Mit dem Rauchen aufhören: Welche alternativen Ansätze und Hilfsmittel nützlich sind

Gesundheitstipps

Torsten Lorenz, aktualisiert am 5. November 2021, Lesezeit: 4 Minuten

Wie kann man am besten mit dem Rauchen aufhören?

Viele Raucher wollen mit dem Rauchen aufhören. Insbesondere Raucher, die bei dem Versuch mit dem Rauchen aufhören zu wollen schon einmal gescheitert sind, suchen dabei nach Hilfe.

Raucher, die bewährte Raucherentwöhnungs-Therapien – Verhaltensberatung, Medikamente oder beides – in Anspruch nehmen, schaffen es mit größerer Wahrscheinlichkeit, mit dem Rauchen aufzuhören, als diejenigen, die sie nicht in Anspruch nehmen.

  • Allerdings nutzt nur etwa ein Drittel der Menschen, die versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, solche bewährten Methoden zur Raucherentwöhnung.

Manche Menschen versuchen, sich mit alternativen Methoden das Rauchen abzugewöhnen. Für diese Methoden gibt es nicht so viele wissenschaftliche Belege wie für Beratung und Medikamente, aber Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass einige von ihnen als Alternative oder Ergänzung zu bewährten Raucherentwöhnungstherapien hilfreich sein können.

Können psychologische und/oder physische Methoden und Ansätze Rauchern bei der Raucherentwöhnung helfen?

In einer Studie aus dem Jahr 2018 wurde Yoga als Teil eines Raucherentwöhnungsprogramms untersucht. In der Studie wurden Raucherinnen und Raucher nach dem Zufallsprinzip entweder acht Wochen lang Yoga-Kursen oder allgemeinen Wellness-Kursen zugewiesen, zusätzlich zu einer herkömmlichen Beratung.

  • Am Ende der Behandlung hatten die Teilnehmer der Yogagruppe mit größerer Wahrscheinlichkeit mit dem Rauchen aufgehört.

Es gab jedoch keinen Unterschied zwischen den Gruppen hinsichtlich des Prozentsatzes der Personen, die drei und sechs Monate nach Beendigung des Programms noch immer Nichtraucher waren.

In mehreren Studien wurden auf Achtsamkeitsmeditation basierende Raucherentwöhnungsprogramme mit herkömmlichen Beratungsprogrammen verglichen.

In einigen Studien dieser erzielten die achtsamkeitsbasierten Programme bessere Ergebnisse, in anderen waren die Ergebnisse der beiden Programmtypen ähnlich.

Aktuelle Erkenntnisse legen die Schlussfolgerung nahe, dass Entspannungstechniken (beispielsweise progressive Muskelentspannung) die Raucherentwöhnung unterstützen können.

  • Obwohl eine Akupunktur möglicherweise für kurze Zeit bei der Raucherentwöhnung hilfreich sein kann, gibt es keine wissenschaftlich stichhaltigen Beweise dafür, dass sie die Raucherentwöhnung dauerhaft unterstützt.

Ebenso gibt es nicht genügend Beweise dafür, dass Hypnose bei der Raucherentwöhnung wirksamer ist als andere Arten der Unterstützung oder die Raucherentwöhnung im Alleingang.

Können Nahrungsergänzungsmittel bei der Raucherentwöhnung helfen?

Derzeit gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Nachweise, dass die Nahrungsergänzungsmittel S-Adenosyl-L-Methionin, Lobeline (aus der Pflanze Lobelia inflata) oder Johanniskraut die Raucherentwöhnung unterstützen können.

  • Das Naturprodukt Cytisin (auch bekannt als Cytisiniclin) wird in einigen mittel- und osteuropäischen Ländern als Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung eingesetzt. Mehrere Studien haben gezeigt, dass es die Raucherentwöhnung unterstützen kann.

Wie sicher sind alternative Behandlungsmethoden zur Raucherentwöhnung?

Die die diesem Beitrag beschriebenen psychologischen und/oder physischen Ansätze gelten für gesunde Menschen im Allgemeinen als gesundheitlich unbedenklich, wenn sie ordnungsgemäß durchgeführt werden.

Bei gesundheitlichen Problemen ist es jedoch ratsam, sowohl mit seinem Arzt beziehungsweise seiner Ärztin als auch mit seinem Heilpraktiker beziehungsweise Heilpraktikerin zu sprechen, bevor man mit der Anwendung dieser Methoden beginnt.

Wer ein Nahrungsergänzungsmittel in Erwägung zieht, sollte bedenken, dass „natürlich“ nicht unbedingt „sicher“ bedeutet. Einige Nahrungsergänzungsmittel können Nebenwirkungen haben, und einige können Wechselwirkungen mit Medikamenten oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln aufweisen.

Insbesondere Johanniskraut kann nachweislich mit vielen Medikamenten interagieren, und diese Wechselwirkungen können schwerwiegende Folgen haben.

Quellen

  • Medizindoc mit Material von NIH / NHS/ NCCIH

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Der Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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