im Schlaf

Die psychosozialen Faktoren, über die in Studien zum Schlafbruxismus am häufigsten berichtet wurde, sind Stress, Angst, Depressionen und soziale Faktoren wie Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, wenngleich die Beweise für die Rolle dieser Faktoren nicht eindeutig sind.

Rauchen, Alkoholkonsum und Kaffeetrinken

Ebenso können Faktoren des persönlichen Lebensstils wie Rauchen, Alkoholkonsum und Kaffeetrinken als Risikofaktoren für das Auftreten von Zähneknirschen in der Nacht angesehen werden.

Als Begleiterkrankungen von Schlafbruxismus wurden auch schlafbezogene Störungen wie obstruktive Schlafapnoe, Restless-Legs-Syndrom oder gastroösophageale Refluxkrankheit identifiziert.

  • Auch Schlaflosigkeit wurde als Begleiterkrankung von Zähneknirschen im Schlaf (Schlafbruxismus) genannt.

Indirekter Zusammenhang zwischen Bruxismus und Angstzuständen

Während frühere Studien die Zusammenhänge zwischen Zähneknirschen im Schlaf, Schlaflosigkeit, Angst und Depression hauptsächlich anhand einzelner Merkmale untersuchten, haben sich die Forschenden dieser Studie dazu entschlossen, die Zusammenhänge zwischen dem selbstberichteten Schlafbruxismus und anderen Variablen nicht nur durch eine univariate Analyse, sondern auch durch eine multivariate logistische Regression und eine Netzwerkanalyse zu untersuchen.

  • Für die Studie haben insgesamt 2251 Testpersonen (352 mit selbstberichteter Schlafstörung und 1899 ohne selbstberichtete Schlafstörung) Fragebögen über selbstberichtetes Zähneknirschen im Schlaf (Schlafbruxismus), Schlaflosigkeit, Depressionen, Angstzustände, Raucherhäufigkeit sowie Alkoholkonsum und Koffeinkonsum ausgefüllt.

Obwohl die so genannte univariate Analyse einen positiven Zusammenhang zwischen Schlafbruxismus und Schlaflosigkeit ergab, wurde dieser Zusammenhang im multivariaten logistischen Regressionsmodell wieder aufgehoben, das heißt, wenn Alter, psychologische Faktoren und Lebensstil berücksichtigt wurden.

Das multivariate Modell zeigte jedoch einen indirekten Zusammenhang zwischen Schlafbruxismus und Angstzuständen.

Bei der Behandlung von Schlafbruxismus und Schlaflosigkeit sollte die Studienautoren zufolge das Angstmanagement nicht außer Acht gelassen werden, was eine Zusammenarbeit von Ärzten und Zahnärzten erfordert, so das Fazit von Tessa Blanken, eine von der BIAL-Stiftung unterstützte Forscherin.

  • Die Studie wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Netherlands Institute for Neuroscience, der Universität Amsterdam und der Vrije Universiteit Amsterdam sowie der Mahidol University (Thailand) durchgeführt und in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Sleep Medicine veröffentlicht.

Quellen

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