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Studie - Vitamin D Tagesdosis: Wie viel ist zu viel?

Studie – Vitamin D Tagesdosis: Wie viel ist zu viel?

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Ein Beitrag der Medizin Doc Redaktion vom 8. November 2020

Studien zum Vitamin D Tagesbedarf sowie Nebenwirkungen und Schäden bei einer Vitamin D Überdosierung.

Vitamin D wird beim Menschen in der Haut gebildet, nachdem er dem Sonnenlicht ausgesetzt war. Im Vergleich zur körpereigenen Bildung von Vitamin D macht die Aufnahme über die tägliche Ernährung in der Regel nur einen verhältnismäßig geringen Anteil der Vitamin-D-Versorgung des Körpers aus.

Eine Überdosierung aus der körpereigenen Produktion ist zwar ausgeschlossen, allerdings kann eine Überdosierung durch den Verzehr von hochdosiertem Vitamin D – z wie zum Beispiel über bestimmte Nahrungsergänzungsmittel – durchaus möglich sein.

Gesundheitliche Schäden bei Vitamin D Überdosierung

Nebenwirkungen und gesundheitliche Schäden: Eine Überdosierung dieser Art führt zu erhöhten Kalziumwerten im Blutserum (Hyperkalzämie). Die mit einer Hyperkalzämie beim Menschen verbundenen klinischen Symptome reichen von Müdigkeit und Muskelschwäche bis hin zu Erbrechen und Verstopfung bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Verkalkung der Blutgefässe. Bei andauernder Hyperkalzämie kann es zu einer Nierensteinbildung, Nierenverkalkung und letztlich zu einem Verlust der Nierenfunktion kommen.

Vitamin-D Tagesbedarf

Selbst ohne Sonnenlichteinwirkung ist eine tägliche Einnahme von 20 μg Vitamin D zur Deckung des Tagesbedarfs des Körpers an diesem Vitamin für den Großteil (97,5 Prozent) der Bevölkerung ausreichend.

Vitamin D Tagesdosis

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für die tägliche Aufnahme von Vitamin D einen UL-Wert (tolerable upper intake level) von 100 μg festgelegt. Neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnissen zufolge sind gesundheitliche Schäden unwahrscheinlich, wenn Erwachsene und Kinder ab elf Jahren eine tägliche Höchstmenge von 100 μg zu sich nehmen.

Dieser UL-Wert beinhaltet die Aufnahme von Vitamin D aus allen Quellen und schließt die Aufnahme aus Nahrungsergänzungsmitteln, die normale Ernährung und die Aufnahme aus Lebensmitteln, die mit Vitamin D angereichert wurden, ein. Wenn hochdosierte Vitamin-D-Präparate ebenfalls konsumiert werden, kann dieser Grenzwert in Kombination mit anderen Vitamin-D-Quellen überschritten werden.

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Tägliche Höchstmenge Vitamin D

Ernährungswissenschaftlich gesehen ist die tägliche Einnahme von Vitamin-D-Präparaten mit einer Tagesdosis von 50 μg oder 100 μg Vitamin D nicht notwendig. Demgegenüber hält es das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für unwahrscheinlich, dass durch den gelegentlichen Verzehr solcher hochdosierte Vitamin-D-Präparate gesundheitliche Schäden auftreten. Bei täglicher Einnahme solcher hochdosierter Vitamin-D-Präparate über einen längeren Zeitraum hinweg weisen die neusten Forschungsergebnisse jedoch auf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko hin.

Vitamin D-Mangel unwahrscheinlich

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) merkt an, dass bei ausreichender Verweildauer im Freien mit entsprechender Sonnenexposition der Haut und einer ausgewogenen Ernährung eine hinreichende Versorgung mit Vitamin D auch ohne die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten erreicht werden kann. Menschen einer Risikogruppe, bei denen ein schwerwiegender Vitamin D-Mangel oder ein Vitaminmangel, der ein medizinisches Eingreifen erfordert, wahrscheinlicher ist, sollten die Notwendigkeit der Einnahme solcher Präparate zunächst mit ihrem behandelnden Arzt oder Hausarzt abklären.

