Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 15. Mai 2023, Lesezeit: 5 Minuten

Forscher zeigen Zusammenhänge zwischen physischen und psychischen Aspekten des Alterns auf.

Was den menschlichen Alterungsprozess beeinflusst

Forschungsergebnisse zeigen, dass negative psychische Belastungen wie Hoffnungslosigkeit, Unglücklichsein und Einsamkeit den Alterungsprozess und damit das biologische Alter von Männern und Frauen stärker erhöhen als das Rauchen.

  • Die Anhäufung molekularer Schäden trägt zur Entwicklung altersbedingter Gebrechlichkeit und schwerer Krankheiten bei.

Bei einigen Menschen sind diese Veränderungen auf molekularer Ebene wesentlich ausgeprägter als bei anderen, was als beschleunigte Alterung bezeichnet wird.

Mit Hilfe numerischer Alterungsmodelle (Aging Clocks) kann die beschleunigte Alterung erkannt werden, bevor die negativen Folgen sichtbar werden.

  • Aus solchen Modellen lassen sich auch Anti-Aging-Therapien auf individueller und Bevölkerungsebene ableiten.

Nach einem Artikel in der Zeitschrift Aging-US muss eine Anti-Aging-Therapie nicht nur auf die körperliche, sondern auch auf die geistige Gesundheit des Menschen abzielen.

In einer internationalen Zusammenarbeit mit amerikanischen und chinesischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Stanford University, der Chinese University of Hong Kong, Insilico Medicine, Deep Longevity (Hong Kong) und dem Buck Institute for Research on Aging in Novato wurden die Auswirkungen von Einsamkeit, unruhigem Schlaf oder Unzufriedenheit mit dem Alterungsprozess gemessen und als signifikant eingestuft.

  • Der wissenschaftliche Artikel stellt eine neue Alterungsuhr vor, die anhand von Daten von fast 12.000 chinesischen Erwachsenen entwickelt und getestet wurde.

Dabei handelt es sich um die erste Alterungsuhr, die ausschließlich an einer chinesischen Bevölkerungsgruppe in dieser Größenordnung trainiert wurde.

Ein beschleunigter Alterungsprozess wurde bei Männern und Frauen mit Schlaganfall, Leber- und Lungenkrankheiten, bei Raucherinnen und Rauchern und – besonders aufschlussreich – bei Menschen in einem gefährdeten psychischen Zustand festgestellt.

Zu den weiteren Faktoren, die mit einer Beschleunigung des Alterns in Verbindung gebracht werden, gehören das Single-Dasein und das Leben in ländlichen Gegenden (aufgrund der geringen Verfügbarkeit medizinischer Leistungen).

Der psychologische Aspekt des Alterns sollte weder in der Forschung noch bei praktischen Anti-Aging-Anwendungen vernachlässigt werden, so die Autoren des Artikels.

Psychische und psychosoziale Zustände gehören nach Aussage von Manuel Faria von der Stanford University zu den stärksten Prädiktoren (Vorhersagevariablen) für den Gesundheitszustand und die Lebensqualität – dennoch wurden sie in der modernen Gesundheitsversorgung weitgehend außer Acht gelassen.“

Deep Longevity hat mit FuturSelf.AI einen KI-gesteuerten Online-Dienst für psychische Gesundheit veröffentlicht, der auf einer vorangegangenen Publikation in der Fachzeitschrift Aging-US basiert.

Der Online-Dienst bietet eine kostenlose psychologische Bewertung, die von einer KI verarbeitet wird und einen umfassenden Bericht über das psychologische Alter des Nutzers sowie über sein aktuelles und zukünftiges psychisches Wohlbefinden liefert.

Deep Longevity hat eine sogenannte Longevity as a Service (LaaS)-Lösung entwickelt, die mehrere tiefgreifende Biomarker des Alterns, die sogenannten „Deep Aging Clocks“, miteinander kombiniert, um ein universelles multifaktorielles Maß für das biologische Alter des Menschen zu schaffen.

Symptome psychischer Erkrankungen

Die psychische Gesundheit (Mental Health) eines Menschen ist genauso wichtig wie körperliche Gesundheit. Zu den Symptomen psychischer Erkrankungen können gehören:

  • Eine anhaltend traurige, ängstliche oder „leere“ Stimmung
  • Das Gefühl der Hoffnungslosigkeit oder des Pessimismus
  • Gereiztheit
  • Gefühle von Schuld, Wertlosigkeit oder Hilflosigkeit
  • Desinteresse oder Lustlosigkeit an Hobbys und Aktivitäten
  • Abnehmende Energie oder zunehmende Müdigkeit
  • Langsamere Bewegungen oder langsameres Sprechen
  • Das Gefühl, unruhig zu sein oder Schwierigkeiten zu haben, still zu sitzen
  • Konzentrationsprobleme, Probleme, sich zu erinnern oder Entscheidungen zu treffen
  • Schlafstörungen, frühmorgendliches Aufwachen oder Verschlafen
  • Veränderungen des Appetits oder des Gewichts (oder beides)
  • Gedanken an Tod oder Selbstmord oder Selbstmordversuche
  • Schmerzen, Kopfschmerzen, Krämpfe oder Verdauungsprobleme, die keine eindeutige körperliche Ursache haben und/oder auch mit einer Behandlung nicht nachlassen

 

Quellen

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Quelle: YouTube/Quarks, WDR


Dieser Beitrag wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Fachliteratur und fundierter empirischer Studien und Quellen erstellt und in einem mehrstufigen Prozess überprüft.

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