Zusammenhang zwischen Diabetes, Bluthochdruck und dem Peptidhormon GLP-1 entschlüsselt

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Torsten Lorenz, aktualisiert am 1. Februar 2022, Lesezeit: 4 Minuten

Diabetes und Bluthochdruck: Einem Forscherteam unter der Leitung der University of Bristol und der University of Auckland ist es gelungen, das Rätsel zu lösen, warum so viele Patienten, die an Bluthochdruck (Hypertonie) leiden, auch Diabetes (hohen Blutzucker) haben.

Es hat sich gezeigt, dass das Peptidhormon Glυcagon-like Peptide-1 (GLP-1) die körpereigene Kontrolle von Blutzucker und Blutdruck koppelt.

Es ist zwar schon lange bekannt, dass Bluthochdruck (Hypertonie) und Diabetes zusammenhängen, erklärt Professor Julian Paton von der Universität von Auckland und einer der Hauptautoren der Studie. Nun aber ist es gelungen, den Grund dafür zu entdecken, der nun neue Behandlungsstrategien ermöglichen wird.

Das Peptidhormon Glυcagon-like Peptide-1 (GLP-1) wird nach dem Essen aus der Darmwand freigesetzt und stimuliert die Insυlinhormonausschüttung der Bauchspeicheldrüse zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels.

Das war bereits bekannt, doch nun haben die Forscher entdeckt, dass GLP-1 auch den Karotiskörper im Hals stimuliert. Der Karotiskörper ist eine kleine Gruppe von Chemorezeptorzellen, die Sustentakelzellen unterstützen.

Die Wissenschaftler der Universität Bristol verwendeten eine so genannte RNA-Sequenzierung, um alle Signale der exprimierten Gene im Karotiskörper von Ratten mit und ohne Bluthochdruck zu lesen.

Dabei stellten sie fest, dass der Rezeptor, der GLP-1 aufnimmt, in der Halsschlagader zu finden ist, allerdings weniger bei Ratten mit Bluthochdruck.

Professor David Murphy von der Bristol Medical School und Erstautor der vorliegenden Studie erklärte, das der Nachweis des Zusammenhangs eine genetische Profilerstellung und mehrere Schritte der Validierung erforderte.

Dass GLP-1 dabei eine Rolle spielen würde, hatten die Forscher nicht erwartet, daher ist dies sehr vielversprechend und eröffnet laut Murphy viele neue Möglichkeiten.

Der Karotiskörper ist der Konvergenzpunkt, an dem das Peptidhormon Glυcagon-like Peptide-1 (GLP-1) gleichzeitig Blutzucker und Blutdruck kontrolliert; das wird vom Nervensystem koordiniert, das durch den Karotiskörper gesteuert wird.

Menschen mit Bluthochdruck und/oder Diabetes haben ein hohes Risiko für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch wenn sie Medikamente erhalten, bleibt ein großer Teil der Patientinnen und Patienten einem hohen Risiko ausgesetzt. Der Grund dafür ist, dass die meisten Medikamente nur die Symptome und nicht die Ursachen von Bluthochdruck und Blutzucker behandeln.

Es ist bekannt, dass der Blutdruck bei Patientinnen und Patienten mit hohem Blutzucker nur schwer zu kontrollieren ist. Deswegen sind diese Ergebnisse nach Meinung von Professor Rod Jackson von der Universität Auckland wirklich wichtig, denn durch die Behandlung mit GLP-1 könnten die Forscher in der Lage sein, sowohl den Zucker als auch den Blutdruck zu senken.

Medikamente, die auf den GLP-1-Rezeptor abzielen, sind bereits für den Einsatz beim Menschen zugelassen und werden häufig zur Behandlung von Diabetes eingesetzt, so die Forscher. Sie helfen nicht nur, den Blutzucker zu senken, sondern auch den Blutdruck, aber der Mechanismus dieser Wirkung war bislang nicht vollständig geklärt.

Diese vorliegenden Erkenntnisse legen den Schluss nahe, dass diese Medikamente möglicherweise tatsächlich auf die Karotiskörper wirken, um ihre blutdrucksenkende Wirkung zu entfalten.

Quellen: University of Bristol / University of Auckland / „GLP1R attenuates sympathetic response to high glucose via carotid body inhibition“ by Audrys G. Pauza, Julian F.R. Paton, David Murphy et al, Circulation Research (2022). DOI: 10.1161/CIRCRESAHA.121.319874

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