COPD-Test: Studie zur Bedeutung der Spirometrie bei der Diagnose von COPD

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 13. März 2020, Lesezeit: 4 Minuten

COPD Test und Diagnose: Eine Studie in Großbritannien mit Patienten, die an einem niedrig dosierten CT-Lungenkrebs-Screening teilgenommen haben, verdeutlicht die Bedeutung der Spirometrie (Atemtests) bei der Beurteilung einer möglichen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Die Studie belegt, dass eine zu starke Konzentration auf radiologische Veränderungen allein du dem Befund einer medizinisch unbedeutenden Erkrankung Vorschub leisten kann. Die Studie wurde in der Onlineausgabe der Fachzeitschrift „Annals of the American Thoracic Society“ veröffentlicht.

Im Rahmen der Studie „Prevalence, Symptom Burden and Under-Diagnosis of Chronic Obstructive Pulmonary Disease in a Lung Cancer Screening Cohort“ (Prävalenz, Symptombelastung und Unterdiagnose der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung in einer Lungenkrebs-Screen-Up-Studie) leitete Professor Samuel Janes vom Lungs for Living Research Centre des University College London eine Untersuchung, die Zusammenhänge zwischen Symptomen, dem Vorhandensein anderer Krankheiten (Komorbiditäten), Spirometrie und Emphysem bei Patienten untersuchte. Dabei wurde getestet, ob gezielte Strategien zur Teilnahme von Personen mit hohem Risiko und niedrigem Einkommen an der Niedrigdosis-CT-Früherkennung von Lungenkrebs verbessert werden können.

Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer, die an einem ‚Lungengesundheitscheck‘ im Rahmen einer Voruntersuchung teilnahmen, hatten physiologische Merkmale einer Luftstromobstruktion, die mit der Diagnose COPD übereinstimmten, wohingegen zwei Drittel von ihnen angab keine vorherige Diagnose zu haben. Die Studie zeigt, dass der Befund eines Emphysems in dieser Population von derzeitigen oder früheren starken Rauchern, die ein Lungenkrebsrisiko haben, zwar ziemlich häufig vorkam, dass aber die physiologischen Veränderungen der Atemwegsobstruktion, die durch die Spirometrie festgestellt wurden, das stärkste Signal für das Vorhandensein von Atemwegssymptomen und somit für eine potenziell medizinisch relevante COPD waren, erklärte Prof. Janes.

Die Studie untersuchte nur COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankungen) und prüfte nicht die bereits nachgewiesene Wirksamkeit des Niedrigdosis-CT-Screenings zur Erkennung von Lungenkrebs im Frühstadium.

Die COPD-Forscher befragten die Probanden nach aktuellen oder kürzlich aufgetretenen Atemwegssymptomen. Diejenigen, die über eine Vorgeschichte mit häufigem Husten oder Kurzatmigkeit innerhalb der letzten 12 Monate berichteten, wurden als Personen mit Atemwegssymptomen betrachtet.

Die Studienteilnehmer wurden außerdem nach ihrer Vorgeschichte in Bezug auf COPD, Lungenentzündung, Asthma und andere potenzielle Komorbiditäten wie koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck und Diabetes befragt. Die Probanden wurden als „nicht diagnostizierte COPD“ bezeichnet, wenn sie der spirometrischen Standarddefinition von COPD entsprachen und keine vorherige COPD-Diagnose, chronische Bronchitis oder Emphysem meldeten.

Alle Teilnehmer der Studie wurden spirometrisch untersucht, ohne dass sie vorher einen Bronchodilatator erhielten. Die Luftstrombegrenzung wurde nach anerkannten Standards klassifiziert. 986 Teilnehmer wurden auf Basis der Spirometrie-Ergebnisse und ihrer gemeldeten COPD-Vorgeschichte in drei Gruppen eingeteilt: „keine COPD“, „nicht diagnostizierte COPD“ und „bekannte COPD“. Gesundheit und demographische Variablen wurden statistisch analysiert. Die CT-Scans der Teilnehmer wurden von auf Lungenerkrankungen spezialisierten Radiologen ausgewertet. COPD wurde von den Radiologen subjektiv als „keine“, „leicht“, „mittel“ oder „schwer“ klassifiziert, basierend auf der visuellen Überprüfung der CT-Bilder.

32 Prozent der Personen mit „undiagnostizierter COPD“ hatten auf ihren CT-Scans kein Emphysem. 560 von 986 Personen (57 Prozent), die in die Auswertung einbezogen wurden, hatten eine Vor-Bronchodilator-Spirometrie, die mit einer COPD übereinstimmte. 67 Prozent hatten keine Vorgeschichte von COPD und galten als „nicht diagnostiziert“. Die Häufigkeit von Emphysemen bei Personen mit bekannter COPD betrug 73 Prozent, während die als „undiagnostiziert“ geltenden Personen eine Prävalenz von 68 Prozent aufwiesen. Der Gebrauch von Inhalatoren und die Symptome waren in der „bekannten“ als in der „unbekannten“ COPD-Gruppe häufiger, während Komorbiditäten in allen Gruppen häufig auftraten. Die statistisch angepasste Wahrscheinlichkeit von Atemwegssymptomen war für die Atemwegsobstruktion signifikanter als für das Emphysem.

Ein knappes Drittel (32 Prozent) der Teilnehmer mit Atemwegsobstruktion, die keine vorherige Diagnose von COPD gemeldet hatten, hatten auf ihrem CT-Scan kein Emphysem, während umgekehrt Personen mit Emphysem nicht immer eine Atemwegsobstruktion hatten.

Da Personen mit einem Risiko für Lungenkrebs auch ein Risiko für COPD haben, empfehlen die Wissenschaftler, die Spirometrie in Niedrigdosis-CT-Lungenkrebs-Screening-Programme aufzunehmen, um die Erstellung genauer Diagnosen zu unterstützen.

(Quelle: Annals of the American Thoracic Society)

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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