Studie: Obstruktive Schlafapnoe beschleunigt den Alterungsprozess

Gesundheitsnews, Medizin und Forschung, Lungenerkrankungen

Torsten Lorenz, aktualisiert am 10. März 2022, Lesezeit: 3 Minuten

Obstruktive Schlafapnoe (OSA) wird mit einem höheren Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und zahlreichen weitere chronische Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Nun haben Forscher der University of Missouri School of Medicine herausgefunden, dass unbehandelte obstruktive Schlafapnoe auch den biologischen Alterungsprozess beschleunigt. Eine geeignete Behandlung kann diesen Trend verlangsamen oder möglicherweise umkehren.

Bei dem Test zur Beschleunigung des Alterungsprozesses handelt es sich um einen Bluttest, bei dem die DNA analysiert wird und ein Algorithmus zur Messung des biologischen Alters einer Person verwendet wird.

Wenn das biologische Alter eines Menschen sein chronologisches Alter übersteigt, spricht man von einer „epigenetischen Altersbeschleunigung“, die mit der Gesamtsterblichkeit und chronischen Krankheiten in Zusammenhang steht.

Laut Dr. Rene Cortese, Assistant Professor an der University of Missouri School of Medicine, kann die Altersbeschleunigung nicht nur bei Schlafapnoe auftreten, sondern auch durch eine Vielzahl von umweltbedingten Faktoren wie Rauchen, schlechte Ernährung oder Umweltverschmutzung verursacht werden.

In den westlichen Kulturen ist es nicht ungewöhnlich, dass Menschen eine epigenetische Altersbeschleunigung erfahren. Doch wir wollten wissen, wie sich die obstruktive Schlafapnoe auf die systemische Altersbeschleunigung auswirkt, verglichen mit Menschen, die nicht unter dieser Krankheit leiden.

Um die Auswirkungen der obstruktiven Schlafapnoe auf die epigenetische Altersbeschleunigung über einen Zeitraum von einem Jahr zu beurteilen, untersuchte das Team von Cortese 16 erwachsene Nichtraucher, bei denen eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) diagnostiziert wurde, und verglich sie mit acht Kontrollpersonen ohne diese Erkrankung. Nach einer Blutanalyse zu Beginn der Studie wurde die OSA-Gruppe ein Jahr lang mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (CPAP) behandelt, bevor sie erneut getestet wurde.

Laut den Ergebnissen dieser Studie begünstigten die durch eine obstruktive Schlafapnoe verursachten Schlafstörungen und der geringere Sauerstoffgehalt während des Schlafs eine schnellere biologische Alterung als bei der Kontrollgruppe.

Die Patienten mit einer obstruktive Schlafapnoe, die sich an die CPAP-Therapie hielten, zeigten jedoch eine Verlangsamung des epigenetischen Alters, während sich die Trends der Altersbeschleunigung in der Kontrollgruppe nicht veränderten.

Die Ergebnisse deuten den Forschern zufolge darauf hin, dass die biologische Altersbeschleunigung zumindest teilweise umkehrbar ist, wenn eine wirksame Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe durchgeführt wird.

Nach Ansicht von Cortese ist der entscheidende Faktor für den Erfolg der CPAP-Therapie (kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck) bei der Verlangsamung der Altersbeschleunigung die konsequente Anwendung des Geräts für mindestens vier Stunden pro Nacht. Wie sich die Altersbeschleunigung auf die klinischen Ergebnisse auswirkt und wie sie sich auf andere Risikogruppen oder Kinder mit obstruktiver Schlafapnoe auswirkt, ist bislang noch unklar. Die Studie wurde kürzlich im European Respiratory Journal veröffentlicht.

Quellen: University of Missouri School of Medicine / Rene Cortese et al, Epigenetic age acceleration in obstructive sleep apnea is reversible with adherent treatment, European Respiratory Journal (2022). DOI: 10.1183/13993003.03042-2021

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