Reizdarmsyndrom: Erhöhtes Risiko bei Asthma u. Lebensmittelallergien

Gesundheitsnews, Medizin und Forschung, Karolinska Institutet

Torsten Lorenz, aktualisiert am 25. Februar 2025, Lesezeit: 3 Minuten

Risikofaktoren für die Entstehung des Reizdarmsyndroms entdeckt

Asthma und Nahrungsmittel-Überempfindlichkeit (Nahrungsmittelunverträglichkeit, Nahrungsmittelintoleranz) im Alter von 12 Jahren sind mit einem erhöhten Risiko verbunden, im Alter von 16 Jahren ein Reizdarmsyndrom (RDS) zu entwickeln. Dies ist das Ergebnis einer Forschungsarbeit, die auf der UEG Week vorgestellt wurde.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Ekzeme und Asthma

In der wissenschaftlichen Studie des Karolinska-Instituts in Stockholm und der Universität Göteborg, Schweden, wurde die Gesundheit von fast 3.000 Kindern von der Geburt bis zum Alter von 16 Jahren beobachtet und untersucht.

Bei den 16-jährigen Probanden mit Reizdarmsyndrom (RDS) war die Wahrscheinlichkeit, bereits im Alter von 12 Jahren an Asthma erkrankt zu sein, fast doppelt so hoch (11 Prozent gegenüber 6,7 Prozent).

Fast die Hälfte der Kinder mit Reizdarmsyndrom im Alter von 16 Jahren (40,7 Prozent) berichtete im Alter von 12 Jahren über eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (Nahrungsmittelintoleranz) (im Vergleich zu 29 Prozent der untersuchten Kinder ohne Reizdarmsyndrom im Alter von 16 Jahren).

Die Studienergebnisse zeigten auch, dass Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Ekzeme und Asthma im Alter von 16 Jahren mit einem erhöhten Risiko für Reizdarmsyndrom einhergingen.

Laut Dr. Jessica Sjölund vom Medizinischen Institut der Universität Göteborg und Leiterin der Studie deuten die in der Studie entdeckten Zusammenhänge darauf hin, dass es eine gemeinsame Pathophysiologie zwischen häufigen allergischen Erkrankungen und dem Reizdarmsyndrom bei Jugendlichen gibt.

Fehlregulation des Immunsystems

Obwohl den Forschern bekannt war, dass eine Fehlregulation des Immunsystems und Allergien eine Rolle bei der Entwicklung des Reizdarmsyndroms (RDS) spielen können, waren frühere Studien über allergische Erkrankungen und das Reizdarmsyndrom widersprüchlich.

Für die Studie baten die Forscher die Kinder und ihre Eltern, im Alter von einem, zwei, vier, acht, 12 und 16 Jahren Fragen zu Nahrungsmittelüberempfindlichkeit, allergischer Rhinitis, Asthma und Ekzemen zu beantworten.

Die 16-jährigen Kinder erhielten Fragen, die auf dem so genannten Rom-III-Fragebogen zu pädiatrischen gastrointestinalen Symptomen basierten, so dass die Studienteilnehmer in die Gruppen Reizdarmsyndrom, funktionelle Bauchschmerzen und funktionelle Dyspepsie eingeteilt werden konnten.

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine Erkrankung des Verdauungstrakts und betrifft schätzungsweise 11 Millionen Menschen in Deutschland. Das Reizdarmsyndrom kann für die Betroffenen mit erheblichen Einschränkungen verbunden sein und mit Beschwerden wie Stuhldrang, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen, Blähbauch, Blähungen, Verstopfung und/oder Durchfall einhergehen.

Funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom (RDS) sind oft schwer zu erkennen bzw. zu diagnostizieren und werden daher nicht immer erkannt.

Quellen

vgt


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