Universität Kopenhagen: Schmerzbehandlung für chronische Schmerzen in Sicht

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 18. September 2023, Lesezeit: 3 Minuten

Wissenschaftler der Universität Kopenhagen arbeiten an einer Therapie für chronische Schmerzen mit dem Ziel der vollständigen Schmerzfreiheit

Chronische Schmerzen durch geschädigte Nerven

Weltweit leiden etwa sieben bis zehn Prozent der Menschen an chronischen Schmerzen, die durch geschädigte Nerven ausgelöst werden.

  • Eine Erkrankung, die den Alltag der Betroffenen stark beeinträchtigen kann.

Chronische Schmerzen können unter anderem nach Operationen, bei Diabetikern, nach Blutgerinnseln und nach Amputationen in Form von Phantomschmerzen auftreten.

Können chronische Schmerzen geheilt werden?

Wissenschaftler der Universität Kopenhagen haben eine mögliche Behandlungsmethode für chronische Schmerzen entwickelt.

Mit dem von den Forschenden entwickelten Wirkstoff gegen chronische Schmerzen kann eine vollständige Schmerzlinderung erreicht werden.

Die von Wissenschaftlern der Universität Kopenhagen entwickelte Methode zur Behandlung chronischer Schmerzen wurde zunächst an Mäusen getestet.

Seit mehr als einem Jahrzehnt arbeiten die Forscher daran, ein Schmerzmittel zu entwerfen, zu entwickeln und zu testen, das eine vollständige Schmerzlinderung ermöglicht.

Dabei handelt es sich um eine gezielte Schmerzbehandlung. Das heißt, es greift nicht in die allgemeine neuronale Signalübertragung ein, sondern nur in die krankheitsbedingten Veränderungen der Nerven, erklärt Professor Kenneth Lindegaard Madsen von der Universität Kopenhagen.

Die Wissenschaftler verfolgten den gesamten Prozess vom Verständnis der Biologie über die Entwicklung und das Design des schmerzlindernden Wirkstoffs bis hin zur Beschreibung der Wirkungsweise bei Tieren, der Beeinflussung ihres Verhaltens und der Schmerzlinderung.

Bei dem von den Wissenschaftlern entwickelten Wirkstoff handelt es sich um ein so genanntes Peptid mit der Bezeichnung Tat-P4-(C5)2, das gezielt nur auf die Nervenveränderungen wirkt, die das Problem darstellen und chronische Schmerzen verursachen.

Die Forscherinnen und Forscher setzen daher darauf, dass der Wirkstoff in Zukunft Schmerzpatienten helfen könnte, die beispielsweise von opioiden Schmerzmitteln abhängig geworden sind.

  • Der Wirkstoff ist nach Angaben der Forscher sehr wirksam und hat keine Nebenwirkungen.

Mit diesem Peptid (Tat-P4-(C5)2 ) und dem von den Forschern der Universität Kopenhagen verwendeten Mausmodell konnten sie eine vollständige Schmerzlinderung erzielen, ohne die lethargische Wirkung, die für bestehende Schmerzmittel charakteristisch ist.

Im nächsten Schritt soll die Schmerztherapie am Menschen getestet werden. Ziel der Wissenschaftler ist es, ein wirksames Schmerzmittel zu entwickeln.

  • Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift EMBO Molecular Medicine veröffentlicht.

Quellen

Videobeitrag von DW (Deutsche Welle) über chronische Schmerzen, Schmerzmittel und Schmerztherapie:

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