Dirk de Pol, Veröffentlicht am: 18.08.2023, Lesezeit: 9 Minuten

In den Wechseljahren hört Ihre Periode dauerhaft auf. In den Wechseljahren, auch Menopause oder Klimakterium genannt, erlischt die Menstruation einer Frau endgültig. Solch ein Abschnitt ist ein konventioneller Zyklus im Leben einer Frau. Oftmals als „Lebensmetamorphose“ tituliert, manifestieren sich die Wechseljahre graduell. Während Sie diesen transitorischen Abschnitt durchlaufen, könnten Sie mit Klimakteriumserscheinungen und sporadischen Menstruationszyklen konfrontiert werden. Bei einigen Frauen beginnt bereits mit 40 Jahren das Klimakterium, bei anderen erst Mitte 50. Mit Ende 50 haben die meisten Frauen die Wechseljahre hinter sich gebracht.

Grundlagen der Wechseljahre (Menopause)

In den Wechseljahren verstummt die Menstruation nachhaltig, sodass Fortpflanzungsfähigkeit nicht mehr gegeben ist. Das echte Klimakterium wird erst erreicht, wenn seit der finalen Menstruation ein volles Jahr verstrichen ist. Dies impliziert, dass Sie als Frau ein volles Jahr, ohne jegliche Blutung inklusive Zwischenblutungen, erlebt haben. Post-Klimakterium generieren Ihre Ovarien lediglich minimale Quantitäten der Hormone Östrogen und Progesteron. Ein solch dezimierter Hormonhaushalt kann die Wahrscheinlichkeit für spezifische gesundheitliche Dispositionen steigern.

Was ist Perimenopause oder der Übergang in die Wechseljahre?

Die Perimenopause oder der Übergang zum Klimakterium ist die Zeitspanne bis zur finalen Menstruation. Perimenopause kann als „um das Klimakterium herum“ übersetzt werden. Dieser lange Übergang zum Klimakterium ist jener Zeitabschnitt, in welchem die Menstruation endgültig ausbleibt und keine Fortpflanzungsfähigkeit mehr besteht. Während dieser Transition kann Ihr Hormonhaushalt unvorhersehbare Schwankungen erleben, die unerwartete Klimakteriumssymptome auslösen.

In dieser Zeitspanne könnten Ihre Ovarien unterschiedliche Mengen der Hormone Östrogen und Progesteron als normalerweise produzieren. Sie könnten in dieser Phase unregelmäßige Menstruationszyklen erleben, da möglicherweise nicht in jedem Zyklus ein Eisprung stattfindet. Die Menstruation könnte verlängert oder verkürzt sein. Es wäre möglich, einige Zyklen zu überspringen oder außergewöhnlich lange oder kurze Menstruationszyklen zu haben. Die Menstruation könnte intensiver oder milder als zuvor sein. Viele Frauen erleben während dieses Übergangs auch Hitzewallungen und anderen Beschwerden.

Die Perimenopause, jene Phase, die zur Menopause überleitet, manifestiert sich bei Frauen meist im mittleren bis späten vierten Lebensdekade. In der Regel durchlaufen Frauen diese Phase für eine Spanne von vier Jahren, ehe die Menstruation aussetzt.

Wie erfahre ich, ob der Übergang in die Wechseljahre beginnt?

Zuweilen kann es für einen Individuum und den Mediziner herausfordernd sein, festzustellen, ob man sich im Stadium der Prämenopause befindet:

  • Indikationen: Konsultieren Sie Ihren Mediziner oder medizinisches Fachpersonal bezüglich Symptomen wie Körpertemperaturschüben oder Schlafstörungen.
  • Fluktuation der Menstruation: Protokollieren Sie Ihren Zyklus. Inkonsistente Zyklen könnten Ihr initiales Indiz für die Annäherung an die Menopause sein.
  • Endokrine Werte: Ihr Mediziner kann die endokrinen Konzentrationen in Ihrem Blutpasma überprüfen, insbesondere wenn die Menstruation in einem präsenilen Zeitraum (vor dem 40. Lebensjahr) ausbleibt. Ärzte tendieren dazu, diese Analyse nur bei medizinischer Indikation vorzuschlagen, da die endokrinen Werte während der Menopausalen Transition bei den meisten Frauen sporadisch oszillieren. Dies macht es komplex, definitiv festzustellen, ob man die Menopause bereits durchlaufen hat oder ob sie kurz bevorsteht.