Studie: Vitamin D Tagesdosierung, Nebenwirkungen und gesundheitliche Schäden

Forscher der University of Calgary in Kanada haben herausgefunden, dass die Einnahme hoher Dosen von Vitamin D zu einer Verminderung der Knochendichte führen kann.

Empfohlene Tagesdosis Vitamin D bei Osteoporose-Risiko

Für normale, gesunde Erwachsene empfiehlt Health Canada eine tägliche Vitamin D Gesamtaufnahme (Vitamin D Tagesdosis) von 600 internationalen Einheiten (IE) bis zum Alter von 70 Jahren und 800 IE Vitamin D ab dem 70 Lebensjahr.

Andere Quellen, wie beispielsweise Osteoporosis Canada, empfehlen, dass Erwachsene mit Osteoporose-Risiko, eine durch Knochenschwund gekennzeichnete Erkrankung, 400 bis 2.000 IE Vitamin D einnehmen sollten.

Einige Menschen nehmen jedoch möglicherweise bis zum 20-fachen der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin D ein, um einer Reihe von Erkrankungen vorzubeugen oder sie zu behandeln, die mit einem Mangel an Vitamin D in Verbindung stehen könnten.

Wie viel ist zu viel Vitamin D?

Obwohl Vitamin D an der Regulierung vieler Systeme des Körpers beteiligt sein kann, betrifft Vitamin D-Mangel am häufigsten den Knochenbau, erklärt Dr. David Hanley, MD an der Cumming School of Medicine (CSM) und einer der Autoren der Studie.

Die Empfehlungen von Health Canada wurden festgelegt, um die durch Vitamin-D-Mangel verursachten Knochenkrankheiten bei der überwiegenden Mehrheit der gesunden Kanadier zu verhindern. Es war jedoch schwerer, die optimale Dosis von Vitamin D eindeutig zu bestimmen, so die Forscher. Als diese Studie konzipiert wurde, blieb die Frage, ob eine höhere Dosis mehr Nutzen bringt.

Hohe Vitamin D Dosierungen haben keinen Nutzen

Eine von Wissenschaftlern des McCaig Institute for Bone and Joint Health der Cumming School of Medicine durchgeführte dreijährige Studie, die im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht wurde, zeigte, dass die Einnahme hoher Dosen von Vitamin D keinen nachweisbaren Nutzen bringt.

Keine Zunahme der Knochendichte und Knochenfestigkeit

Für die vorliegende Untersuchung wurden 300 freiwillige Testpersonen im Alter von 55 bis 70 Jahren in einer doppelblinden, randomisierten klinischen Studie untersucht, um die Hypothese zu prüfen, dass mit steigenden Dosen von Vitamin D eine dosisabhängige Zunahme der Knochendichte und Knochenfestigkeit einhergeht. Ein Drittel der Versuchsteilnehmer erhielt 400 IU Vitamin D pro Tag, ein Drittel erhielt 4.000 IU pro Tag und ein Drittel erhielt 10.000 IU pro Tag.

Bei den freiwilligen Versuchspersonen wurden sowohl die Knochendichte als auch die Knochenfestigkeit mit einem neuen, hochauflösenden Computertomographie-Scan (CT) von Knochen an Handgelenk und Knöchel, einem so genannten XtremeCT, gemessen, der nur zu Forschungszwecken verwendet wurde.

Die Knochenmineraldichte (BMD) wird durch Messung der Menge an Kalzium und anderen Mineralien in einem definierten Knochensegment bestimmt. Je geringer die Knochendichte ist, desto größer ist das Risiko für Knochenbrüche.

Erwachsene verlieren mit zunehmendem Alter langsam an Knochenmineraldichte, und die DXA-Ergebnisse zeigten eine leichte Abnahme der Knochenmineraldichte über die Dauer der Studie, wobei zwischen den drei Gruppen keine Unterschiede festgestellt wurden. Die empfindlichere Messung der Knochenmineraldichte mit der hochauflösenden XtremeCT zeigte jedoch signifikante Unterschiede im Knochenverlust zwischen den drei Dosisstufen.

