Pneumokokken und Diesel-Abgaspartikel

Pneumokokken: Stehen Diesel-Abgaspartikel im Zusammenhang mit Pneumokokken-Erkrankungen?

Pneumokokken-Erkrankungen: Das Bakterium Streptococcus pneumoniae ist die häufigste Ursache für Meningitis und Lungenentzündung und weltweit eine der Hauptursachen für Todesfälle durch Infektions-Krankheiten bei Kindern unter 5 Jahren sowie bei älteren Menschen.

Bei der Mehrheit der gesunden Bevölkerung findet sich das Bakterium Streptococcus pneumoniae im Bereich der Nase und des Rachens, ohne dabei irgendwelche Symptome zu verursachen. Wenn die Pneumokokken jedoch in normalerweise keinfreie Körperbereiche wie Lunge und Blut gelangen, können sie lebensbedrohliche Krankheiten zu verursachen.

Eine neue Studie, die im Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Belastung durch Dieselabgaspartikel (DEPs) die Anfälligkeit von Personen für Pneumokokken-Erkrankungen erhöhen kann.

Um mehr über die Voraussetzungen zu erfahren, unter denen dieses im Normalfall harmlose Bakterium zu solch schweren invasiven Erkrankungen werden kann, führten Forscher der Universität Liverpool, der Queen Mary’s University, London, und des Trinity College Dublin eine Studie durch, die die Rolle von Dieselabgaspartikeln (DEPs) bei der Entstehung von Pneumokokken-Erkrankungen untersuchte.

Die Folgen der zunehmenden Luftverschmutzung

Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Folge ist die Luftverschmutzung jährlich für rund 7 Millionen Todesfälle verantwortlich, von denen wiederum circa 7 Prozent auf eine Lungenentzündung zurückzuführen sind. Schätzungsweise 37 Prozent der Weltbevölkerung leben in Gebieten, in denen die Luftverschmutzung die WHO-Grenzwerte überschreitet.

Dieselabgaspartikel (DEPs), eine Hauptkomponente der weltweiten Luftverschmutzung, ist die Partikelkomponente der Dieselabgase, zu der Dieselruß und Aerosole wie Aschepartikel, metallische Abriebpartikel, Sulfate und Silikate gehören.

Die Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Aras Kadioglu vom Institute of Infection & Global Health der Universität Liverpool verwendeten eine Kombination aus unterschiedlichen Tests, um den Zusammenhang zwischen Dieselabgaspartikel-Belastung und Pneumokokken-Erkrankung zu untersuchen.

Die Wissenschaftler fanden dabei heraus, dass nach der Belastung mit Dieselabgaspartikeln (DEPs) die Makrophagen der Atemwege, die die wichtigsten Immunzellen für die Kontrolle bakterieller Infektionen und die Entfernung von Fremdkörpern und Ablagerungen aus dem Körper sind, mit Dieselabgaspartikeln verstopft waren, wodurch sich ihre Fähigkeit, die Pneumokokken abzutöten, verringerte. Auf diese Weise können die Bakterien leichter in den Atemwegen überleben, in die Lungen gelangen und eine ausgeprägte Entzündung hervorrufen, die schließlich zu einer bakteriellen Verlagerung ins Blut führt und dadurch schwere Erkrankungen auslösen kann.

Zwar ist bekannt, dass die Exposition gegenüber Luftverschmutzung schädlich und jedes Jahr für Millionen von Todesfällen verantwortlich ist, wovon sich ein erheblicher Teil auf Lungenentzündungen zurückführen lässt, erklärt Professor Aras Kadioglu. Jedoch war nicht bekannt , wie die Luftverschmutzung, wie z.B. durch Dieselabgaspartikel, tatsächlich Atemwegserkrankungen verursacht, so der Forscher.

Mit der vorliegenden Studie konnten nun die zellulären Mechanismen dahinter aufgedeckt werden. Die Studie unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die Luftverschmutzung zu bekämpfen, wenn lebensbedrohliche Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündungen reduziert werden sollen, mahnen die Wissenschaftler.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen nach Meinung von Dr. Rebecca Shears, eine der Autoren der Studie, dass die Belastung durch Dieselabgaspartikel einer der Schlüsselfaktoren für den Übergang von einer harmlosen Pneumokokken-Besiedlung des Nasengewebes zu einer schweren Erkrankung wie einer Lungenentzündung sein könnte.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem medizinischen Thema, einem Gesundheitsthema oder einem oder mehreren Krankheitsbildern. Dieser Artikel dient nicht der Selbst-Diagnose und ersetzt auch keine Diagnose durch einen Arzt oder Facharzt. Bitte lesen und beachten Sie hier auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

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