Wie wirken sich die Wechseljahre auf mich aus?

Die Indikationen der Menopause können abrupt und intensiv manifestieren oder anfänglich subtil sein. Diese Anzeichen können kontinuierlich oder sporadisch auftreten. Die Wechseljahre können verschiedene Beschwerden umfassen. Zu den häufigsten Beschwerden gehören:

  • übermäßiges Schwitzen
  • Hitzewallungen
  • Rückgang des sexuellen Verlangens
  • dünnere und trockenere Scheidenhaut, die zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Scheidenentzündungen und Blutungen führen kann.

Die genauen Mechanismen sind bis heute noch nicht vollständig verstanden, aber das Hormon Östrogen spielt eine wichtige Rolle bei Hitzewallungen. Besonders nächtliche Hitzewallungen und starkes Schwitzen können zu Schlafstörungen führen, die sich wiederum auf die psychische Verfassung auswirken können.

Weitere mögliche Beschwerden während der Wechseljahre sind:

  • schnelle Ermüdbarkeit
  • Schwindelgefühle
  • Herzklopfen
  • Reizbarkeit und Aggressivität
  • Nervosität
  • Gedächtnisprobleme
  • Konzentrationsschwäche
  • Antriebslosigkeit
  • erhöhte Empfindlichkeit
  • geringeres Selbstwertgefühl
  • Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen
  • Harninkontinenz
  • Verstopfung oder Durchfall
  • trockene Haut und Schleimhäute
  • Herzbeschwerden
  • Gewichtszunahme
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Haarausfall
  • vermehrter Haarwuchs im Gesicht
  • längere Menstruationsblutungen (bis zu vier Wochen)

Insbesondere der Rückgang von Östrogen begünstigt auch das Auftreten von Osteoporose. Es wurden auch Veränderungen im Stoffwechsel beobachtet, die mit Erkrankungen wie Diabetes mellitus in Verbindung stehen. Viele dieser Beschwerden verschwinden nach den Wechseljahren wieder. Allerdings können die Zunahme an Körpergewicht, insbesondere im Bauch- und Hüftbereich von Betroffenen auch nach der Menopause als belastend empfunden werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine mögliche Behandlung Ihrer Wechseljahrsbeschwerden, wenn diese Sie stören.

Wie lange dauert der Übergang in die Wechseljahre?

Die Perimenopause, der Übergang zur Menopause, kann sich über zwei bis acht Jahre erstrecken, bevor die Menstruation endgültig aussetzt. Bei den meisten Frauen erstreckt sich dieser Zeitraum über circa vier Jahre. Es ist erst dann gewiss, dass Sie die Menopause erreicht haben, wenn seit Ihrer letzten Menstruation ein volles Jahr vergangen ist. Das bedeutet, dass Sie 12 Monate hintereinander keine Blutungen, einschließlich Schmierblutungen, hatten.

Sollte ich während des Übergangs in die Wechseljahre weiterhin Verhütungsmittel anwenden?

Ja. Sie können während der Perimenopause, dem Übergang in die Wechseljahre, immer noch schwanger werden, auch wenn Ihre Periode einen oder mehrere Monate lang ausbleibt. Während der Perimenopause kann es in manchen Monaten noch zu einem Eisprung oder zur Freisetzung einer Eizelle kommen. Es ist jedoch unmöglich, mit Sicherheit zu wissen, wann der Eisprung kommt. Wenn Sie nicht schwanger werden möchten, sollten Sie die Empfängnisverhütung bis ein ganzes Jahr nach Ihrer letzten Periode fortsetzen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Verhütungsbedürfnisse.

