Antibiotika bei Kleinkindern kann zu Allergien, Zöliakie, Fettleibigkeit und Asthma führen

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 7. Mai 2023, Lesezeit: 4 Minuten

Rutgers-Universität/Mayo-Klinik: Die frühe Einnahme von Antibiotika bei Kindern birgt ein Risiko für verschiedene chronische Gesundheitsprobleme, insbesondere wenn Antibiotika wiederholt verschrieben werden.

In ihrer Studie untersuchten die beteiligten Wissenschaftler mehr als 14.500 Kinder, die zwischen 2003 und 2011 in Minnesota geboren wurden. Von diesen Kindern bekamen 70 Prozent in den ersten zwei Lebensjahren mindestens ein Antibiotikum verschrieben, meist gegen Infektionen der Atemwege oder der Ohren.

Die Ergebnisse der Studie unterstützen die Annahme, dass die Beschaffenheit des Mikrobioms eine entscheidende Rolle bei der frühen Entwicklung von Immunität, Stoffwechsel und Verhalten spielt.

Entstehung von arzneimittelresistenten Bakterien

Die Entstehung von arzneimittelresistenten Bakterien ist nach Ansicht von Martin Blaser von der Rutgers University ein Beispiel für eine unbeabsichtigte Folge des übermäßigen Einsatzes von Antibiotika. Die zunehmende Verbreitung von Gesundheitsproblemen, die bereits in der Kindheit beginnen, hat wegen ihrer Auswirkungen auf das Mikrobiom zu Besorgnis über die Exposition gegenüber Antibiotika in wichtigen Entwicklungsphasen geführt, so der Forscher.

Während frühere Studien den Zusammenhang zwischen Antibiotika und einzelnen Krankheiten untersuchten, ist diese Studie die erste, die den Zusammenhang zwischen mehreren Krankheiten untersucht.

Es zeigte sich, dass Antibiotika mit Stoffwechselerkrankungen (Adipositas, Übergewicht), immunologischen Erkrankungen (Asthma, Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen) und kognitiven Störungen oder Erkrankungen (ADHS, Autismus) in Verbindung gebracht werden.

  • Die Auswirkungen waren jedoch je nach Antibiotikum unterschiedlich.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass das Risiko mit steigender Dosierung der eingesetzten Antibiotika und bei früherer Verabreichung – insbesondere in den ersten sechs Monaten – zunahm.

Die Forschungsergebnisse belegen eine breite und verzögerte Wirkung einer frühen Antibiotikabehandlung und sollten zu einem grundsätzlichen Überdenken der ärztlichen Verschreibungshäufigkeit von Antibiotika, insbesondere bei leichten Erkrankungen, führen, so die Autoren der Studie.

Dr. Nathan LeBrasseur, Forscher an der Mayo-Klinik und Hauptautor der Studie, ist der Ansicht, dass die Untersuchungsergebnisse die Möglichkeit bieten, die künftige Forschung gezielter auszurichten, um zuverlässigere und sicherere Ansätze für den Zeitpunkt, die Dosierung und die verschiedenen Arten von Antibiotika für Kinder in dieser Altersgruppe zu ermitteln.

  • Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass diese Studie eine Korrelation, aber keine Kausalität zwischen diesen Erkrankungen aufzeigt. Die Ergebnisse der vorliegenden Forschungsarbeit wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Mayo Clinic Proceedings veröffentlicht.

Weitere Nebenwirkungen von Antibiotika bei Kleinkindern

Antibiotika können bei Kleinkindern auch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall und Hautausschlag hervorrufen. Bei schätzungsweise 5 von 100 Kindern tritt eine dieser Nebenwirkungen auf.

Die übermäßige Verschreibung von Antibiotika trägt außerdem zur Entwicklung und Verbreitung von Keimen bei, die nicht mehr auf Antibiotika ansprechen (resistente Bakterien). Der Nutzen von Antibiotika muss daher gegen den möglichen gesundheitlichen Schaden abgewogen werden.

Quellen

vgt


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