Antibiotika bei Kleinkindern kann zu Asthma, Allergien, Zöliakie, Fettleibigkeit führen

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Medizin Doc Redaktion, aktualisiert am 16. November 2020, Lesezeit: 2 Minuten

Universität Rutgers/Mayo-Klinik: Die frühzeitige Einnahme von Antibiotika bei Kindern birgt das Risiko von verschiedenen gesundheitlichen chronischen Erkrankungen, insbesondere wenn sie mehrfach verschrieben werden.

Laut einer gemeinsam verfassten Studie von Forschern der Mayo-Klinik und der Universität Rutgers haben Kinder unter 2 Jahren, die Antibiotika einnehmen, ein höheres Risiko für Asthma, Atemwegsallergien (allergische Rhinitis), Ekzeme (atopische Dermatitis), Zöliakie, Fettleibigkeit und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS).

Die Forscher untersuchten in ihrer Studie mehr als 14.500 Kinder, die zwischen 2003 und 2011 in Minnesota, geboren wurden. Von diesen Kindern erhielten 70 Prozent in den ersten beiden Jahren mindestens ein Antibiotikum verschrieben, in erster Linie gegen Infektionen der Atemwege oder der Ohren.

Die Untersuchungsergebnisse stimmen mit der Annahme überein, dass die Beschaffenheit des Mikrobioms eine entscheidende Rolle bei der frühen Entwicklung der Immunität, des Stoffwechsels und des Verhaltens spielt.

Die Entstehung arzneimittelresistenter Bakterien ist nach Meinung von Martin Blaser von der Universität Rutgers beispielhaft für eine unbeabsichtigte Folge des übermäßigen Gebrauchs von Antibiotika. Die wachsende Verbreitung von gesundheitlichen Beschwerden, die bereits im Kindesalter beginnen, hat wegen ihrer Auswirkungen auf das Mikrobiom zur Besorgnis bezüglich der Belastung durch Antibiotika in wichtigen Entwicklungsphasen geführt, so der Forscher.

Während sich frühere Studien mit dem Zusammenhang von Antibiotika mit einzelnen Krankheiten auseinandergesetzt haben, ist die vorliegende Studie die erste, die sich mit dem Zusammenhang mehrerer Krankheiten befasst. Es zeigte sich, dass Antibiotika mit Stoffwechselkrankheiten (Adipositas, Übergewicht), immunologischen Krankheiten (Asthma, Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen und kognitiven Störungen oder Erkrankungen (ADHS, Autismus) in Verbindung gebracht wurden. Allerdings schwankten die Auswirkungen bei den verschiedenen Antibiotika.

Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass das Risiko mit steigender Dosierung der Antibiotika und bei früherer Verabreichung – insbesondere innerhalb der ersten sechs Monate – zunahm.

Die Forschungsergebnisse belegen eine breite und verzögerte Wirkung frühzeitiger Antibiotika-Belastungen und sollten die ärztliche Verschreibungshäufigkeit von Antibiotika, insbesondere bei leichten Erkrankungen, grundlegend überdenken, so die Autoren der Studie.

Die Resultate der Untersuchung bieten nach Ansicht von Dr. Nathan LeBrasseur, Forscher an der Mayo-Klinik und Seniorautor der Studie, die Möglichkeit, zukünftige Forschungen gezielter auszurichten, um zuverlässigere und sicherere Ansätze für den Zeitpunkt, die Dosierung und die verschiedenen Arten von Antibiotika für Kinder in dieser Altersgruppe zu bestimmen.

Die Forscher weisen darauf hin, dass diese Studie einen Zusammenhang und nicht eine Kausalität dieser Erkrankungen zeigt. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie wurden in der Zeitschrift Mayo Clinic Proceedings veröffentlicht.

(Quelle: Universität Rutgers / Mayo Clinic Proceedings)

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