Torsten Lorenz, aktualisiert am 25.07.2022, Lesezeit: 3 Minuten

American Heart Association: Was erhöht das Schlaganfallrisiko? Laut einer ersten Forschungsarbeit erhöht der Konsum von größeren Mengen von roten Fleisch, verarbeiteten roten Fleisch und tierischen Fetten, die nicht aus Milchprodukten stammen, das Schlaganfallrisiko.

Im Gegensatz dazu senkt der Konsum von mehr pflanzlichen Fetten oder mehrfach ungesättigten Fetten das Risiko eines Schlaganfalls.

Die vorliegende Studie von Forschenden der Harvard’s T.H. Chan School of Public Health ist die erste, in der die Auswirkungen von Fett aus pflanzlichen, milchbasierten und nicht-milchbasierten tierischen Lebensmitteln auf das Schlaganfallrisiko umfassend analysiert werden.

Nach den vorliegenden Ergebnissen sind die Art des Fetts und die verschiedenen Fettquellen in der Nahrung für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich Schlaganfall, wichtiger als die Gesamtmenge an Nahrungsfett, erklärt Dr. Fenglei Wang von der Harvard’s T.H. Chan School of Public Health in Boston und Hauptautorin der Studie.

Die Forscher analysierten Daten von 117.136 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Nurses‘ Health Study und der Health Professionals Follow-up Study.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren im Durchschnitt 50 Jahre alt, 63 Prozent waren Frauen und alle waren bei der Aufnahme frei von Herzerkrankungen und Krebs.

Zu Beginn und alle 4 Jahre während der Studie füllten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragebögen zum Lebensmittelkonsum aus, anhand derer die Menge, die Quelle und die Art der Fette in ihrer Ernährung während des vergangenen Jahres berechnet wurden.

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen berechneten den kumulativen Durchschnitt der Ernährungsdaten über die Zeit, um die langfristige Nahrungsaufnahme widerzuspiegeln. Die Menge der aufgenommenen Fette wurde in 5 Gruppen eingeteilt.

Die Studie erfasste rotes Fleisch in seiner Gesamtheit, darunter Rind-, Schweine- oder Lammfleisch als Hauptgericht, in Sandwiches oder Fertiggerichten, sowie verarbeitetes rotes Fleisch. Verarbeitetes rotes Fleisch umfasste Salami, Wurst, Mortadella, Hot Dogs, Speck und andere verarbeitete Fleischsorten.

Im Verlauf der Studie (1984-2016) erlitten 6.189 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Schlaganfälle, darunter 2.967 ischämische Schlaganfälle (verursacht durch ein Gerinnsel, das die Blutzufuhr zu einem Teil des Gehirns unterbricht) und 814 hämorrhagische Schlaganfälle (verursacht durch eine Blutung von Gefäßen im Gehirn).

Bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Gruppe mit dem höchsten Konsum von nicht-milchbasierten tierischen Fetten war die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls um 16 Prozent höher als bei denjenigen, die am wenigsten verzehrten (niedrigste Fünfergruppe).

Milchfett in Lebensmitteln wie Butter, Milch, Käse, Eiscreme und Sahne war nicht mit einem höheren Schlaganfallrisiko verbunden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die die meisten pflanzlichen Fette und die meisten mehrfach ungesättigten Fette zu sich nahmen, hatten ein um 12 Prozent geringeres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, als diejenigen, die am wenigsten aßen.

Diejenigen, die täglich eine zusätzliche Portion rotes Fleisch aßen, hatten ein 8 Prozent höheres Schlaganfallrisiko, und diejenigen, die eine zusätzliche Portion verarbeitetes rotes Fleisch konsumierten, hatten ein 12 Prozent höheres Schlaganfallrisiko.

Aufgrund den Ergebnissen der vorloegenden Studie empfehlen die Forscher der Harvard’s T.H. Chan School of Public Health den Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch zu reduzieren und beim Kochen Schmalz oder Rinderfett durch nicht-tropische Pflanzenöle wie Olivenöl oder Sojaöl zu ersetzen, um das Risiko eines Schlaganfalls zu senken.

Quellen: American Heart Association / Harvard’s T.H. Chan School of Public Health

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