Die gesamte Knochenmineraldichte sank über den Dreijahreszeitraum um 1,4 Prozent in der Gruppe mit 400 IE Vitamin D, um 2,6 Prozent in der Gruppe mit 4.000 IE Vitamin D und um 3,6 Prozent in der Gruppe mit 10.000 IE Vitamin D.

Daraus ergab sich die Schlussfolgerung, dass eine Vitamin-D-Supplementierung in höheren als den von Health Canada oder Osteoporosis Canada empfohlenen Dosen entgegen den Vorhersagen nicht mit einer Zunahme der Knochendichte oder Knochenfestigkeit verbunden war.

Stattdessen wurde in der XtremeCT eine dosisabhängige Abnahme der Knochendichte festgestellt, wobei die größte Abnahme in der Gruppe mit 10.000 IE Vitamin D pro Tag auftrat. Es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um festzustellen, ob hohe Dosen die Knochengesundheit tatsächlich beeinträchtigen können.

Die Forscher waren nicht überrascht, dass sie mit DXA keinen Unterschied zwischen den einzelnen Studiengruppen feststellen konnten, wohingegen sie mit XtremeCT, der neuesten Technologie der Knochenbildgebung, dosisabhängige Veränderungen über die drei Jahre feststellen konnten.

Allerdings waren die Forscher überrascht, dass statt eines Knochenzuwachses bei höheren Vitamin-D-Tagesdosen die Gruppe mit der höchsten Vitamin-D-Dosis am schnellsten Knochen verlor.

Diese Menge an Knochenverlust mit 10.000 IE Vitamin D täglich reicht nicht aus, um über einen Zeitraum von drei Jahren eine Fraktur zu riskieren, aber die Ergebnisse legen laut Steve Boyd, Professor am CSM, nahe, dass für gesunde Erwachsene Vitamin-D-Dosen in der von Osteoporosis Canada empfohlenen Höhe (400-2000 IE täglich) für die Knochengesundheit ausreichend sind.

Hyperkalziurie durch zu hohe Vitamin-D-Dosierung

Nebenwirkung bei Überdosierung: Ein Nebenergebnis der Studie deutete auf ein potenzielles Sicherheitsrisiko bei der Einnahme hoher Vitamin-D-Mengen hin.

Obwohl in allen drei Studiengruppen Vorfälle auftraten, stellten die Forscher fest, dass Teilnehmer, denen über die drei Jahre hinweg höhere Dosen der täglichen Vitamin-D-Supplementierung (4000 IE und 10.000 IE) verabreicht wurden, im Vergleich zu denjenigen, die eine niedrigere Tagesdosis erhielten, mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Hyperkalziurie (erhöhte Kalziumspiegel im Urin) entwickelten.

Eine Hyperkalziurie ist in der Allgemeinbevölkerung nicht ungewöhnlich, geht jedoch mit einem erhöhten Risiko für Nierensteine einher und kann zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion beitragen.

Eine Hyperalciurie trat bei 87 Teilnehmern auf. Die Häufigkeit variierte signifikant zwischen den Studiengruppen mit 400 IE (17 Prozent), 4000 IE (22 Prozent) und 10.000 IE (31 Prozent). Wenn bei Studienteilnehmern eine Hyperkalziurie festgestellt wurde, wurde die Kalziumaufnahme reduziert. Nach wiederholten Tests ging die Hyperkalziurie in der Regel zurück.

Die Studie zeigt, dass hohe Tagesdosierungen von Vitamin D keinen Nutzen für den Knochenbau mit sich bringen, so die Forscher. Für gesunde Erwachsene sind 400 IU Vitamin D täglich eine geeignete Dosierung. Eine Tagesdosis von 4.000 IU Vitamin D oder höher werden für die Mehrheit der Personen nicht empfohlen, so Dr. med. Emma Billington, eine der Autorinnen der Studie.

(Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung / University of Calgary / JAMA)

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