Nach den Wechseljahren kann man nicht mehr schwanger werden, aber jeder, der Geschlechtsverkehr hat, kann sich mit sexuell übertragbaren Infektionen (STIs oder STDs) infizieren. Wenn Sie nicht in einer monogamen Beziehung leben, in der Sie und Ihr Partner Geschlechtsverkehr miteinander und mit niemand anderem haben, schützen Sie sich, indem Sie jedes Mal, wenn Sie Vaginal-, Oral- oder Analsex haben, ein Männerkondom oder einen Kofferdam korrekt verwenden.  Nach der Menopause besteht möglicherweise ein höheres Risiko, dass Sie durch Geschlechtsverkehr ohne Kondom eine Geschlechtskrankheit bekommen. Vaginale Trockenheit oder Reizungen treten nach der Menopause häufiger auf und können beim Geschlechtsverkehr zu kleinen Schnitten oder Rissen führen, wodurch Sie sexuell übertragbaren Krankheiten ausgesetzt sind.

Wann kommt es normalerweise zu den Wechseljahren?

Die Menopause setzt ein, wenn ein volles Jahr ohne Menstruationszyklus verstrichen ist. Dieser Zeitraum variiert meist zwischen 45 und 58 Jahren. Ein Indikator, der auf den Beginn der Menopause hinweisen könnte, ist das Alter, in welchem Ihre Mutter dieses Stadium durchlebte. Es gibt Faktoren, die das Aufkommen der Menopause beschleunigen können:

  • Kinderlosigkeit: Ein Zustand der Gravidität, insbesondere mehrfache, kann den Beginn der Menopause hinauszögern.
  • Tabakkonsum: Untersuchungen deuten darauf hin, dass Raucherinnen bis zu zwei Jahre früher in dieses Stadium eintreten könnten als ihre nicht rauchenden Pendants.
  • Spezifische Gesundheitsprobleme können ebenfalls ein früheres Einsetzen der Menopause bewirken.

Normalerweise manifestiert sich die Menopause natürlich. Wenn Sie jedoch einer Chemotherapie unterzogen wurden oder sich einer chirurgischen Intervention zur Exstirpation beider Ovarien unterzogen haben, könnten Sie früher in dieses Lebensstadium eintreten.

Was passiert nach den Wechseljahren?

Nach den Wechseljahren können Sie nicht mehr schwanger werden und bekommen auch keine Periode mehr. Unerwartete Vaginalblutungen nach dieser Zeitspanne sollten Anlass zur raschen Konsultation eines Mediziners geben. Solche Blutungen sind untypisch und könnten ein Anzeichen für ein gravierendes gesundheitliches Dilemma sein.

In der postmenopausalen Phase könnten Sie auf diverse Anomalien stoßen:

  • Niedriger Hormonspiegel: Ihre Ovarien tendieren dazu, in dieser Zeit nur minimale Mengen der Hormone Östrogen und Progesteron zu sekretieren. Diese hormonelle Fluktuation könnte Ihnen diverse gesundheitliche Herausforderungen bescheren, einschließlich Osteoporose, kardiovaskuläre Komplikationen und zerebrovaskuläre Ereignisse.
  • Wechseljahrsbeschwerden statt Regelbeschwerden: Postmenopausal erleben viele Damen eine Abklingphase ihrer zyklischen Beschwerden oder menopausalen Symptome. Doch durch den abweichenden Östrogenspiegel könnten weiterhin Manifestationen wie thermische Eruptionen auftreten. Eine neuliche Untersuchung suggerierte, dass solche thermischen Eruptionen sogar bis zu 14 Jahre postmenopausal persistieren könnten.
  • Scheidentrockenheit: Nach der Menopause könnte vaginale Trockenheit vermehrt in Erscheinung treten.

Quellen und weiterführende Literatur


Dieser Beitrag wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Fachliteratur und fundierter empirischer Studien und Quellen erstellt und in einem mehrstufigen Prozess überprüft.

Wichtiger Hinweis: Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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